SpVgg Unterhaching hat eine optimale Ausgangsposition vor Auswärtsfahrt nach Großaspach

Haching-Coach Claus Schromm: „Es fühlt sich an wie ein Saisonbeginn.“

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Mit Fingerspitzengefühl an der Seitenlinie: Trainer Claus Schromm erwartet ein schweres Stück Arbeit.

Der Ball rollt endlich wieder. Zum Re-Start der Dritten Liga nach zwölf Wochen Corona-Pause muss die SpVgg Unterhaching an diesem Samstag (14 Uhr) zum Tabellen-Vorletzten SG Sonnenhof Großaspach. Wie sich die Klubs nach der langen Auszeit sportlich schlagen, ist völlig offen. Gut vorbereitet sind die Hachinger. Und es besteht kein Zweifel: In den nächsten fünf Wochen mit den ausstehende elf Partien geht es um den Aufstieg in die Zweite Liga.

Unterhaching – Wo steht man? Diese Frage stellt sich vor jedem ersten Saisonspiel. Und irgendwie ist es eine eigene Saison, die nun mit dem 28. Spieltag beginnt. „Es fühlt sich an wie ein Saisonbeginn“, sagt auch Hachings Trainer Claus Schromm, „und wir sind eigentlich immer gut reingekommen. Wir freuen uns vor allem, dass es wieder losgeht, und fühlen uns gut vorbereitet.“ Wie ein Turniermodus kommt der Rest der Saison daher, die bis zum 4. Juli abgeschlossen sein soll. Läuft alles optimal, darf die SpVgg dann den Aufstieg feiern. Oder hat als Zugabe Relegationsspiele zu bestreiten. Dass jeder Drittligist allein aus finanziellen Gründen rauf muss in die Zweite Liga, um langfristig sein Überleben zu sichern, ist seit Jahren klar. Die Corona-Krise mit den nun standardmäßigen Geisterspielen ohne Zuschauer und damit ohne wichtige Einnahmen hat die Lage verschärft. Es wird deswegen ein Hauen und Stechen unter nicht weniger als elf der 20 Klubs, die noch realistische Chancen auf die Aufstiegsplätze haben. Der Elfte Uerdingen liegt nur fünf Zähler hinter dem Zweiten Mannheim.

Eine optimale Ausgangslage haben die Hachinger als Dritter. Das Gastspiel beim Vorletzten Großaspach zum Auftakt, der wie Schlusslicht Jena großen Rückstand zum rettenden Ufer aufweist und als einer der klarsten Abstiegskandidaten gilt, kommt da scheinbar gerade recht. Zumal Schromm ohne Zuschauer in den Stadien „keinen Heimvorteil“ auf der Zielgeraden der Saison mehr ausmacht. Allerdings sind die Gegner auch so schwer einzuschätzen wie nie. Da Großaspach schon zwei komplette Wochen Mannschaftstraining absolvieren konnte, gestaltete sich die Vorbereitung auf das erste Match wie bei der SpVgg durchaus komfortabel. „Da ist am Samstag sicher keiner im Nachteil“, glaubt Hachings Chefcoach.

Was die Fakten zum bisherigen sportlichen Werdegang Wert sind, ist dagegen offen. Der Tabellen-Vorletzte bekam Ende Februar in Trainer-Urgestein Hans-Jürgen Boyen einen neuen Chef. Erst zwei Spiele betreute er die Mannschaft, holte dabei aber immerhin einen Heimsieg gegen Halle. Einen von nur fünf Dreiern in 27 Spielen dieser Saison, erst den zweiten zu Hause. Großaspach hat mit 23 Toren den schwächsten Angriff der Liga, mit 52 Gegentreffen die zweitschlechteste Abwehr-Bilanz, ist extrem heimschwach und zudem von Verletzungssorgen gebeutelt. Boysen konnte nach seiner Amtsübernahme nun aber ausgiebig daran feilen, wie sich das im Zielsprint noch bessern könnte.

„Es wird ohne jeden Zweifel eine harte Angelegenheit, nach solch einer langen Pause die ersten 90 Minuten Wettkampf zu überstehen“, sagt Großaspachs Cheftrainer vor der Partie. „Mit Unterhaching treffen wir auch gleich auf einen echten Hochkaräter, der über enorme Qualität verfügt und berechtigte Aufstiegshoffnungen hat. Wir haben aber keine Zeit, um erst über mehrere Spiele hinweg in unseren Rhythmus zu finden.“ Auch Kollege Claus Schromm weiß um die prekäre Situation der Gastgeber: „Mit Blick auf die Tabelle ist Großaspach in der Pflicht, die wollen unbedingt dreifach punkten. Uns erwartet ein schweres Stück Arbeit. Es kommt uns aber sicher entgegen, dass Großaspach Punkte holen muss.“

SpVgg: Mantl – Schwabl, Stahl, Greger, Winkler – Stierlin, Fuchs – J. Müller, Heinrich – Hain, Schröter.

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