SpVgg Unterhaching-Trainer ärgert sich über 1:2 Niederlage

Claus Schromm „Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren“

Herbe Enttäuschung nach dem Schlusspfiff: Dominik Stahl (Nr. 20) ist zudem im nächsten Spiel gesperrt.
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Herbe Enttäuschung nach dem Schlusspfiff: Dominik Stahl (Nr. 20) ist zudem im nächsten Spiel gesperrt.

SpVgg Unterhaching verliert in der 3.Liga laut Trainer Claus Schromm unnötig mit 1:2 gegen den FC Ingolstadt. Schromm hadert mit seinem Team und dem  Schiedsrichter Tobias Reichel.

Unterhaching – Mit einer 1:2-Heimpleite gegen den FC Ingolstadt hat die SpVgg Unterhaching ihre Pole Position für den Saisonendspurt auf den Aufstiegsplätzen vorerst wieder aus der Hand gegeben. Eine Niederlage, die für Cheftrainer Claus Schromm „nicht in Ordnung geht. Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren.“ Direkt nach dem Schlusspfiff hatte der sonst nach außen stets besonnene Coach vor den TV-Kameras Mühe, seinen Ärger zu unterdrücken.

FC Ingolstadt nutzt Linie des Schiedsrichters Tobias Reichel

Das lag nach einem durchaus unterhaltsamen Spiel zweier Spitzenteams der Dritten Liga unter anderem an den zahlreichen Pfiffen von Referee Tobias Reichel, der Schromms Meinung nach zu oft Aktionen gegen sein Team abpfiff. „Uns fehlt die Cleverness, auch mal Fouls zu ziehen. Da haben wir von Ingolstadt heute Anschauungsunterricht bekommen, und der Schiedsrichter auch“, so Schromm nach dem Ende der Partie bei „Magenta Sport“. „Das ist heute ein zentrales Thema: Diese Abgewichstheit in der Dritten Liga. Da müssen wir zulegen, wenn wir oben dranbleiben wollen.“ Kurz danach legte er im BR nach: „Entscheidend war, dass Ingolstadt uns ein Stück bei der Abgeklärtheit voraus ist. Das ist es, was wir heute lernen können und müssen.“

SpVgg Unterhaching und FC Ingolstadt mit leichten Gegentoren

Auch das Thema Geschenke war ein zentrales nach dem oberbayerischen Duell zweier Klubs im Kampf um den Aufstieg in die Zweite Liga. Ein Geschenk war schon die Führung für die SpVgg, weil FCI-Verteidiger Ananou in der 13. Minute einen Freistoß von Alexander Winkler ins eigene Tor köpfte. Ein zweites Geschenk, diesmal für die Gäste, gab es nur sechs Minuten später. Eine verunglückte Kopfball-Rückgabe von Kapitän Dominik Stahl wurde zur Vorlage für Eckert Ayensa, der eiskalt zum 1:1 vollstreckte. Trotz einiger Chancen hatte die SpVgg Glück mit einem 1:1 in die Pause zu gehen, weil Stefan Kutschke in der 31. Minute einen von Christoph Greger verursachten Foulelfmeter weit übers Hachinger Tor donnerte.

FC Ingolstadt cleverer als SpVgg Unterhaching

„Eigentlich sind wir schon gut reingekommen“, fand Schromm, „und haben es mit unserer Struktur gut umgesetzt. Ähnlich wie das 1:0 kam der Ausgleich aus dem Nichts. Aber beim Annehmen von Geschenken ist uns Ingolstadt einen Tick voraus, das hat man gesehen. Was Cleverness und Zweikampfverhalten betrifft, müssen wir noch viel lernen.“ Und damit meinte er auch wieder die provozierten Spielunterbrechungen: „Und der Schiedsrichter auch.“ Weniger gut kam die SpVgg in die zweite Halbzeit. Zwar eröffnete Stahl den Durchgang mit einem gefährlichen Kopfball, als die Hachinger Ingolstadt allerdings mit einem dummen Foul 25 Meter vor dem Tor einen Freistoß ermöglichten, führte dies schon zur Entscheidung. Wolfram verwandelte direkt, ein Sonntagsschuss am Dienstag Abend unter Flutlicht.

SpVgg Unterhaching verpasst Ausgleich gegen FC Ingolstadt

Danach wurde die Partie hochspannend, weil die Gastgeber auf den Ausgleich drängten, Schromm warf mit vier eingewechselten Offensivspielern alles in die Waagschale, was die Ersatzbank hergab. Dass es trotzdem zu keinen großen Torchancen mehr reichte und eben auch nicht zum Ausgleich, „lag an Ingolstadt“, gab Hachings Coach zu, „die haben das dann clever gemacht und auch viele Fouls gezogen.“ Kapitän Stahl, der in der hektischen Nachspielzeit seine fünfte Gelbe Karte sah und am Sonntag in Münster gesperrt fehlt, gab zu: „Zum Schluss haben wir es nicht geschafft, dass wir die Box mehr füttern. Wir sind einfach nicht genug in die gefährlichen Räume gekommen.“

SpVgg Unterhaching: Schromm hakt 1:2 Niederlage ab

Als Rückschlag wollte die Heimniederlage dennoch keiner werten. Schromm fand es „schade, dass wir die Chance nicht genutzt haben, Ingolstadt auf Distanz zu halten oder den Vorsprung sogar zu vergrößern. Aber auch dann wäre es nur ein Gegner von elf, die da ganz vorne mitmischen.“

Kollege Tomas Oral fand den Sieg für seine Mannschaft – den ersten nach sechs Partien ohne Dreier – „vollkommen in Ordnung“. Auch er rückte die Bedeutung des Spiels allerdings gleich zurecht: „Haching wird bis zum Ende ein wichtiges Wort vorne mitreden.“

Text: Christian Amberg

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