Nach dem erlösenden Sieg gegen Halle werden aber schlimme Erinnerungen an Verl wach

Haching hofft auf eine Erfolgsserie

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Kommt der Aufwärtstrend? Trainer Arie van Lent zeigt an, wohin es ab sofort gehen soll mit Abstiegskandidat Unterhaching. 

An frustrierenden Erlebnissen mangelte es der SpVgg Unterhaching in den ersten beiden Monaten des Jahres wahrlich nicht. Die Horrorbilanz inklusive Absturz auf den letzten Tabellenplatz der Dritten Liga bis zum erlösenden ersten Sieg am vergangenen Sonntag gegen Halle ist hinlänglich bekannt.

Unterhaching – Der schlimmste aller Albträume allerdings war eindeutig das Spiel gegen den SC Verl am 12. Januar, einem nicht nur wegen der Temperaturen frostigen Dienstagabend. Die Hachinger erinnern sich noch heute mit Schrecken an die 3:4-Niederlage im Sportpark, die den ganzen Frust aus zwei Monaten im Prinzip in fünf Minuten komprimierte. 3:1 lag die SpVgg in Führung, die Gäste drehten die Partie in den letzten fünf Minuten noch in einen Sieg. Ein Eigentor von Markus Schwabl zum 3:3 in der 88. Minute war das Tüpfelchen aufs i. Gut gespielt, in Führung gelegen, aber am Ende alles aus der Hand gegeben – ein Spiegelbild der Partien zuvor und der vielen, die danach noch kamen.

Viele Niederlagen und schmerzhafte Rückschläge später kommt es an diesem Sonntag (13 Uhr) zum Rückspiel, die SpVgg reist zum starken Liga-Neuling nach Ostwestfalen, der sich auf Platz sieben eingependelt und aller Abstiegssorgen so gut wie entledigt hat. „Das Hinspiel hat sehr wehgetan“, erinnert sich Unterhachings Trainer Arie van Lent. Einerseits wird er sein Team sehr wohl an dieses Spiel erinnert haben, in dem sich alles an Selbstbewusstsein und Engagement, aber eben auch Inkompetenz und Pech abspielte, was unterm Strich zur Blaupause für zahlreiche andere Partien wurde. Zum anderen kann sich die SpVgg nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen, zu ernst ist die Lage.

So will van Lent nicht zurückblicken, sondern nur vorwärts. „Wir haben nach dem Sieg gegen Halle jetzt die Möglichkeit eine Serie zu starten. Wir wollen in Verl punkten, Schluss“, sagt er vor dem Auswärtsspiel am 28. Spieltag. „Und es ist ganz egal, wer der Gegner ist, wir müssen punkten.“

Dass der 3:0-Erfolg gegen Halle nach zuvor sieben Niederlagen in Serie allerdings durchaus ein positiver Wirkungstreffer war, konnte er auch berichten: „Es war mal ein ganz anderes Gefühl, dass wir für eine gute Leistung auch belohnt wurden. Es war auch vom Ergebnis her das Gefühl, dass wir es können. Das gibt Auftrieb“, sagte van Lent am Freitag. „Es war direkt nach dem Spiel schon ein Lächeln in den Gesichtern zu sehen und auch im Training diese Woche hat man gemerkt, dass sich die Spannung gelöst hat. Es war schon alles ein bisschen anders.“ Ob der erste Dreier des Jahres auch ein Türöffner für eine Aufholjagd Richtung Klassenerhalt war oder nur ein Zwischenhoch, muss sich zeigen. Auch die „Intensität, sich fürs nächste Spiel vorzubereiten“ nahm aber zu, wie er bemerkt zu haben glaubt.

Der Kampf gegen den Abstieg ist natürlich noch lange nicht gewonnen. „45 Punkte braucht man sicherlich“, so van Lents Rechnung, „und davon sind wir noch weit weg.“ Aber immerhin ein Anfang ist gemacht. Sollte Haching auch in Verl gewinnen, könnte sogar vorübergehend der Sprung über den Strich herausspringen. Aktuell beträgt der Rückstand – die ausstehenden Nachholspiele der Konkurrenz nicht berücksichtigt – nur zwei Punkte. An diesem Wochenende haben aber auch die Nachbarn im Tabellenkeller vermeintlich höchstens mittelschwere Aufgaben.

SpVgg Unterhaching: Coppens – Schwabl, Göttlicher, Greger, Turtschan – Fuchs, R. Müller – Heinrich, Anspach, Marseiler – Stroh-Engel.

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