Haching trennt sich von Trainer 

Gerland zu Haching? Schwabl: „Das will ich meinen Spielern nicht zumuten“ 

Arie van Lent hat seine sportlichen Ziele nicht erreicht und wird die SpVgg Unterhaching verlassen.
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Arie van Lent hat seine sportlichen Ziele nicht erreicht und wird die SpVgg Unterhaching verlassen.

Trainer Arie van Lent wird die SpVgg Unterhaching nach Saisonende verlassen. Auf die Frage, ob Hermann Gerland den Posten übernimmt, reagiert Haching-Boss Schwabl mit einer Anekdote aus Nürnberger Zeiten. 

Unterhaching – Es wäre eine faustdicke Überraschung gewesen, hätte Arie van Lent nach dieser Katastrophen-Saison als Trainer beim Drittliga-Absteiger SpVgg Unterhaching weitergemacht.  Das Spiel am Samstag beim 1. FC Magdeburg wird das letzte des Holländers auf der Hachinger Trainerbank sein.  „Der Rucksack wäre groß gewesen“, sagte Haching-Boss Manfred Schwabl gestern bei einem Pressegespräch. „Fußball ist letzten Endes ein Ergebnissport.“Schwabl betonte aber, dass man die Entscheidung zusammen getroffen habe: „Wir haben gemeinsam unsere Ziele nicht erreicht. Ich habe da schon auch mein Päckchen zu tragen.“ Der Präsident bezieht sich dabei vor allem auf die Zusammenstellung des Kaders. 

Die Hauptgründe dafür, das gesteckte Saisonziel, also den Klassenerhalt, nicht erreicht zu haben, sieht van Lent darin, „dass wir es nicht geschafft haben, Stabilität reinzubringen“. Zudem sei die Mannschaft nicht torgefährlich genug gewesen. 15 Spiele, die mit nur einem Tor Unterschied verloren wurden, stützen diese These. Was nicht vergessen werden darf: Mit Torgarant Stephan Hain, Mittelfeld-Anführer Dominik Stahl und Abwehr-Routinier Marc Endres sind entscheidende Unterhachinger Leistungsträger nahezu die gesamte Saison ausgefallen.

SpVgg Unterhaching: Trainingslager ist bereits geplant, auch Kader steht zu großen Teilen 

Schwabl: „Auch wenn es sportlich kein gutes Jahr für uns war, möchten wir uns bei Arie für die geleistete Arbeit bedanken. Jeder von uns hat seinen Teil zum schlechten Abschneiden unserer Profimannschaft in dieser Spielzeit beigetragen und nicht eine Person alleine. Wir haben Arie hier als sehr sympathischen Menschen kennengelernt und wünschen ihm für die Zukunft von Herzen alles Gute!“

Ab sofort richtet sich der Blick bei der SpVgg nur mehr nach vorne. Stand jetzt soll die neue Saison in der Regionalliga Bayern Mitte Juli beginnen. Schwabl peilt den Trainingsauftakt bei der SpVgg um den 10. Juni an, ein Trainingslager in Südtirol ist fest eingeplant.

Der Kader steht zu großen Teilen fest. Das Gerüst sollen mit Seppi Welzmüller, Markus Schwabl (Vater Manfred ist guter Dinge, dass sein Sohn bleibt),Dominik Stahl und Stephan Hain vier für die die Regionalliga herausragende Spieler bilden. Ansonsten soll der Kader aus eigenen im Nachwuchsleistungszentrum ausgebildeten Spielern bestehen. „Ich hoffe, dass sich die hohen Investitionen in unser Nachwuchsleistungszentrum jetzt auszahlen“, sagt Vereinsboss Manfred Schwabl. Die so enttäuschend verlaufene Saison hat freilich auch bei Schwabl Spuren hinterlassen, einige Spieler hätten nicht alles gegeben. Der Abstieg, sagt Schwabl, sei freilich nicht das Ende des Hachinger Projekts. „Wir gehen unseren Weg weiter, aber der Weg in unser gallisches Dorf wird schwieriger.“ Soll heißen: Schwabl achtet künftig verstärkt darauf, wer zur SpVgg und zum Selbstverständnis des Vereins passt. Und er verspricht den Spielern: „Die Vorbereitung auf die Saison wird richtig hart.“

„Der hat uns so geschunden, das will ich meinen Spielern nicht zumuten“

Wer die SpVgg nach dem Abstieg in der kommenden Saison in der Regionalliga trainieren wird, steht noch nicht fest. Haching-Boss Manfred Schwabl antwortet auf die Frage, ob Kult-Trainer Hermann Gerland, der den FC Bayern nach Saisonende verlässt, ein Kandidat für den frei werdenden Trainerposten bei der SpVgg Unterhaching wäre: „Der hat uns so geschunden das will ich meinen Spielern nicht zumuten“.  Schwabl war in seiner aktiven Zeit beim 1. FC Nürnberg Spieler unter Gerland.

(ROBERT GASSER)

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