SpVgg beendet Negativserie mit 0:0 bei Türkgücü München nach starkem Auftritt

Hachings gelungener Schlusspunkt zur Saisonhalbzeit

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Enttäuscht trotz des Unentschiedens: Hachings Patrick Hasenhüttl findet: „Wir haben eher zwei Punkte hergeschenkt.“

Mit dem Nachholspiel bei Türkgücü München hat die SpVgg Unterhaching die Vorrunde in der Dritten Liga abgeschlossen. Die Bilanz zur Saisonhalbzeit fällt nach Punkten und Tabellenplatz ernüchternd aus. Die Leistung im Derby am Dienstagabend allerdings war ein absolut gelungener Schlusspunkt hinter der ersten Saisonhälfte und auch das Ende der trostlosen Serie von drei Niederlagen am Stück zum Jahresauftakt. Für den Tabellen-Vierten Türkgücü war das 0:0 ein schmeichelhafter Punkt, die SpVgg war die klar bessere Mannschaft und hatte auch die besseren Torchancen.

Unterhaching– „Natürlich bin ich zufrieden, weil wir unsere Negativserie hochverdient beendet haben“, sagt Hachings Trainer Arie van Lent, „wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, es defensiv ordentlich gemacht und sehr viel Leidenschaft gezeigt.“ Nur leider die Tormöglichkeiten nicht genutzt. Christoph Ehlich (28.) und Lucas Hufnagel (31.) vor der Pause sowie Markus Schwabl (53.) und Patrick Hasenhüttl (71.) in der zweiten Halbzeit vergaben beste Chancen. Die Gastgeber verzeichneten im Grünwalder Stadion tatsächlich erst in der 90. Minute ihren ersten Torschuss, der aber ungefährlich blieb und weit übers Tor flog. Zudem hatte die SpVgg noch Pech, dass sich Schiedsrichter Martin Speckner zwei Fehleinschätzungen leistete. In der 41. Minute hätte er Türkgücüs Park nach einem üblen Foul mit Gelb-Rot vom Platz schicken müssen, kurz nach der Pause wäre ein Elfmeterpfiff bei Gorzels Handspiel angeraten gewesen. Unterm Strich also viele Pluspunkte für die Gäste aus der Vorstadt, ein enttäuschender Auftritt des so hoch ambitionierten Aufsteigers – und zu wenige Punkte für die SpVgg, die im Abstiegskampf jeden Zähler dringend braucht.

„Vor dem Spiel hätte ich gesagt, einen Punkt nehmen wir“, sagt Hachings Stürmer Patrick Hasenhüttl nach dem Duell mit seinem Ex-Klub, „nach dem Spiel sind das eher gemischte Gefühle. Wir waren in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft und hatten zwei hundertprozentige Chancen. Auch am Ende hatte ich eher das Gefühl, dass wir noch eins machen, und überhaupt keine Angst, dass wir noch eins kriegen.“ Das Fazit des Stürmers daher: „Wir haben eher zwei Punkte hergeschenkt.“

Dennoch: Türkgücüs Serie von zuletzt vier Siegen am Stück fand im Derby ein berechtigtes Ende, die der SpVgg ebenso. Das war dann auch für Arie van Lent der wichtigere Aspekt: „Es tut schon weh, wenn man oft verliert. So ein Spiel wie heute kann da eine kleine Hilfe sein, um für das nächste Spiel wieder das Optimale rauszuholen.“

Allzu beruhigend ist die Lage auch nach dem Punktgewinn bei einem Aufstiegskandidaten aber nicht. Haching rangiert knapp vor der Abstiegszone und hat mit 21 Punkten in 19 Spielen eine schwache Ausbeute, mit zehn Niederlagen die zweitschwächste Bilanz nach Tabellennachbar Meppen (elf) und ist nur dank des Unentschiedens vom Dienstag nicht mehr Letzter in der Auswärtstabelle der Dritten Liga.

Es gab gegen Türkgücü etliche Lichtblicke – auch personell in der auf sieben Positionen stark veränderten Startelf –, aber ein Spiel der Wahrheit ist nun die anstehende Begegnung zum Rückrunden-Start gegen Zwickau. Gegen den Tabellennachbarn, mit zwei Punkten weniger auf einem Abstiegsplatz notiert, aber noch mit zwei Spielen im Hintertreffen, wäre am Samstag ein Punkt zu wenig.

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