Trainer vermisst Durchsetzungsvermögen beim 0:2 gegen Magdeburg

Haching-Coach Arie van Lent: „Wir sind im Abstiegskampf, ganz klar“

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Eisige Temperaturen: Der Auftritt der SpVgg Unterhaching kann Co-Trainer Robert Lechleiter (l.) und Cheftrainer Arie van Lent nicht erwärmen.

Nicht nur die Temperaturen waren eisig am Samstagnachmittag im Unterhachinger Sportpark. Eisig ist inzwischen auch die Stimmung bei der SpVgg Unterhaching. Die steckt nach der dritten Niederlage in Folge zum Start ins neue Jahr nun auch offiziell im Abstiegskampf der Dritten Liga. Beim 0:2 gegen den Tabellen-Vorletzten 1. FC Magdeburg waren die Hachinger am letzten Vorrunden-Spieltag klar unterlegen und kassierten völlig zurecht die zehnte Niederlage im 18. Saisonspiel.

Unterhaching – Dass die verdient war, musste auch Arie van Lent zugeben. Und Hachings Cheftrainer stellte nach dem Abpfiff auch fest: „Wir sind im Abstiegskampf ab heute, ganz klar.“ Nur zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sind übriggeblieben, der dort platzierte FSV Zwickau hat allerdings noch zwei Spiele weniger auf dem Konto. Die SpVgg steckt auf Platz 15 fest und droht in die Abstiegszone zu rutschen. „Wir müssen dringend Punkte sammeln in den nächsten Wochen“, sagte van Lent.

Hachings Trainer setzte nach der bitteren 3:4-Pleite vom Dienstag gegen Magdeburg noch mehr auf die Jugend, Felix Göttlicher (18) und Julien Richter (21) standen etwas überraschend für Christoph Greger und Lucas Hufnagel in der Startelf. Eine Maßnahme, die leider null Erfolg hatte. Der Unterhachinger Elf fehlen sichtbar Führungspersönlichkeiten, Richter war am Samstag komplett überfordert und musste zur Halbzeit bereits wieder das Feld verlassen. „Im Moment ist nicht alles stimmig bei uns“, gab der Coach zu, „auch von der Körpersprache her, das hat mir nicht gefallen. Es war in der ersten Halbzeit auch wenig Stimmung auf dem Platz, wir haben irgendwie alles hingenommen.“

Den ersten Durchgang bezeichnete van Lent zurecht als „schwach. Wir haben uns nie durchsetzen können.“ Immerhin konnten die Gastgeber durch Kapitän Markus Schwabl die erste Torchance verbuchen (16.). Ansonsten gab Magdeburg aber den Ton an und kam in der 29. Minute durch Sané zur Führung. Der Angreifer der Gäste war bei seinem Schuss erschreckend frei gestanden, zuvor war Linksverteidiger Max Dombrowka von Ernst düpiert worden, wieder einmal eine verhängnisvolle Fehlerkette. „Wir haben in der ersten Halbzeit kein gutes Spiel gemacht. Wir hatten zwar die Chance von Markus Schwabl, aber das war’s dann auch.“

Nach der Pause versuchte die SpVgg engagiert, der Partie noch eine Wende zu geben, allerdings verpuffte der Schwung nach rund 20 Minuten wieder. Außer einem Kopfball von Paul Grauschopf (58.) und dem Versuch von Hufnagel aus spitzem Winkel (66.) sprang nichts Zählbares heraus. Die Gäste konterten kurz vor Schluss schließlich noch einmal erfolgreich, der gerade eingewechselte Bertram schoss das 2:0 für die Magdeburger. Deren Trainer Thomas Hoßmang fasste die Partie danach kurz und treffend so zusammen: „Wir haben verdient das 1:0 gemacht. Als Haching aktiver wurde, haben wir uns sukzessive befreit, dann haben wir verdient das 2:0 gemacht. Und so nehmen wir verdient die drei Punkte mit nach Hause.“

Kein Widerspruch von Hachinger Seite: „Wir hatten es nicht verdient, dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben es neunzig Minuten nicht geschafft dominant zu sein“, so van Lent. Das geringe Alter seiner Startelf wollte er dabei nicht als Grund für die neuerliche Pleite hinnehmen: „Alle Jungs auf dem Platz haben eine gewisse Qualität, sie können sich im Moment aber leider nicht durchsetzen.“ Für das Nachholspiel beim Tabellen-Vierten Türkgücü am Dienstag lässt das nichts Gutes erahnen – und für die nächstes Wochenende beginnende Rückrunde auch nicht. In den vergangenen Jahren gaben die Hachinger in der zweiten Saisonhälfte zuverlässig eine gute Ausgangsposition aus der Hand. 2021 haben sie nicht mal mehr die.

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