Verletzung von Dominik Stahl leitet Niederlage ein

Schromm: „Ganz bittere Nachricht für uns“

Haching-Kapitän Dominik Stahl (Mitte) musste kurz nach der frühen Führung mit Kreuzbandriss ausgewechselt werden
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Haching-Kapitän Dominik Stahl (Mitte) musste kurz nach der frühen Führung mit Kreuzbandriss ausgewechselt werden

Nach früher Führung verletzte sich SpVgg Unterhaching-Kapitän Dominik Stahl schwer. Die SpVgg Unterhaching verlor danach den Faden und wurde von Eintracht Braunschweig ausgekontert.

Unterhaching – So schnell geht’s in der Dritten Liga: Vor einer Woche noch auf dem direkten Aufstiegsplatz zwei, acht Tage und zwei Niederlagen später mit vier Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch auf Tabellenplatz neun. Die 1:3-Heimpleite der SpVgg Unterhaching im Spitzenspiel gegen Eintracht Braunschweig am Mittwoch war aber nicht die schlimmste Nachricht des Abends. Schwerer wiegt die Verletzung von Kapitän Dominik Stahl, der sich einen Kreuzbandriss zuzog.

Kreuzbandriss beendet Dominik Stahls Saison

Die verhängnisvolle Szene ereignete sich schon in der 12. Minute der Partie: Stahl stoppte Biankadi auf Höhe der Mittellinie mit einem langen Schritt und verdrehte sich dabei das Knie. Dass Schlimmes zu befürchten war, verrieten die Schmerzensschreie des 31-Jährigen – die man wegen der Geisterkulisse im ganzen Stadion hören konnte. Stahl wurde auf einer Trage abtransportiert und ins Krankenhaus gebracht, gestern gab es nach der MRT-Untersuchung die Diagnose. Das Fußballjahr 2020 ist für den Unterhachinger Routinier damit gelaufen. „Das ist wirklich eine ganz bittere Nachricht für uns alle“, sagte Trainer Claus Schromm.

Stahl-Verletzung im Kopf der Hachinger

Bis zum Zeitpunkt von Stahls Verletzung war die Partie gegen Braunschweig zwar noch nicht alt, aber schon bestens für die SpVgg gelaufen. Die Gastgeber waren mit viel Tempo und Aggressivität in die Partie gestartet, hatten ihren Gegner komplett in dessen Hälfte eingeschnürt und lagen nach neun Minuten auch bereits in Führung. Verteidiger Markus Schwabl hatte nach einem abgewehrten Eckball aus rund 35 Metern abgezogen und in den rechten Torwinkel getroffen.

Die Freude über das Traumtor und die Führung währte aber eben nur drei Minuten. Stahls Verletzung entzog dem Hachinger Spiel umgehend einiges an Schwung. Für Schromm kein Wunder: „Jeder weiß, was es heißt, wenn der Kapitän so vom Platz muss, wenn man richtig gut reinkommt ins Spiel und führt. Das tut schon weh, jeder kann sich vorstellen, was das im Kopf anstellt bei einem Fußballer.“

Eintracht Braunschweig kontert gnadenlos

Dass die Eintracht den Spieß in nur zwei Minuten umdrehte, lag vor allem daran, dass die SpVgg sich zweimal höchst dilettantisch auskontern und von Turbo-Angriffen der Gäste überrumpeln ließ. Erst startete Biankadi auf der rechten Seite durch und lieferte Feigenspan einen perfekten Querpass, den dieser zum 1:1 einschob (24.). Zwei Minuten später gab es eine fast identische Szene, diesmal verwertete Kobylanski die Hereingabe von Pourie problemlos zum 1:2. „Wir sind massiv ausgekontert worden“, gab Schromm zu, „da hat man gesehen, welche Qualität Braunschweig hat. Wir haben aber unseren Teil dazu beigetragen.“

Es kam noch schlimmer: Noch vor der Pause erhöhten die Gäste auf 1:3, wieder war es ein Konter, wieder über die rechte Seite. Der Querpass kam beim dritten Streich von Feigenspan, der Torschütze war erneut Kobylanski. Kurz zuvor hatte Haching die beste Chance der ersten Halbzeit gehabt, Felix Schröters Lupfer fing Eintracht-Keeper Engelhardt noch ab (36.).

SpVgg Unterhaching: Kein Tor trotz vieler Chancen

Im zweiten Durchgang brannte die SpVgg ein Feuerwerk ab und ließ Braunschweig keine Luft mehr. Ein Tor sprang allerdings nicht heraus. „Wir hatten ‘zig Chancen“, ärgerte sich Chefcoach Schromm, „wenn da einer reinfällt und wir den Anschlusstreffer machen, dann kann das noch ganz anders ausgehen.“

Es blieb aber bei den stürmischen Bemühungen. Felix Müller per Freistoß (51.), Lucas Hufnagel mit einem Distanzschuss (59.) und schließlich ein Versuch von Moritz Heinrich (80.) waren Hachings beste Chancen. Zwischendurch hatte Braunschweig eine Gelegenheit, natürlich mit einem Konter. Biankadi schob den Ball diesmal am Tor vorbei (69.).

Schromm: Trotz Ergebnis stolz auf die Leistung

Zum dritten Mal in Folge standen die Hachinger damit mit leeren Händen da. Claus Schromm war dennoch nicht annähernd so geknickt wie zuletzt. „Wenn man sieht, wie wir heute gespielt haben, macht mich das schon stolz. In den letzten Wochen haben wir bemängelt, dass wir zu wenig ins letzte Drittel gekommen sind, zu wenig Druck gemacht und zu wenig Chancen kreiert haben. Heute haben wir bewiesen, dass wir das können. Jetzt heißt es eben, nicht nur Chancen zu kreieren, sondern auch reinzumachen, dann wird auch das Ergebnis wieder anders aussehen.“

Vorerst heißt die Realität aber: Negativserie, der Kontakt zu den Aufstiegsplätzen abgerissen. Das allerdings lässt Schromm noch kalt, und entsprechend baute er seine Spieler auch gleich wieder auf: „Wir waren vor dem Spiel Neunter, sind es immer noch, hätten aber die Chance auf Platz drei gehabt. Das sagt alles aus über die Verrücktheit dieser Liga. Ich hab den Jungs gesagt: Egal, wie es ausgeht, wenn wir Dritter werden, sind wir nicht aufgestiegen und als Neunter ist nicht alles vorbei. Wenn wir weiter so spielen, werden wir wieder Spiele gewinnen und dann schauen wir weiter.“

Text: Christian Amberg

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