Robert Lechleiter im Interview

Robert Lechleiter seit kurzem als Co-Trainer bei den Haching Profis

Robert Lechleiter wird seine bisherige Trainer-Expertise in die neue Tätigkeit einbringen.
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Robert Lechleiter wird seine bisherige Trainer-Expertise in die neue Tätigkeit einbringen.

Robert Lechleiter gehört seit kurzem zum Trainerteam der ersten Mannschaft des SpVgg Unterhaching an. Als Co-Trainer soll er den Cheftrainer Arie van Lent tatkräftig unterstützen.

Unterhaching - Robert Lechleiter, 40, pendelt auch in seiner dritten Spielzeit als Haching-Coach fast täglich von Aßling in den Sportpark. Die Fahrtzeit von 40 Minuten bleibt unverändert, doch seit anderthalb Wochen hat die Arbeitszeit für den Ex-Profi einen Zahn zugelegt. Nach zwei Jahren als U19-Cheftrainer in der Bayernliga ist Lechleiter ins Profiteam der Vorstädter zurückgekehrt. Gemeinsam mit seinem früheren Mitspieler Roman Tyce, 43, unterstützt der Aßlinger als Co-Trainer den neuen Chefanweiser Arie van Lent, 49, in der kommenden Drittligasaison. Die Ebersberger Zeitung hat mit Lechleiter gesprochen.


Als Stürmer haben Sie in fünf Jahren bei der SpVgg Unterhaching Ihre ersten Schritte im Profigeschäft gemacht. Verlassen haben Sie den Klub damals in der drittklassigen Regionalliga Süd. Schließt sich jetzt ein Hachinger Kreis für Sie, Herr Lechleiter?

Dieser Kreis hat sich für mich schon vor zwei Jahren geschlossen. Es war schön zurückzukehren, und ich hatte mit der A-Jugend eine wunderschöne Zeit. Da die Nachwuchsarbeit in unserem Verein extrem wichtig ist, ändert sich am Stellenwert und in der täglichen Arbeit nichts. Auch wenn das Tempo und die Qualität natürlich höher und die Möglichkeiten zur Gegneranalyse und Videovorbereitung besser sind.

An Ihrem konkreten Aufgabenprofil dürfte sich aufgrund der aktuellen Umstände tatsächlich weniger verändern als vermutet.

Unser Präsident Manni Schwabl hat es ja angesprochen, dass unser Weg, auf die eigene Jugend zu setzen, durch die Corona-Zeit nochmal bestärkt wird. Und dieser Hachinger Weg ist jetzt schon zwei Jahre in mir drin. Da ich auch bisher geschaut habe, mit unserer Durchlässigkeit viele U19-Spieler hoch zu bekommen, war der Kontakt mit Claus Schromm (Gesamt-Sportvorstand, zuvor Cheftrainer, d. Red.) immer sehr eng.

Innerhalb des neuen Trainergespanns übernehmen Sie also den Part der Schnittstelle zum Nachwuchsbereich?

Natürlich kenne ich die Jungs aus der U19 am besten, aber Arie van Lent macht sich sein eigenes Bild. Auch in Gesprächen mit mir. Nach gut einer Woche Zusammenarbeit ergänzen wir uns im Team mit Roman hervorragend. Der Umgang ist top und die Jungs ziehen in der Vorbereitung gut mit.

Robert Lechleiter über die neue Aufgabe und den Saisonauftakt

Zusammen mit Ihrem Nachfolger bei der U19, Sebastian Friedl, haben Sie vor van Lents Verpflichtung zwei Testspiele als Chef bei den Profis verantwortet. Hegen Sie dahingehend mittelfristig Ambitionen?

Ich bin seit anderthalb Wochen dabei und freue mich einfach nur auf diese Aufgabe als Co-Trainer. Über alles weitere mache ich mir keine Gedanken.

Bleiben wir also bei den Zielen für diese Spielzeit.

Genauso, wie es Arie gesagt hat, wollen wir uns finden, einen guten Start hinlegen, die Mannschaft weiterentwickeln und erfolgreichen Fußball spielen.

Beim Ligastart in Zwickau am 19. September werden keine Haching-Anhänger dabei sein, wann die Fans wieder in den Sportpark dürfen, weiß niemand. Eine Euphorie-Bremse für Sie?

Von meiner Euphorie nimmt das wenig. Für uns und die Zuschauer ist das zwar schade, denn das besondere Flair geht natürlich verloren. Wir können uns sportlich normal auf den Start vorbereiten, alles andere gibt die Politik vor.

Infektionsschutzmaßnahmen bei den Profis leichter realisierbar als bei den Amateuren

Inwiefern fallen die Infektionsschutzmaßnahmen Profiteams im Trainingsalltag leichter als Amateurklubs?

In Aßling habe ich einen kleinen Einblick durch ein paar Freunde. Generell ist es für Amateurvereine schwierig, ohne Zuschauer die Konzepte umzusetzen. Bei den Profis können wir die Kabinen nutzen und werden regelmäßig alle getestet. Aber ohne Zuschauer muss das ja auch bei den Amateuren irgendwo Sinn machen. Man kann ja nicht sagen, ich höre deshalb mit dem Fußballspielen auf. Diese Angst ist in Aßling nicht da, aber natürlich braucht der Verein die Zuschauereinnahmen.

Wie lange kann das gutgehen?

Ich denke nicht nur Aßling, sondern auch viele andere Vereine können eine Saison ohne Zuschauer stemmen. Es geht ja auch um das Zwischenmenschliche und den Spaß innerhalb einer Mannschaft. Die Einnahmen, die den Vereinen wegbrechen sind aber natürlich enorm. Am Ende haben aber nicht wir das zu entscheiden, sondern ausschließlich die Politik.

Spaßig dürfte auch Ihr Einstand im Profikreis werden. Der steht noch aus, oder?

Mal schauen, was uns als Trainerteam im Trainingslager erwartet. Könnte sein, dass wir ein Lied singen müssen. Daran soll‘s nicht scheitern. Ich bin zwar total unmusikalisch, das ist in dem Rahmen aber egal.

Das Gespräch führte Julian Betzl

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