SpVgg fast weg, U23 des FCB zittert

Regionalliga: Abstieg von Bayern und Haching wäre für Top-Teams fatal 

Die SpVgg Unterhaching und die Bayern Amateure könnten sich in der nächsten Saison in der Regionalliga gegenüber stehen.
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Die SpVgg Unterhaching und die Bayern Amateure könnten sich in der nächsten Saison in der Regionalliga gegenüber stehen.

Während die SpVgg Unterhaching mit dem Rücken zur Wand steht, schmilzt auch das Polster der kleinen Bayern dahin. Wie ist die Misere zu erklären und was würde ein Abstieg bedeuten?

Unterhaching/München - Die SpVgg Unterhaching scheint sich langsam aber sicher ihrem Schicksal zu fügen. Die Luft ist raus, selbst die obligatorischen Durchhalteparolen wirken halbherzig. Wen man auch fragt, immer öfter wird über die Regionalliga gesprochen

Drei Punkte aus den vergangenen zehn Spielen. Am letzten Wochenende der nächste Tiefpunkt: Das Abstiegsduell gegen den KFC Uerdingen ging aufgrund einer desolaten ersten Halbzeit verdient verloren. Es sind  bereits acht Punkte Rückstand bis zum rettenden Ufer. Bei neun verbleibenden Partien muss die SpVgg also auf ein mittleres Fußballwunder hoffen.

FC Bayern II: Kann der Negativtrend gestoppt werden?

Nicht ganz so düster sieht es für die Bayern Amateure aus. Noch steht die Mannschaft von Holger Seitz über dem Strich, der Trend zeigt allerdings steil nach unten - sehr steil sogar. Drei Niederlagen in Folge, nur ein Sieg aus den vergangenen acht Spielen. Kein Vergleich zur Vorsaison, als sich die Mannschaft in einen Rausch spielte und den Titel gewann. Das Abstiegsgespenst ist nun nicht mehr das abstrakte Bild, welches nach einer Negativserie immer mal wieder beschworen wurde. Nein - inzwischen spukt es gewaltig. 

Während die Roten nach dem Umbruch und etlichen Abgängen von Anfang an den Klassenerhalt als Ziel ausgaben, muss bei Haching eine andere Frage beantwortet werden: Gehörten sie vor der Saison tatsächlich zum erweiterten Favoritenkreis der 3. Liga - wie oft behauptet wurde? Dass Schwabl und Co. seit Längerem offen mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga liebäugelten, war durchaus bekannt. 

SpVgg Unterhaching: Maßlose Selbstüberschätzung oder überraschender Absturz?

Wie konnte es also zu einer solch verhängnisvollen Entwicklung kommen? Mit Arie van Lent wurde ein neuer und ambitionierte Mann an die Seitenlinie geholt und ein Verjüngungsprozess angestoßen. Auf dem Abstellgleis standen im Sommer unter anderen Routiniers wie Sascha Bigalke, Jim-Patrick Müller oder Dominik Stroh-Engel, der dem Team dann doch erhalten geblieben ist.  

Für weitere Irritationen sorgte vor einigen Wochen die Posse um Luca Marseiler und Felix Schröter. Den beiden talentierten Offensivkräften erteilte Coach van Lent einen Denkzettel und suspendierte sie vorübergehend, ehe sie wenig später wieder im Kader standen. Viele Fragezeichen, viel Unruhe. 

Dem Trainer den schwarzen Peter zuzuschieben, wäre falsch. Grobe Verfehlungen sind von außen nicht zu erkennen, für die Kaderzusammenstellung ist nicht der Niederländer verantwortlich. Van Lent hat trotz Horror-Bilanz volle Rückendeckung von Manni Schwabl. Immer und immer wieder betont der Präsident das Vertrauen ins Trainerteam. Einen Wechsel an der Seitenlinie scheint ausgeschlossen. Es sei denn, van Lent wirft selbst das Handtuch.

SpVgg Unterhaching fehlt Drittliga-Qualität

Der selbstauferlegte Jugendstil als Hachinger Weg ist im Grundsatz erfolgreich - und bei den beschränkten finanziellen Mitteln auch nachhaltig. In dieser Saison haben sich von den jungen Wilden zum Beispiel Felix Göttlicher oder Niclas Anspach hervorgetan. Viele erfahrene Spieler wie Domink Stahl, Seppi Welzmüller oder Stephan Hain fehlten oder fehlen seit Monaten verletzt

Eine erneut katastrophale Rückrunde und mehr Stabilität sollte eigentlich mit dem Wechsel von Claus Schromm zu Arie van Lent verhindert werden. Doch die Veränderungen waren schlicht und einfach zu wenig, um den Trend aufzuhalten - nach einer schwachen Vorrunde folgte auch im Jahr 2021 die Talfahrt bis auf den letzten Tabellenplatz.

FC Bayern II: Vom Meister zum Absteiger?

Bei den noch über dem Strich stehenden kleinen Bayern kommt der Abstiegskampf nicht aus heiterem Himmel. Nach der Meisters-Saison und etlichen Abgängen war klar, dass die junge neuformierte Mannschaft sich finden muss. Der Gang in die Regionalliga wäre nach diesen Veränderungen keine Sensation, auf die Schlagzeile vom „Vom Meister zum Absteiger“ will man an der Säbener Straße  aber sicher verzichten. 

Qualitativ ist die 2. Mannschaft des FC Bayern eines der stärksten Teams der Liga. Talentiert sind die Spieler allesamt, nur die Reife und Erfahrung fehlt im Abstiegskampf. Im Moment kämpft die Mannschaft von Holger Seitz mit einer Formschwäche. Auf und Abs sind für die Amateure zwar nichts Neues, bereits in der Hinrunde musste man vier Niederlagen in Folge hinnehmen, doch mit dem Druck im Abstiegskampf winkt ein kniffliges Saison-Finale. 

Offensive das Münchner Kardinalproblem

Das Fehlen eines Torjägers wie Otschi Wriedt könnte in den kommenden Wochen zum Problem werden. Abgesehen von Routinier Timo Kern (acht Tore) sieht es in der Offensive mau aus. Abhilfe sollte für die Rückrunde Wintertransfer Dimitri Oberlin schaffen, doch seine Bilanz ist mager: Neun Einsätze, keinen einzigen über 90 Minuten, ein einziger Treffer. Eine echte Verstärkung sieht anders aus. 

Seitz und sein Team muss sich also ohne echten Goalgetter über die Ziellinie retten. Eine Prognose ist schwer zu treffen, zu ausgewogen ist das Restprogramm der kleinen Bayern. Ein Schlüsselspiel steht am kommenden Spieltag auf dem Programm: Im heimischen Grünwalder Stadion empfängt die Reserve Osterwochenende den Vorletzten VfB Lübeck.

Abstieg der SpVgg Unterhaching und dem FC Bayern II wäre Schock für ambitionierte Regionalliga-Teams

Dass am Ende der Saison neben der SpVgg Unterhaching auch die 2. Mannschaft der Roten in die Regionalliga muss, ist ein denkbares Szenario. Was würde der Absturz in den Amateurfußball für die SpVgg Unterhaching und den FC Bayern II bedeuten? Klar wäre: Beide würden den sofortigen Wiederaufstieg ins Visier nehmen. 

Doch der Wiederaufstieg in die 3. Liga wird kein Selbstläufer. Vor allem nicht, wenn auch die U23 des Rekordmeisters die Klasse nicht hält. Und auch die in der Wartschleife sitzenden ambitionierten Teams wie Schweinfurt, Aschaffenburg oder Bayreuth wollen in den Profi-Fußball zurück. Ein Abstieg der beiden Hochkaräter wäre für die anderen Regionalligisten eine bittere Pille. Die eigenen Aufstiegschancen müssten dann neu bewertet werden. Die nächsten Wochen werden Antworten liefern.

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