Kellerduell statt Fußball-Fest

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Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Genau vor einem Jahr verfolgten 5000 Fans im Unterhachinger Sportpark das 1:1 gegen den 1. FC Kaise rslautern.

SpVgg Unterhaching - 1. FC Kaiserslautern: Im Corona-Jahr ein Kellerduell statt ein Fußball-Fest.

Unterhaching – Irgendwie haben es die Spielplan-Macher des DFB zur Tradition erkoren: Wenn es draußen richtig ungemütlich wird, Weihnachten und auch das Ende des Fußball-Jahres naht, gastiert der 1. FC Kaiserslautern in Unterhaching. Das war 2018 am ersten Adventswochenende so, als wenige Kilometer vom Sportpark entfernt der Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz in vollem Gange war und es auch im Stadion nach Glühwein roch. 2019 war die Partie die finale vor der Winterpause am 21. Dezember. Es waren zwei Fußball-Feste, die Haching erlebte. Jeweils 5000 Zuschauer, 2018 – an einem Freitag Abend – ein 5:0-Kantersieg, 2019 ein 1:1 in einem hochspannenden Duell. Auch dieses Jahr kommt Kaiserslautern in der Vorweihnachtszeit in den Sportpark. Am heutigen Freitag (Anstoß 19 Uhr) wird es wieder eisig sein im Stadion, und vor allem leer. Die sportliche Bedeutung ist für beide Klubs aber größer als in den Vorjahren.

Eine Woche und drei Spiele haben die Hachinger noch Zeit, eine nicht gerade erbauliche Teil-Vorrunde, aus der noch zwei Partien plus zwei Nachholspiele im neuen Jahr anstehen, zu Ende zu bringen. Aktuell ist die SpVgg auf Platz 16 notiert, punktgleich mit Magdeburg auf dem ersten Abstiegsplatz. Zwei Spiele weniger und mögliche sechs Punkte mehr durch zwei Absagen zwar, dennoch nicht die Ausbeute, die einem ruhig in die Winterpause gehen ließe. „Wir wollen vor Weihnachten im sicheren Mittelfeld stehen, deswegen ist dieses Spiel besonders wichtig“, betont Haching-Trainer Arie van Lent, „und das gilt für beide Mannschaften, beide wollen sich ins Mittelfeld hochschieben.“ Kaiserslautern steht mit 15 Punkten und Platz 14 nur unwesentlich besser da. Und das obwohl der Pfälzer Tradtions-
club, abseits des Platzes gerade hauchdünn im Insolvenzverfahren vor der Exekution gerettet, höhere Ziele hatte. „Für die Dritte Liga ist das schon eine namhafte Mannschaft“, weiß auch van Lent, „Lautern war sicher von einigen als Aufstiegskandidat nominiert.“

Im Duell zweier Hinterherläufer treffen auch zwei der schwächsten Offensiven der Liga aufeinander. Haching hat mit elf Treffern aus zwölf Partien die schlechteste Ausbeute aller 20 Drittligisten, der FCK mit 14 Toren in 14 Spielen ist kaum besser. Haching gelangen damit immerhin vier Siege, Kaiserslautern erst zwei – neben Schlusslicht Duisburg der Negativwert. Allerdings verbuchten die Pfälzer auch neun Unentschieden. „Das hätten auch neun knappe Siege sein können“, warnt Hachings Trainer, „es ist sicher nicht alles optimal gelaufen, aber man kann Lautern schon auch in anderen Regionen sehen.“

Zurück zu den Zuschauern. Im Stadion sind in der Corona-Pandemie natürlich keine zugelassen. Von den 5000 der letzten beiden Begegnungen brachten alleine die Gäste jeweils um die 1500 mit. Immerhin 1500 Karten wurden bis gestern auch diesmal verkauft, nur virtuell allerdings. Der Erlös aus dem Verkauf der „Geister-Tickets“ geht an die BR-Sternstunden wir berichteten). Auch Kaiserslautern beteiligt sich übrigens via Facebook und animierte den eigenen Anhang, sich Auswärts-Tickets für das Spiel zu kaufen, um die SpVgg und die Benefiz-Aktion zu unterstützen. Eine große Geste. „Die drei Punkte“, sagte van Lent, „kriegen sie aber trotzdem nicht.“

SpVgg:Mantl – Schwabl, R. Müller, Greger, Dombrowka – Grauschopf, Stierlin – Heinrich, Hufnagel, Marseiler – Hasenhüttl.

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