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Relegation bleibt! Neuer BFV-Präsident schließt Regionalliga-Reform aus

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Von: Moritz Bletzinger

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Dr. Christoph Kern: Der neue Präsident des BFV will die Regionalliga Bayern in ihrer bestehenden Form erhalten.
Dr. Christoph Kern: Der neue Präsident des BFV will die Regionalliga Bayern in ihrer bestehenden Form erhalten. © Imago/FAF

Der DFB hält am umstrittenen Kompromiss fest: Die Relegation bleibt in drei von fünf Regionalligen. BFV-Präsident Kern will daran nichts ändern.

München - Seit vier Jahren ist sie der Zankapfel in Fußballdeutschland: Die Regionalliga-Reform. „Meister müssen aufsteigen“ war die einhellige Forderung der Viert- und Drittligisten. Eine Lösung ist der DFB auch heute noch schuldig. Er hatte versprochen, feste Aufstiegsplätze für die Regionalliga-Meister zu schaffen, wenn die 3. Liga einen vierten Abstiegsplatz freigibt.

2018 hatte der DFB vor der Herausforderung kapituliert und einen Kompromiss ins Leben gerufen. Er sollte eine Übergangslösung sein, doch nun wurde sie leicht angepasst und soll auch über 2023 hinaus bestand haben. Das Modell: Die Meister aus den Regionalligen Südwest und West haben einen festen Aufstiegsplatz. Bayern, Norden und Nordwesten müssen sich hingegen einen teilen. Das Aufstiegsrecht rotiert, die übrigen beiden Meister spielen Relegation.

Meister müssen in die Relegation: Regionalliga Bayern, Nord und Nordost bekommen keinen festen Aufstiegsplatz

Für viele Vereinsverantwortliche ist diese Situation untragbar. Unterhaching-Präsident Manni Schwabl bezeichnete sie als „seelische Grausamkeit“, Bayreuths Sportchef Marcel Rozgonyi sprach von einem „Verbrechen am Fußball“. Schweinfurts Sportdirektor Robert Hettich legte jüngst eine Zweiteilung der 3. Liga zur Lösung des Problems nahe.

Doch der Reformwille hat sich zumindest in Bayern jetzt gänzlich verabschiedet. Rainer Koch, der als DFB-Vizepräsident für die Regionalligareform zuständig war, dankte als Präsident des Bayerischen Fußballverbands (BFV) ab. Sein Nachfolger: Dr. Christoph Kern.

„Regionalliga Bayern in dieser Form erhalten“: Kern will am bestehenden Modell festhalten

Der neue Mann an der Spitze des BFV will die Regionalliga Bayern nicht verändern. „Ich lege großen Wert darauf, dass uns die Regionalliga Bayern in dieser Form erhalten bleibt“, sagte der 39-Jährige in einem Interview mit dem „Kicker“. Um Meistern den Aufstieg zu garantieren, müsste die Zahl der Regionalligen auf vier reduziert werden. Die Idee: Die Teams aus dem Nordosten auf Norden und Bayern aufzuteilen..

Für Kern ist das keine Überlegung wert: „Für die Regionalliga Bayern haben wir das Ziel, dass die Eigenständigkeit der Liga eine höhere Gewichtung hat.“

Regionalliga-Reform für Bayern keine Option - BFV-Präsident Kern verteidigt Relegationsspiele

Und verteidigt die Relegation: „Am Ende des Tages nehme ich dafür die Tatsache in Kauf, dass der Meister nicht direkt aufsteigt“, erklärt Kern und plädiert: „Ja, die beiden Aufstiegsspiele nach Abschluss der Saison sind weder kalkulierbar noch vorhersehbar. Aber wenn der Meister in einem spannenden Saisonfinale erst am letzten Spieltag ermittelt wird, ist eine vorzeitige Planung für die Klubs auch nicht möglich.“

Warum die Eigenständigkeit für Bayern so wichtig ist, führt der neue BFV-Präsident nicht aus. Die Zahlen sprächen aber ohnehin dafür, dass die Relegation kein großes Problem für die Teams aus dem Freistaat seien, argumentiert Kern: „In zehn Jahren stellte der Verband sieben Aufsteiger.“

Auf einer Linie mit den aufstiegswilligen Vereinen ist Kern mit seiner Meinung sicherlich nicht. Kern spricht von „Aufbruchstimmung“ in Ehrenamtskreisen, doch auch nach dem bayerischen Führungswechsel soll sich für die Regionalliga in Sachen Aufstieg nichts ändern. Zwei Neuerungen gibt es aber: Die Zehn-Minuten-Strafe kehrt zurück. Und Klubs dürfen künftig Sponsorenlogos auf Rücken und Hose platzieren. (moe)

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