Fußball - 3. Liga

Haching erstarrt vor den Löwen

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Die Hachinger hinken hinterher (hier Niclas Anspach gegen Philipp Steinhart).

0:2 - Die SpVgg  Unterhaching erstarrt vor den Löwen des TSV 1860.

Unterhaching– So schnell kann’s gehen im Fußball. Am Sonntag vor einer Woche lag die SpVgg Unterhaching im Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken lange in Führung und belegte in der Blitztabelle der 3. Liga den ersten Platz. Wenige Minuten später hatten die Hachinger das Spiel 1:2 und damit die Tabellenführung verloren. Es folgte eine 0:1-Niederlage gegen den coronageschwächten MSV Duisburg und am Montagabend die 0:2-Heimschlappe im Derby gegen den TSV 1860 (wir berichteten im überregionalen Sportteil).Und jetzt finden sich die Rot-Blauen auf dem 13. Tabellenplatz wieder, nicht allzuweit von der Abstiegsregion entfernt.

Wovon die Hachinger vor der Niederlage in Saarbrücken insgeheim geträumt hatten, ist wenige Kilometer nördlich in Giesing nun der Fall. Die Löwen führen die Drittliga-Tabelle an. „Wir sind jetzt von Anfang vorne voll dabei. Wir wissen, dass wir jeden schlagen können“, sagte der einmal mehr überragende Sascha Mölders.

Die Hachinger, die gegen den TSV 1860 nun von fünf Drittliga-Derbys vier verloren haben, müssen dagegen vorerst den Blick nach unten richten. Viel zu verhalten agierten sie gegen eine stablie Elf aus Giesing, die nur selten in Gefahr geriet. In der Offensive sind die Hachinger völlig harmlos, es fehlt ihnen ein Spieler wie Mölders, dem Günther Gorenzel, Sportlicher Leiter des TSV 1860, „höchstes Niveau“ bescheinigt. „Wie Sascha die Bälle behauptet, ist Bundesliga-Niveau“, sagte Gorenzel im Fernsehsender MagentaSport.

Der Trainer der SpVgg, Arie van Lent, wusste in seiner aktiven Zeit wie Mölders, wo das Tor steht. Er stürmte jahrelang auf höchstem Niveau in der Bundesliga. Nun hadert er nach der dritten Niederlage in Folge mit seiner Offensive: „Im letzten Drittel haben wir uns nicht so entscheidend durchsetzen können. Von hinten raus haben wir teilweise sehr schön gespielt. Aber schön ist dann auch nicht immer alles. Wenn wir in die gegnerische Hälfte gekommen sind, haben wir uns nicht entscheidend durchsetzen können. So haben wir nur Halbchancen. Die Spieler müssen sich an die eigene Nase fassen. Sie müssen energischer, entschlossener sein. Schneller schießen, schneller abschließen.“ Löwen-Trainer Michael Köllner präsentierte sich nach dem Schlusspfiff im strömenden Regen nach dem Sieg in bester Laune: „In Haching zu null zu spielen, ist eine bärenstarke Leistung. Das ist eine gute Mannschaft, die uns alles abverlangt hat. Das war eine starke Kollektivleistung von uns.“

Torjäger und Kapitän Sascha Mölders, dessen 2:0 die Tabellenführung für den TSV 1860 bedeutete: „Ich hatte schon hochgeschaut und gesehen, dass der Torwart schlecht stand. Okay, der Ball wurde noch abgefälscht. Das war Glück. Aber wenn man nicht aufs Tor schießt, geht der Ball auch nicht rein!“

Diesen Satz sollten sich die Hachinger merken.

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