SpVgg betreibt großen Aufwand, rutscht nach 0:1 gegen Saarbrücken aber weiter gen Regionalliga

Der Frust wächst in Unterhaching

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Langsam hilft nur noch beten: Unterhachings Präsident Manfred Schwabl.

Am Samstag hatten sogar die Fans noch einmal mobil gemacht und waren (mit behördlicher Genehmigung) mit knapp 50 Mann und mutmachenden Plakaten zum Abschlusstraining in den Sportpark gekommen. Geholfen hat auch das nichts: Gestern bekam die Talfahrt der SpVgg Unterhaching ein neues Kapitel hinzugefügt, wieder ruckelte der Hachinger Bummelzug 90 Minuten der Regionalliga näher. Gegen den 1. FC Saarbrücken verlor die SpVgg 0:1, nach einer ansprechenden zweiten Halbzeit zwar wieder etwas unglücklich, dennoch wird der Frust immer sichtbarer.

Unterhaching – Kapitän Markus Schwabl suchte nach dem Abpfiff erst einmal minutenlang die Einsamkeit am Zaun vor der leeren Nordtribüne. Neben dem Tor, ebenfalls abseits des Abklatschens und Tröstens auf dem Rasen saß Robert Müller am Boden. Man konnte die Gedanken bis hinauf unters Tribünendach förmlich hören: Wieder nicht belohnt für den großen Aufwand, was sollen wir denn noch tun? Die Lage ist für Unterhaching nach dem 24. Spieltag noch ein Stück deprimierender als zuvor: Nach der achten Niederlage im neunten Spiel des Jahres rutschte die SpVgg um einen Platz nach unten auf den 18. Rang des Drittliga-Klassements. Nur einen Platz – dank der Lübecker Niederlage in Dresden, die eine Stunde später feststand. Aber heute kann Magdeburg vorbeiziehen, zudem haben alle Konkurrenten im Tabellenkeller noch Nachholspiele, den Hachingern droht bereits auf Sicht der letzte Platz. Das nächste Spiel beim MSV Duisburg, derzeit 17., könnte 14 Spieltage vor Saisonende schon eine vorentscheidende Bedeutung haben.

Mutmachen beim Abschlusstraining: 50 Haching-Fans hängen im Sportpark Plakate auf.

„Die Spiele werden weniger da unten drin“, stellte Hachings Trainer Arie van Lent nach dem Abpfiff fest, „aber wir müssen weiter dran glauben.“ Zumindest mit Blick auf die zweite Halbzeit gegen Saarbrücken fällt der Optimismus in der dramatischen Lage nicht gänzlich flach. „Hut ab vor dem Mut, wie Haching Fußball spielt in dieser Situation“, fand Gäste-Coach Lukas Kwasniok warme Worte für die frustrierten Verlierer. Van Lent danke für die netten Worte, musste danach aber ein altbekanntes Fazit ziehen: „Ich kann der Mannschaft für die zweite Halbzeit keinen Vorwurf machen, wir haben alles rausgehauen. Aber wir haben wieder nicht vors Tor gefunden, es fehlt die letzte Konsequenz, das Tor zu machen. Das muss ich der Mannschaft vorwerfen, die Möglichkeiten waren da.“ Im 24. Saisonspiel blieb die SpVgg zum zehnten Mal ohne eigenen Treffer – Negativrekord in der Dritten Liga. Ebenso wie die inzwischen 15 Niederlagen.

Bei zwei Schussversuchen des eingewechselten Niclas Anspach hatte Saarbrückens Schlussmann Batz seine Finger noch am Ball, das waren letztlich die größten Torchancen der Gastgeber. Einmal zappelte die Kugel sogar im Netz, Schiedsrichter Braun pfiff wegen eines Schubsers von Luca Marseiler allerdings Freistoß für den FCS. Nach Flanke von Markus Schwabl hatte auch Sturmspitze Dominik Stroh-Engel per Kopf seine einzige Möglichkeit, kurz vor dem Ende traf zudem Moritz Heinrich aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, fand van Lent, „aber am Ende war es halt wieder ein Tor zu wenig.“

Als „nicht unverdient, aber leicht glücklich“ ordnete Kwasniok den Sieg seiner Elf ein. Im ersten Durchgang, darüber herrschte allerdings auch keinerlei Zweifel, hatte Saarbrücken das Spiel gegen schwache Hachinger komplett im Griff, ging auch völlig verdient in Führung (29.) und vergab in der 41. Minute eine weitere Riesenmöglichkeit zum 0:2. Die Gastgeber hatten nicht einmal einen Ansatz einer Torchance. Deshalb war die fünfte Heimniederlage in Serie am Ende nicht gänzlich überraschend.

„Das ist heute sehr, sehr frustrierend“, sagte Dominik Stroh-Engel nach dem Abpfiff, „weil wir uns sehr viel vorgenommen hatten nach zwei guten Spielen. Aber wir haben die wenigen Chancen nicht genutzt und kriegen wieder ein dummes Gegentor. Wir brauchen jetzt jeden Punkt, jedes Spiel ist jetzt fast wie ein Endspiel.“

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