Kapitän der SpVgg Unterhaching im Interview

Markus Schwabl: „So brutal war die 3. Liga überhaupt noch nie“

„Ich übernehme die Verantwortung gerne“: Markus Schwabl ist seit dieser Saison Hachinger Kapitän.
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„Ich übernehme die Verantwortung gerne“: Markus Schwabl ist seit dieser Saison Hachinger Kapitän.

Markus Schwabl gibt sich mit den letzten Saisonleistungen zufrieden. Warum sie gerade so erfolgreich sind und die Liga so unberechenbar wie nie zuvor ist, erzählt er unter anderem im Interview mit Ludwig Krammer.

  • Die SpVgg Unterhaching steht nach vier Spieltagen auf Platz zwei in der 3. Liga.
  • Markus Schwabl übernahm vor Saisonbeginn die Kapitänsbinde.
  • Als eines der Erfolgsgründe nennt der 30-Jährige das hohe Pressing unter Arie van Lent.

Unterhaching - Drei Siege in Serie, Tabellenplatz zwei - die SpVgg Unterhaching kann zufrieden sein mit dem Saisonstart. Im Interview ordnet Mannschaftskapitän Markus Schwabl (30) die Ergebnisse ein und wirft einen launigen Blick voraus.

Markus Schwabl, wie oft haben Sie diese Woche auf die Tabelle geschaut?

Nur direkt nach unserem Spiel am Sonntag – zweiter Platz, schönes Bild, aber interessiert halt noch keinen.

Steht Haching besser da, als es die Leistungen rechtfertigen?

Finde ich überhaupt nicht. Vor allem das Spiel gegen Meppen jetzt haben wir in der ersten Halbzeit komplett dominiert. Auch danach war das eine konzentrierte Leistung. Wir haben uns jetzt wirklich von Spiel zu Spiel gesteigert. Rechtfertigen müssen wir uns für gar nix.

Was hat sich unter dem neuen Trainer Arie van Lent geändert?

Mei, was soll man da herausgreifen? Am ehesten wahrscheinlich unser Pressing, da legt er in den Trainings-Spielformen schon extremen Wert drauf. Die Vorgabe ist, dass wir vorne attackieren sollen, bis der Tank leer ist. Und das soll natürlich so spät wie möglich sein (lacht).

Markus Schwabl übernimmt gerne die Verantwortung des Kapitänsamts

Seit dieser Saison tragen Sie die Kapitänsbinde – als Stellvertreter des verletzten Seppi Welzmüller. Bürde oder Beflügelung?

Ganz klar Beflügelung. Ich weiß, was das bedeutet und übernehme die Verantwortung gerne.

Als Präsidentensohn stehen Sie ohnehin unter besonderer Beobachtung. Im Interview mit 11 Freunde erzählten Sie im Juli von väterlichen Besuchen in der Kabine, die weniger spaßig waren...

Was wir nach der Corona-Pause über weite Strecken abgeliefert haben, war ja auch beschämend. Im Verein haben sich alle den Arsch aufgerissen, dass wir perfekte Bedingungen haben, und wir haben nichts daraus gemacht. Nichts! Da ist er natürlich laut und deutlich geworden und in der Kabine ein paar Mal durchgedreht. Aber so wie die neue Saison jetzt angefangen hat, gibt’s wenig zu bemängeln.

Anfang Dezember werden Sie zum ersten Mal Papa. Glauben Sie, dass Ihr Vater als Opa ruhiger wird?

(lacht) Gute Frage. Bei dem – ich sag jetzt mal liebevoll: Vollpsychokann man das nie vorhersagen. Vielleicht wird’s durch die Mehrfachbelastung ja auch noch ärger.

Kann ich das im Wortlaut schreiben?

Freilich. Er weiß ja, wie es gemeint ist.

SpVgg Unterhaching will laut Schwabl nichts mit dem Abstieg zu tun haben

Womit wären Sie zufrieden diese Saison?

Das mag jetzt langweilig klingen, aber ich wär zufrieden, wenn wir so schnell wie möglich nichts mehr mit unten zu tun hätten. Dann können wir weiterschauen. Die Liga ist heuer noch unberechenbarer als letztes Jahr, so brutal war’s überhaupt noch nie.

Am übernächsten Montag kommt ein ganz spezieller Gegner in den Sportpark. Zählen Sie schon die Tage?

Naa, wirklich ned. Wir haben jetzt Saarbrücken auswärts und dann Duisburg daheim in der Englischen Woche, danach denk ich ans Derby.

Wie wichtig wäre Ihnen ein Sieg gegen 1860?

Es ist auf jeden Fall ein Saisonziel, dass wir mindestens einmal gegen Sechzig gewinnen. Schlimmer als beim letzten Mal, als uns der Mölders kurz vor Schluss das 2:3 reingehauen hat, geht’s eigentlich nimmer. Ich war damals zwar nicht dabei, weil ich verletzt war, aber es hat trotzdem lang gedauert, bis das halbwegs verdaut war.

Karsten Wettberg sagte in Interview: Der Münchner Meister steigt auf.

Ich hab’s gelesen. Abwegig find ich die These jetzt nicht, vielleicht ein bissl früh. Aber Qualität und Entwicklungspotenzial sind auf jeden Fall da. Wenn ich mir Türkgücü anschaue: Die sind wahrscheinlich die größte Wundertüte überhaupt in der Liga. Das kann durch die Decke gehen – aber bei diesem großen Kader halt auch in die andere Richtung. Als normalen Aufsteiger kann man die sicher nicht bezeichnen, die sind gefährlich. Gilt auch für Saarbrücken.

Also dann fragen wir am besten nach zehn Spielen noch mal nach?

(lacht) Bei uns am besten nach zehn Rückrundenspielen.

Interview: Ludwig Krammer

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