„Wir werden nicht die Segel streichen“

SpVgg Unterhaching fährt angriffslustig zum Duell der Enttäuschten nach Meppen

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Einfach mal wieder gewinnen: Hachings Trainer Claus Schromm ist bald dienstältester Drittliga-Trainer; Christian Neidhart will Meppen verlassen.

Die beiden „Trainer-Dinos“ der Dritten Liga stehen sich im Auswärtsspiel der SpVgg Unterhaching beim SV Meppen am Sonntag gegenüber. Christian Neidhart, seit sieben Jahren Coach der Gastgeber, ist der dienstälteste Cheftrainer der Liga. Hachings Claus Schromm ist inzwischen fünf Jahre ohne Unterbrechung im Amt und kann damit auf das zweitlängste Engagement unter den Übungsleitern aller 20 Klubs zurückblicken. Auch deshalb verbindet die beiden mehr als nur nüchterne Kollegialität, das zeigt sich bei jedem Aufeinandertreffen. Das am Sonntag wird nun allerdings das vorerst letzte sein. Just vor dem Duell am Sonntag (13 Uhr) verkündete Neidhart am Freitag überraschend seinen Abschied vom SV Meppen am Saisonende. Er wechselt zu Rot-Weiss Essen in die Regionalliga.

Unterhaching– „Ich werde Christian vermissen“, sagte Schromm am Freitag, als er im Vorfeld des 34. Spieltags die Nachricht aus Meppen vernahm, „größten Respekt davor, was er bei diesem Verein erreicht hat. Er ist in Meppen eine Institution.“ Es wird auch diesmal ein herzliches Wiedersehen der beiden 51-jährigen Fußballlehrer – und bislang teilten sie in der Dritten Liga auch meist ganz freundschaftlich die Punkte.

In bislang fünf Duellen gab es drei Unentschieden, so auch im Hinspiel beim 0:0 im Sportpark. Beide Begegnungen in Meppen endeten seit 2017 ebenfalls unentschieden. Derzeit allerdings würde eine weitere Punkteteilung keinem der Kontrahenten weiterhelfen. Wer verliert, für den ist der Zug nach oben definitiv vorzeitig abgefahren.

Es ist ohnehin so etwas wie das Duell der Enttäuschten. Als die Dritte Liga im März von heute auf morgen in die Corona-Zwangspause schlitterte, lagen die Hachinger auf Tabellenplatz drei, Meppen auf Rang vier. In den sechs Partien seit dem Re-Start kamen für die SpVgg nur fünf Punkte dazu, für den SVM sogar nur vier. Haching liegt inzwischen fünf Zähler hinter dem Relegationsplatz auf Rang acht, Meppen mit acht Punkten Rückstand nur noch auf Tabellenplatz zehn. „Meppen hat noch weniger zu verlieren als wir“, sagt Schromm deshalb und glaubt an eine „recht offene Partie“. Unterhachings Cheftrainer will den Kampf um die Aufstiegsplätze dabei nach wie vor nicht aufgeben: „So verrückt wie diese Liga ist, wären wir falsch beraten, jetzt schon die Segel zu streichen. Wir wollen einfach mal wieder ein Spiel gewinnen und dann sehen wir weiter.“

Dass das nun ausgerechnet im Emsland gelingen könnte, dafür spricht immerhin die jüngste Entwicklung. „Wir wollen auf jeden Fall die gleiche Bereitschaft und Leidenschaft zeigen wie in den letzten Wochen und vor allem wie am Mittwoch gegen Mannheim“, fordert Hachings Coach, „und dann wollen wir den Ball irgendwann auch mal wieder im Tornetz sehen.“ Ausgeruht sind seine Kicker, am Freitag gab es sogar noch mal einen freien Tag, weil bis zum Spiel am Sonntag diesmal ein Tag mehr Pause zur Verfügung steht. Zudem hat Schromm bis auf die üblichen paar Verletzten immer noch eine große Auswahl an Spielern. Er könnte also erneut rotieren und in Meppen frische Kräfte bringen, nachdem er seine Mannschaft bereits für das Mannheim-Spiel auf fünf Positionen geändert hatte. Am größten ist nach wie vor die Gefahr der Sperren. Aktuell sind wieder sechs Spieler mit vier Gelben Karten vorbelastet.

SpVgg: Mantl – Schwabl, Winkler, Greger, Grauschopf – J. Müller, Stierlin – Marseiler, Heinrich – Schröter, Stroh-Engel.

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