Fußball

Der 3. Liga droht ein Imageschaden

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Die Drittliga-Mannschaften , die weiterspielen wollen, stehen weiterhin im Regen. Trainer Claus Schromm bereitet Haching indes weiter auf den Re-Start vor. Foto: SpVgg Unterhaching

Der Re-Start ist weiter fraglich: Der 3. Liga droht ein Imageschaden.

Unterhaching – Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Saison-Neustart in der Fußball-Bundesliga in den höchsten Tönen gelobt. Für den glühenden Anhänger des 1. FC Nürnberg verliefen die ersten Spiele nach knapp 70-tägiger Pause „viel besser als gedacht. Unter dem Strich ist das Experiment gelungen“, sagte er im Sport1-Doppelpass: „Das war wieder ein Signal, dass wir es können.“ Armin Laschet (CDU) , sein Amtskollege aus Nordreihn-Westfalen, ist der gleichen Meinung: „Der ReStart hat sich gelohnt. Es ist genau das vorsichtige Hineintasten in eine verantwortungsvolle Normalität, die wir alle wollen“, sagte Laschet bei „BILD live Bundesliga“: „Die Liga hat ein perfektes Konzept vorgelebt. Der Auftakt hat für viele Fans wieder Fußball möglich gemacht. Wenn es alles so gut läuft wie heute, kann der Wettbewerb weitergehen.“ Zudem zeigte sich Laschet sehr erfreut über das Verhalten der Fans. Die befürchteten Zuschauer-Ansammlungen vor den Stadien blieben aus. „Das zeigt, dass Fans und Ultras sehr verantwortlich reagiert haben. Der heutige Tag hat gezeigt: Die Fans wissen, worauf es ankommt“, betonte Laschet.

Die 1. und die 2. Bundesliga haben also vorgemacht, wie es auch in Corona-Zeiten mit dem Fußball weitergehen könnte. Nur die 3. Liga ist von einem Re-Start nach wie vor weit entfern.

Doch auch hier tut sich was: Nach der Genehmigung durch das zuständige Ordnungsamt ist Drittligist 1. FC Kaiserslautern am Samstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Das teilten die Pfälzer unter dem Motto „Ein kleines Stück Normalität ist zurück“ mit. Zuvor waren alle Coronatests negativ ausgefallen. Andere Klubs in der 3. Liga sind von geregeltem Trainingsbetrieb aber noch weit entfernt, was in den vergangenen Tagen und Wochen zu immer stärkerem Streit unter den Klubs über die Frage der Saisonfortsetzung geführt hatte.

Während in Kaiserslautern wieder normal trainiert werden darf, ist die Situation etwa bei Carl Zeiss Jena noch ganz anders. Die Thüringer haben von den Behörden bislang keine Genehmigung erhalten, möglich ist ausschließlich Training in Zweiergruppen mit einem Spieler und einem Trainer. Acht Klubs haben sich gegen eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen.

Am Freitag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitgeteilt, dass der Spielbetrieb nicht wieder am 26. Mai starten werde. „Bislang liegt weiterhin keine politische und übergeordnete behördliche Freigabe für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der 3. Liga vor“, hatte der DFB betont.

Eintracht Braunschweigs Sportdirektor Peter Vollmann befürchtet derweil durch den Streit um die Fortsetzung der Saison einen Imageschaden für die gesamte 3. Liga. „Das Format 3. Liga ist gut, hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und besitzt inzwischen eine bundesweite Präsenz. Durch den Streit wird das alles aufs Spiel gesetzt“, sagte der 62-Jährige der „Braunschweiger Zeitung“. „Ich habe die Befürchtung, dass das, was in den vergangenen zwölf Jahren an Image aufgebaut wurde, gerade ziemlich leidet.“

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