„Das ist eine fatale Entwicklung“

Corona-Krise: Manfred Schwabl fordert ein Umdenken im Fußball

Manfred Schwabl fordert vom DFB ein Umdenken.
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Manfred Schwabl fordert vom DFB ein Umdenken.

Manfred Schwabl nimmt den DFB bei der Nachwuchsförderung in die Pflicht. Der Präsident der SpVgg Unterhaching will in Zukunft noch mehr auf die eigene Jugend setzen.

  • Manfred Schwabl kritisiert die Sinnhaftigkeit der 3. Liga. 
  • Der Präsident der SpVgg Unterhaching wünscht sich ein Umdenken im deutschen Fußball. 
  • Er fordert erneut eine Erhöhung des Nachwuchsfördertopfs in der 3. Liga. 

Unterhaching/München – Manni Schwabl fand deutliche Worte. „Als reine 3. Profiliga, hat sie eigentlich ihren Sinn verfehlt, weil sie 2008 als Ausbildungsliga ins Leben gerufen wurde“, sagte der Präsident der SpVgg Unterhaching gegenüber dem „BR“. Schwabl stößt es bitter auf, „dass nur acht Prozente deutscher Nachwuchstalente“ in der 3. Liga spielen: „Das ist eine fatale Entwicklung.“

SpVgg Unterhaching: 80 Prozent des Kaders sollen in Zukunft aus der eigenen Jugend kommen

Die Hachinger setzen schon seit Jahren „gnadenlos“ (Schwabl) auf die Jugend. In Zukunft möchte man achtzig Prozent des Kaders mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs bestücken. Der nächste Karim Adeyemi – der 18-Jährige wechselte 2018 für über drei Millionen von Haching zu RB Salzburg – soll gefunden werden.

Auch in dieser Saison erhalten die teils blutjungen Talente wieder ihre Chance. Etwa beim Spiel in Dresden: Haching lag zur Halbzeit bereits 0:2 zurück, Trainer Arie van Lent brachte den 17-jährigen Boipelo Mashigo, der vor zwei Jahren vom Deutschen Fuball-Internat Bad Aibling in die Münchner Vorstadt wechselte. Nach der Partie adelte Van Lent seinen Schützling Mashigo als „besten Spieler.“

Manfred Schwabl: In der 3. Liga kann die Karriere eines Weltstars beginnen

Doch geht es nach Schwabl wird die Nachwuchsarbeit in der 3. Liga allgemein zu sehr vernachlässigt: „Man muss den jungen Spielern das Vertrauen geben und dann sieht man ja, dass sich ein Weltstar daraus entwickeln kann. Dafür ist die 3. Liga da, dass man solche spielen lässt.“

Der 54-Jährige fordert daher ein „System, um den Anreiz zu erhöhen, junge Spieler einzusetzen.“ Der Nachwuchsfördertopf sei mit drei Millionen Euro für 20 Vereine zu knapp bemessen. Schwabl hofft daher, dass „die finanzielle und sportliche Krise im deutschen Fußball ein Umdenken“ anstößt.  

(Nico-Marius Schmitz)

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