Haching-Präsident im Interview

Manni Schwabl vor dem Derby gegen FC Bayern: „Die Wende ist geschafft“

„Gedämpft optimistisch“: Unterhachings Präsident Manni Schwabl (55).
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„Gedämpft optimistisch“: Unterhachings Präsident Manni Schwabl (55).

Unterhaching – Heute Abend (19.00 Uhr) empfängt der FC Bayern II die SpVgg Unterhaching zum Regionalliga-Derby. Dazu das Interview mit Haching-Präsident Manni Schwabl (55).

Herr Schwabl, wie ist die Stimmung im Club und daheim? Gibt’s einen Unterschied?

(lacht) Die Stimmung im Hause Schwabl unterscheidet sich in der Regel nicht groß von der Stimmung im Verein. Von daher sag ich: gedämpft optimistisch. Nach dem holprigen Start haben wir mit fünf Liga-Siegen den Turnaround, die Wende geschafft. Es hat ein bissl länger gedauert, bis wir uns von den vielen Watschn der letzten Saison erholt haben.

Vor vier Wochen nach dem 1:5 bei Nürnberg II hat Trainer Sandro Wagner den Aufstieg bereits zu den Akten gelegt, jetzt können Sie mit einem Derbysieg nach Punkten mit Bayern II gleichziehen ...

So ist das im Fußball – und auch an der Börse. Man darf die Höhen und Tiefen nicht zu extrem sehen, sondern sollte sich am Mittel orientieren. Nach dem 1:5 in Nürnberg war ich auch ziemlich bedient. Beim Heimfahren hab ich mir gedacht: So, jetzt dürfen wir die Kurve aber bald mal kriegen. Zum Glück ist es so gekommen.

„Er spricht alles direkt an, bei ihm weiß jeder, wo er dran ist. Mir gefallen Leute, die eine klare Linie haben und nicht nach oben rumsiaßln und nach unten treten.“

Manfred Schwabl über Trainer Sandro Wagner.

Sie haben mit Pisot, Stiefler und Vunguidica drei sogenannte „Ankerspieler“ verpflichtet, jetzt mit Skarlatidis noch einen vierten ...

Und vielleicht holen wir noch einen fünften für die Abwehrzentrale, das ist noch nicht final entschieden. Die Erkenntnis aus der Abstiegssaison war ganz einfach, dass es die jungen Spieler alleine nicht richten können. Uns ist früh die Achse weggebrochen mit den Verletzungen von Welzmüller, Stahl, Hain und Endres, da muss ich mir schon den Vorwurf gefallen lassen, zu lange tatenlos zugeschaut zu haben. Das passiert mir nicht noch mal! Es geht auch in dieser starken Regionalliga nur mit einer erfahrenen Achse. Um die herum können sich unsere jungen Talente entwickeln.

Ein Talent als Trainer ist Sandro Wagner. Wie würden Sie die Zusammenarbeit beschreiben, was beeindruckt Sie am meisten?

Unsere offene Kommunikation. Er spricht alles direkt an, bei ihm weiß jeder, wo er dran ist. Mir gefallen Leute, die eine klare Linie haben und nicht nach oben rumsiaßln und nach unten treten. Dazu ist Sandro fachlich absolut top, fast schon ...

„Vielleicht war die Zeit einfach reif für ihn, noch mal was anderes zu sehen.“

Manfred Schwabl über den Abgang von Claus Schromm.

Fast schon...?

Sagen wir: sehr akribisch. Er haut den Jungs schon sehr viele Infos hin im Training, aber die sind da auch ganz gierig drauf und saugen das regelrecht auf. Wenn ich da an meine Spielerzeit denke ... (lacht) Manchmal bin ich schon froh, dass ich nicht mehr als Spieler auf dem Platz stehen muss.

In dieser Woche hat Haching offiziell den Abschied von Claus Schromm bekannt gegeben, der als Cheftrainer Nachwuchs zum FC Augsburg geht. Wie schwer wiegt der Verlust?

Natürlich ist das nicht leicht, wenn man in verschiedenen Positionen so lange so erfolgreich zusammengearbeitet hat. Wir haben auch nach wie vor ein super Verhältnis, erst diese Woche haben wir ein Bier zusammen getrunken. Vielleicht war die Zeit einfach reif für ihn, noch mal was anderes zu sehen.

„Natürlich ist es verlockend heuer, wo der Erste direkt in die Dritte Liga aufsteigt.“

Manfred Schwabl über die Rückkehr in die 3. Liga.

Wann war Ihnen klar, dass der Bruch nicht mehr zu kitten ist?

Es war kein Bruch, sondern ein schleichender Prozess. Es ist sportlich nicht gelaufen, der Claus wollte im März eine Auszeit nehmen bis Sommer – aus mehreren Gründen, die ich hier jetzt nicht näher ausführen will. Danach wollten wir uns zusammensetzen. Das haben wir gemacht. Heraus kam, dass wir uns beruflich vorerst trennen. Trotzdem wird die Tür für ihn niemals zu sein bei uns.

Zurück zur Zukunft. An diesem Freitag geht es zum FC Bayern II ins Grünwalder Stadion. Wer ist Ihr Favorit?

Das ist ein 50:50-Ding. Bayern ist mit seiner sehr jungen Mannschaft bemerkenswert aus den Startlöchern gekommen, wir haben nach dem Fehlstart eine gute Reaktion gezeigt und bleiben aber schön am Boden.

Bei einem Hachinger Sieg wird das Wort „Aufstieg“ wieder fallen ...

Natürlich ist es verlockend heuer, wo der Erste direkt in die Dritte Liga aufsteigt. Spätestens in zwei Jahren wollen wir wieder rauf, dabei bleibe ich. Über alles andere können wir in der Winterpause nochmal reden. (Interview: Ludwig Krammer)

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