Fußball-3 -  Liga

Auf diesen Sieg lässt sich aufbauen

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SpVgg-Trainer Arie van Lent freut sich mit Alexander Fuchs über den ersten Hachinger Sieg der noch jungen Saison.

Die Erleichterung war im gesamten Sportpark spürbar. Die SpVgg Unterhaching hat am 2. Spieltag der Saison 2020/21 1:0 (1:0) gegen den VfB Lübeck gewonnen und damit den ersten Heimsieg seit Februar gefeiert – und den ersten Sieg mit dem neuen Trainer Arie van Lent.

VON ROBERT GASSER

Unterhaching – In der Kabine wurde nach dem Schlusspfiff kräftig gefeiert. Denn die Mannschaft weiß: Auf diesen Sieg lässt sich aufbauen.

Bis Donnerstag Vormittag hatten sich die Hachinger Fans gefreut. Endlich wieder Fußball im Stadion, endlich wieder die eigene Mannschaft unterstützen. Daraus wurde (aus den bekannten Gründen rund um die steigenden Corona-Zahlen) nichts. Als dann am Freitag Abend der Anstoß erfolgte, merkten die Fans dann doch, dass der Platz vor dem Fernseher nicht der schlechteste war. Schließlich war das Wetter so, wie es für einen Septemberabend kaum schlechter sein konnte. Fünf Grad, viel hat nicht gefehlt, dann wäre der Dauerregen in Schneefall übergegangen.

Und so trist die äußeren Bedingungen dieses Geisterspiels waren, so trist war zu Beginn die Leistung der SpVgg Unterhaching. Der Aufsteiger aus dem Norden agierte alles andere als unterkühlt. So kontrolliert wie zielstrebig trugen sie ihre Angriffe vor. Die Hachinger Hintermannschaft war gut beschäftigt und agierte zwangsläufig allzu oft mit langen Bällen, um sich aus dem Pressing der Gäste zu befreien. Lange Bälle, die für den VfB Lübeck eine allzu leichte Beute waren.

Doch es dauerte nicht lange, als sich die Hachinger gefangen hatten und immer besser ins Spiel kamen. Vorne rackerte der körperlich bärenstarke Neuzugang Patrick Hasenhüttl (Sohn des Ex-Haching-Coaches und jetzigen Premier-League-Trainers Ralph Hasenhüttl mit unbändigem Einsatz und schaffte somit immer wieder Räume in der Lübecker Hälfte. ) Zweimal scheiterte er dabei selbst binnen weniger Augenblicke an Lübecks Torwart Raeder. In der 23. Minute trat dann Luca Marseiler im Sechzehnmeterraum an und wurde regelwidrig zu Boden gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Christoph Greger sicher. Lübecks Trainer Rolf Martin Landerl sprach hinterher von einer „Schockstarre“: Wir haben unser Spiel nicht mehr auf die Matte gebracht.“ Haching übernahm nun mehr und mehr die Spielkontrolle, gefährliche Chancen gab es aber vor der Pause nicht mehr.

Nach dem Wiederanpfiff machten die Rot-Blauen da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten: Spielkontrolle und Torchancen herausspielen. Immer wieder kam die Spielvereinigung vor das Tor der Gäste, doch nie sprang dabei eine wirklich zwingende Möglichkeit heraus. Die beste Chance hatte einmal mehr Patrick Hasenhüttl nach 67 Minuten, als ein abgeblockter Schuss von Luca Marseiler direkt vor seinen Füßen landete, der Abschluss jedoch im letzten Moment von den Lübeckern zur Ecke geklärt wurde. In den letzten Minuten warf die Mannschaft von der Ostsee noch einmal alles nach vorne, aber Haching brachte den Vorsprung mit Glück und Geschick über die Zeit.

Hachings Trainer Arie van freute sich über seinen ersten Sieg als Cheftrainer der SpVgg: „Bis auf die letzte Viertelstunde war das heute in Ordnung. Wir waren dann ein bisschen müde. Deshalb waren alle nach dem Schlusspfiff so richtig erleichtert. Für mich als Trainer ist das natürlich auch gut!“ Zu möglichen Neuzugängen sagte van Lent: „Die Spieler sind gut genug. Wir haben unsere Art Fußball zu spielen etwas verändert, laufen vorne intensiv an. Das braucht seine Zeit, bis sich das einspielt.“

Patrick Hasenhüttl strahlte nach seinem Drittliga-Debüt übers ganze Gesicht: „Mein erstes Drittligaspiel und gleich ein Sieg – das fühlt sich richtig gut an. An einem guten Tag mache ich ein oder zwei Tore. Aber das ist jetzt egal: endlich mal wieder drei Punkte!“

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