Haching gegen Eintracht Braunschweig  gehörig unter Druck

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Dominik Stahl brennt nach abgesessener Sperre auf seinen Einsatz.

In normalen Zeiten stünde für Sympathisanten der SpVgg Unterhaching heute eine harte Entscheidung an: Bei nasskaltem Wetter in den Sportpark oder lieber zu Hause auf der bequemen Couch das Pokal-Halbfinale der Bayern gegen Frankfurt als Sportprogramm?

Unterhaching –  Weil Corona zwar inzwischen den Spielbetrieb wieder zulässt, aber keine Zuschauer ins Stadion, ist die Entscheidung einfach. Man kann sich getrost den Bayern widmen und nebenbei auf dem Smartphone, zum Beispiel im Live-Ticker bei fussball-vorort.de, die Hachinger verfolgen. Dabei steht mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig am 30. Spieltag der Dritten Liga ein hochinteressantes Duell auf dem Programm.

Acht Spieltage stehen für die Drittligisten bis Saisonende noch aus, von Entscheidungen sind die Bewerber um die zweieinhalb Aufstiegsplätze also noch ein Stück weit entfernt. Aber es gibt nun auch schon richtungsweisende Partien. So eine ist das Hachinger Heimspiel heute Abend (Anstoß 20.30 Uhr). Die beiden Tabellen-Nachbarn kämpfen darum, in einer sehr guten Ausgangsposition zu bleiben. Braunschweig ist am Wochenende auf Platz vier vorgerückt und punktgleich mit den kleinen Bayern auf dem Relegationsplatz. Weil die Münchner aber kein Aufstiegsrecht haben, ist die Eintracht quasi als Zwischenbilanz schon dort angekommen. Die SpVgg rutschte mit der zweiten Niederlage in Folge auf Platz fünf, hat aber nur einen Zähler Rückstand. Viel mehr sollten es nicht werden, deswegen ist Verlieren heute verboten.

Auch wenn Haching nach den beiden Pleiten unter Zugzwang steht, ist eine Vorentscheidung für Chefcoach Claus Schromm noch lange nicht gefallen: „Es ist null entschieden, es sind immer noch viele Mannschaften, die vorne mitspielen. Das kann sogar auch am 37. Spieltag noch so sein.“ Er hat für die SpVgg den Rest der Saison in einen Turniermodus eingeteilt: „Da befinden wir uns gerade in der Gruppenphase.“ Das Viertelfinale der Hachinger soll das Derby bei 1860 München in zweieinhalb Wochen sein, die dann noch folgenden letzten beiden Spieltage sozusagen Halbfinale und Finale um den Aufstieg.

Die Krux an Gruppenphasen ist allerdings: Zu oft verlieren bedeutet, dass die Hoffnungen auf den finalen Titelkampf vorzeitig von der Teilnahme an der Trostrunde abgelöst werden. Insofern ist die Geisterspiel-Restsaison keineswegs mehr ein lockerer Spaß, der Druck nimmt zu. „Wir haben in der Gruppenphase schon gepunktet, aber auch schon was liegenlassen“, sagt Schromm und stellt klar: „Wenn wir oben dranbleiben wollen, müssen wir punkten.“

Gegner Braunschweig kommt derweil immer besser in Schwung und ist aktuell einer der unangenehmsten Kontrahenten. „Dass die Eintracht um den Aufstieg mitspielen wird, das hatte ich schon auf der Rechnung“, so Hachings Trainer, „und auch wenn sie nach der Winterpause Probleme hatten, sind sie jetzt ganz vorne mit dabei. Damit war zu rechnen.“ Rechnen muss die SpVgg heute mit einem erfahrenen, abgeklärten Gegner, der nach der Corona-Pause noch ungeschlagen ist und am Wochenende gegen Rückrunden-Primus Bayern München II mit viel Kampf und Glück einen Punkt holte. „In der Breite sucht der Braunschweiger Kader seinsgleichen“, so Schromm voller Respekt, „vor allem, was die Offensive angeht. Da steht viel Drittliga-Erfahrung auf dem Platz, die Mannschaft weiß genau, zu welchem Zeitpunkt sie zuschlagen muss.“

Das Duell verspricht in jedem Fall Hochspannung – vielleicht sogar mehr als das Pokal-Halbfinale der Bayern.

SpVgg: Mantl – Schwabl, Greger, Winkler, Dombrowka – Stahl, Hufnagel – Marseiler, Bigalke (Heinrich) – Schröter, Stroh-Engel.

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