SpVgg Unterhaching

Eine Reihe von Premieren

Per Skype zugeschaltet aus dem Team-Hotel: Cheftrainer Claus Schromm.
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Per Skype zugeschaltet aus dem Team-Hotel: Cheftrainer Claus Schromm.

Die SpVgg Unterhaching ist gerüstet für den Wiederanpfiff in der 3. Liga. Cheftrainer informierte per Skype-Pressekonferenz zur Lage vor dem ersten Spiel in Großaspach.

Unterhaching – In der aktuellen Zeit, in der sich alle Bereiche der Gesellschaft vom Ausnahmezustand in Richtung einer neuen Realität tasten, gibt es haufenweise Premieren. Viel Ungewissheit, aber auch viel Aufregendes wartet in der neuen Welt, auch für die SpVgg Unterhaching, die auf dem Weg zurück in den Fußball-Alltag ist. Heute verlässt der Drittligist sein Quarantäne-Hotel in Großhartpenning und macht sich nach dem Abschlusstraining in Unterhaching auf den Weg nach Großaspach. Am Samstag wird dort endlich wieder um Punkte gespielt. Cheftrainer Claus Schromm sieht sich und seine Mannschaft in „einer einmaligen, neuen Situation, aber auch in einer spannenden“ und sportlich gut aufgestellt für den Re-Start.

Das verriet er gestern in der Pressekonferenz, die – Premiere – per Skype online mit den Medienvertretern stattfand. Aus dem Teamhotel im Oberland vor rustikaler Holz- statt Sponsorenwand im Pressestüberl. Immerhin zwei Wochen Mannschaftstraining konnte die SpVgg inzwischen absolvieren, vor allem an der Sternstraße neben dem Aldi im Osten Unterhachings, auch das eine Premiere. Ebenso wie das sportliche Paket mit fünf Englischen Wochen in Folge, in das die 20 Drittligisten am Wochenende starten.

„Die Liga hat ab jetzt Turniercharakter“, weiß Schromm und betont auch, worauf es nun ankommt: „Regeneration wird elementar“, inwieweit die Leistungsfähigkeit der Spieler angesichts des fünfwöchigen Fußball-Marathons erhalten bleibt, ist ungewiss. Der Coach ist aber zuversichtlich, „dass wir mit vollen Akkus nach Großaspach fahren“. Und er hofft, „dass wir verletzungsfrei bleiben“.

Mehrere Gelbsperren bahnen sich an

Der große Kader von 26 Spielern wird nötig sein, unter anderem auch deswegen, weil einige Gelbsperren abzusitzen sein werden. Derzeit sind sieben Spieler mit vier Gelben Karten von einer Zwangspause bedroht. Aus gesundheitlichen Gründen sind für das Wochenende und das erste Heimspiel am Dienstag gegen Ingolstadt Kapitän Josef Welzmüller und Verteidiger Janik Bandowski mit Muskelverletzungen als Ausfälle gemeldet.

Den Gegner im Vorfeld zu beobachten wird nicht möglich sein, auch das gibt es so zum ersten Mal. Dennoch wird man die Mannschaft auch künftig mit Improvisationstalent eher auf den kommenden Kontrahenten einstimmen als das eigene Spiel in Video-Einheiten zu analysieren. „Das tritt eher in den Hintergrund“, dafür ist schlicht zu wenig Zeit, glaubt Schromm. „Aber wir werden die Jungs nicht jeden Tag mit Videos quälen.“

Keine Spur von Lagerkoller

Eine Woche im Hotel hat das insgesamt 40-köpfige Team gut überstanden, Lagerkoller Fehlanzeige. Ein Gefühl wie in bisher gewohnten Trainingslagern vor einem Saisonstart kam dennoch nicht auf: „Da ist es so, dass die Spieler abends schnell freiwillig ins Bett gehen, weil sie eine sehr hohe Belastung haben. Das hatte jetzt schon einen anderen Charakter. Aus einem Trainingslager fahren wir sonst mit leeren Akkus heim. Jetzt hoffen wir, dass die Akkus voll sind.“

Gut gerüstet ist die SpVgg, findet Schromm. Und man fährt voller Vorfreude heute Nachmittag Richtung Großaspach. Die Anreise ist eine weitere Premiere: Weil aufgrund der Abstandsregeln in den Mannschaftsbus nicht einmal die Hälfte des Trosses darf, sind zudem etliche Kleinbusse im Einsatz. Zum Teil von den Spielern selbst gefahren. Die neue Profi-Realität ist anders – und spannend.

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