Ein ungleiches Duell

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Der letzte Strohhalm wird bald brechen. Hachings Absturz ins Amateurlager ist nicht mehr zu stoppen.

SpVgg Unterhaching empfängt Tabellenführer Dynamo Dresden: Ein ungleiches Duell.

Unterhaching – Es ist ein sehr ungleiches Duell im Unterhachinger Sportpark, aber gerade deshalb für die SpVgg wohl eines der leichtesten Spiele in der schwierigen Situation auf der Zielgeraden der Saison. Mit Dynamo Dresden ist am Sonntag (14 Uhr) der Tabellenführer beim Schlusslicht der Liga zu Gast. Die Sachsen stehen vor dem Aufstieg in die Zweite Liga und haben aktuell acht Punkte Vorsprung auf den vierten Platz. Haching ist als Letzter acht Punkte vom rettenden Ufer entfernt und bereitet sich auf die Regionalliga vor.

Dynamo hat nach 30 von 38 Spieltagen zudem die meisten Siege auf dem Konto (18), die SpVgg die meisten Niederlagen aller 20 Klubs (19). Dresdens Defensive ist mit 26 Gegentoren die mit weitem Abstand beste der Dritten Liga, Hachings Offensivausbeute mit 33 Treffern dagegen einer der schlechtesten. Alle Zeichen stehen also klar auf Sieg für den Spitzenreiter. Die Wettquoten, die über (mathematische) Wahrscheinlichkeiten des Spielausgangs einen schnell ersichtlichen Hinweis geben, sind entsprechend eindeutig. Und doch liegt gerade in der Konstellation eine Chance für die Hachinger, die eh schon mit einem Bein in der vierten Liga stehen und eigentlich nichts zu verlieren haben.

Auch Trainer Arie van Lent glaubt, dass die Rolle als krasser Außenseiter diesmal etwas Druck aus dem Kessel nimmt. Die Wochen, in denen man mit allen Mitteln versuchen musste zu punkten, sind vorbei. Diesmal liegt der Ball für den Gegner auf dem Elfmeterpunkt, nur ins Tor muss er noch. Am Ziel, noch einen Stopp der Abwärtsspirale hinzubekommen, auch wenn es nicht mehr zum Klassenerhalt reicht, will Hachings Cheftrainer dennoch festhalten: „Wir versuchen so lange wie möglich alles aufrecht zu erhalten und wir wollen auch dieses Spiel gewinnen“, sagt er, „auch wenn es von außen unglaubwürdig erscheint, wenn ich das immer wieder erzähle. Aber ich gehe auch in dieses Spiel mit dem Gefühl der Hoffnung.“

Dass der zermürbende Abstiegskampf mit dem bevorstehenden schlechten Ende allerdings Spuren hinterlassen hat, ist nicht mehr wegzudiskutieren. „Ich weiß nicht, wie es in einigen Köpfen aussieht“, gibt van Lent zu, „der ein oder andere denkt vielleicht schon über seine Zukunft nach und ist mit seinen Gedanken deswegen woanders.“ Nach wie vor „überzeugt“ ist der Coach aber, „dass die erste Elf alles raushaut“ – auch gegen den vermeintlich übermächtigen Gegner. Das tat sie auch zuletzt immer wieder, musste aber auf ein gutes Ergebnis in Form von Punkten verzichten. Gut gespielt, trotzdem verloren oder wie zuletzt in Köln nicht gewonnen, das war in vielen Partien die Überschrift. „Aber der Tabellenletzte hat keine Argumente“, weiß van Lent.

Personell gab es diese Woche die Rückkehr der verletzten Moritz Heinrich und Lucas Hufnagel zu vermelden, für den Kader am Sonntag sind sie aber noch keine Option. Max Dombrowka, zuletzt ohnehin angeschlagen, meldete sich nun krank vom Trainings- und Spielbetrieb ab. Somit steht die gleiche Elf wie zuletzt zur Verfügung.

SpVgg:Coppens – Schwabl, Göttlicher, Greger, Turtschan – Fuchs, R. Müller – Anspach, Grauschopf – Hasenhüttl, Hain.

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