Drei Spieltage vor Schluss nicht mehr zu retten

Rückkehr in weiter Ferne: SpVgg Unterhaching steigt in Regionalliga ab

Manfred Schwabl und die SpVgg Unterhaching stehen vor einem Neuanfang in der Regionalliga Bayern.
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Manfred Schwabl und die SpVgg Unterhaching stehen vor einem Neuanfang in der Regionalliga Bayern.

Der erste Absteiger der 3. Liga ist fix. Nach der Niederlage im Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim, ist die SpVgg Unterhaching nicht mehr zu retten.

Unterhaching - Schon zur Halbzeit war es fast sicher, nach 90 Minuten hatte die SpVgg Unterhaching dann Gewissheit. Vier Jahre nach dem Aufstieg müssen die Vorstädter zurück in die Regionalliga Bayern. Nach 35 Spieltagen kann die Mannschaft von Arie van Lent in den letzten drei Spielen bei zehn Punkten Rückstand nicht mehr einen Platz über dem Strich erreichen. 

Abstieg der SpVgg Unterhaching: Desolate Rückrunde - Schwabl gibt van Lent früh eine Jobgarantie

Eine - wieder einmal - desolate Rückrunde mit bisher mageren sieben Zählern aus 16 Partien brachte die Hachinger schon früh in Abstiegsnot. Trotz Katastrophen-Bilanz durfte Trainer van Lent bleiben. Präsident Manni Schwabl legte sich Ende Januar früh fest und gab dem Niederländer eine Jobgarantie. Die Misere und der eingeschlagene Kurs, am Ex-Profi festzuhalten, brachte sogar die Beziehung zwischen Schwabl und Claus Schromm an ihre Grenzen: Der Sportdirektor nahm mitten im Abstiegskampf eine Auszeit - eine Rückkehr ist ungewiss. 

Schwabls Nibelungentreue zu van Lent brachte sogar die Fans auf die Palme. Der starke Mann der Hachinger äußerte zwar Verständnis für die Kritik der Anhänger, blieb seiner Linie aber treu. Es ist nicht ausgeschlossen, dass van Lent sogar den Neuaufbau in der Regionalliga Bayern betreuen darf - seine Bereitschaft dazu hat er signalisiert

SpVgg Unterhaching steigt am 35. Spieltag ab: Nach der Hinrunde noch auf einem Nichtabstiegsplatz

Die Corona-Pandemie hat den Klub kurz nach seinem Gang an die Börse hart getroffen. Schon in der letzten Spielzeit unter Schromm spielte Haching eine ganz schwache Rückrunde. Vor der Saison wurden Sascha Bigalke und Jim-Patrick Müller aussortiert, Alex Winkler ging zum FCK - bis auf Drittliga-Dino Robert Müller kamen keine neuen Spieler. 

Van Lent sollte dem Team eine neue Mentalität einimpfen, setzte wie vom Verein gewünscht auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und konnte zumindest in der Hinrunde (Platz 16, 21 Punkte) das Team noch einigermaßen in der Spur halten. Dem mittel- bis inzwischen wieder langfristigen Plan, den Klub in Richtung 2. Bundesliga* zu führen, war aber mangels Qualität im Kader nicht umsetzbar. Wie schon in den vergangenen Jahren brach die Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte ein. 

SpVgg Unterhaching: Wiederaufstieg in die 3. Liga wird kein Selbstläufer

Jetzt heißt es Kräfte bündeln für den Neustart im Amateurlager. Manni Schwabl will in Zukunft „drastischer denn je auf den eigenen Nachwuchs“ setzen. Der Wiederaufstieg dürfte dadurch nicht leichter werden. Von den drei Playoff-Kandidaten der Regionalliga Bayern werden zwei Teams in der kommenden Saison einen neuen Anlauf auf den Profi-Fußball nehmen. Steigt die 2. Mannschaft des FC Bayern* auch ab, wäre noch ein weiterer starker Konkurrent im Rennen. (Jörg Bullinger)

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