Fußball

Höchste Disziplin imHachinger Sportpark

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Vizepräsident der SpVgg Unterhaching

SpVgg Unterhaching: Höchste Disziplin imStadion bei der Rückkehr der Zuschauer.

VON JULIAN LIMMER

UnterhachingPeter Wagstyl geht seit über 20 Jahren ins Station zum Fußball, doch am Wochenende war auch er überwältigt: „Als das erste rhythmische Klatschen der Fans im Station losging, habe ich Gänsehaut bekommen, es war unglaublich“, sagt der Vize-Präsident der SpVgg Unterhaching. Nach mehr als 200 Tagen der Stadion-Abstinenz waren am Sonntag zum ersten mal wieder Zuschauer im Sportpark bei einem Heimspiel der SpVgg dabei. Unterhaching gewann 2:1 gegen Meppen und kletterte ín der 3. Liga auf den zweiten Tabellenplatz hinter dem TSV 1860.

Für Wagstyl (61) ein perfekter Fußballtag, das hätten auch die Fans gespürt: „Es war eine unglaublich intensive Stimmung,“ sagt er, „das Feeling ist auf alle übergesprungen.“ Obwohl das zugelassene Kontingent an Tickets nicht einmal voll ausgeschöpft wurde: Von den 15 503 Plätzen hatte das Landratsamt München zuvor 1425 genehmigt – 1128 Fans kamen letztendlich ins Stadion.„Das ist ein Trend den wir auch bei vielen Bundesligisten beobachten, auch dort bleiben Plätze frei.“

Wagsytl führt das auf zwei Ursachen zurück: Zum einen seien viele Fans aufgrund steigender Corona-Infektionen vorsichtig, zum anderen schrecke viele auch der Registrierungsprozess vor dem Spiel ab. Jeder, der keine Dauerkarte besitzt, musste sein Ticket vorab online kaufen – Verkauf an den Stadionkassen fiel weg. Insgesamt ist Wagstyl mit dem Ablauf aber vollauf zufrieden: „Ich war beeindruckt davon, wie diszipliniert sich die Fans verhalten haben. Großes Lob an die Zuschauer!“

Vor dem Spiel sei er durchs Stadion gegangen und er hätte nirgends Gedränge erlebt. „Alle Zuschauer haben ihre Masken aufbehalten, bis sie am Sitzplatz angekommen waren – einige sogar während des Spiels. Ich war selbst überrascht, wie gut das lief“, so Wagstyl. Für einen reibungslosen Ablauf hatte der Verein vorgesorgt: 40 Ordner waren rund um die Uhr im Einsatz, um die Regelen zu kontrollieren. Zudem waren trotz der geringeren Auslastung alle Kioske durchgehend geöffnet, um lange Warteschlagen zu vermeiden. „Ich habe im Anschluss mit den Sicherheitskräften gesprochen. Die meinten, sie mussten so gut wie nicht eingreifen“, sagt Wagstyl. Zuvor hatte der Verein auch ein striktes Sicherheitskonzept vorgelegt: Neben jedem Zuschauer blieben links und rechts zwei Plätze frei – sowie eine Reihe hinter und eine vor ihm. Für Wagstyl ist das Konzept voll aufgegangen.

Doch aufgrund der steigenden Zahlen könnten die nächsten Partien schon wieder vor leeren Rängen stattfinden: „Wenn es so weiter geht, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir im Herbst Spiele mit Zuschauern machen.“ Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis bei 37,95. Bereits bei 35 Infektionen pro 100 000 Einwohner ist für das Landratsamt eine kritische Zahl erreicht. Wagstyl meint: „Sobald wir drüber sind, wird es schwieg. Die letzte Entscheidung liegt dann beim Landratsamt“. Doch das Wohl und die Gesundheit der Fans stünden beim Verein ohnehin an oberster Stelle.

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