Vater kann ungemütlich werden

Markus Schwabl: „Bis wir nicht oben sind, gibt keiner Ruhe“ - Knaller-Tor aber auch privat sehr wichtig

Markus Schwabl plaudert aus dem Nähkästchen. Vater Manni kann schon einmal ungemütlich werden. Der Erfolg darf bei Unterhaching nicht ausbleiben.
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Ich habe mich umgeschaut, wo ich so schnell wie möglich einen Ball herbekomme, den ich mir wie bei einem Babybauch unters Trikot stopfen kann.Markus Schwabl

Markus Schwabl plaudert aus dem Nähkästchen. Vater Manni kann schon einmal ungemütlich werden. Der Erfolg darf bei Unterhaching nicht ausbleiben.

VON MICHAEL EHAM

UnterhachingMarkus Schwabl hat gegen Eintracht Braunschweig einen sehenswerten Treffer aus 35 Metern erzielt. Nach einer Ecke seiner SpVgg Unterhaching knallte er den zweiten Ball per Direktabnahme in den Winkel. Das Tor wurde von der ARD-Sportschau zum „Tor des Monats Juni“ nominiert und steht noch bis zum 25. Juli zur Wahl. Warum das Tor aber nicht nur deshalb besonders war, weil es Schwabls erster Treffer seit acht Jahren und erst sein drittes Profitor überhaupt war, erzählte der 29-Jährige im Interview mit dem Fußballmagazin 11FREUNDE.

„Meine Frau ist schwanger. Sie wollte eigentlich, dass das noch nicht so viele Leute erfahren und ich wollte es am liebsten sofort jedem erzählen“, sagt Schwabl. Seine Frau bot ihm dann vor dem Braunschweig-Spiel eine Art Wette an: Sollte er nach acht Jahren mal wieder ein Tor erzielen, dürfe er die frohe Botschaft jedem erzählen. „Dann fällt mir einer vor die Flinte und ich dachte mir: ‚Das probiere ich jetzt einfach.‘ Als der Ball noch in der Luft war, habe ich schon gewusst, dass der reingeht und mich umgeschaut, wo ich so schnell wie möglich einen Ball herbekomme, den ich mir wie bei einem Babybauch unters Trikot stopfen kann“, erzählt der Abwehrspieler.

Nach dem Börsengang der Hachinger im vergangenen Jahr steckte Markus Schwabls Vater und Präsident der SpVgg, Manfred Schwabl, das Ziel, binnen drei Jahren in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Lange sah es schon in der abgelaufenen Saison nach Aufstieg aus, Unterhaching war zehn Spieltage vor Schluss Zweiter. Doch nach der Corona-Pause brach das Team ein und wurde am Ende Elfter (wir berichteten). Markus Schwabl geht dabei hart ins Gericht mit sich und seinem Team. „Der Verein hat alles dafür getan, dass wir Erfolg haben. Und wir haben es dann komplett vergeigt.“ Sein Vater Manfred sei „stinksauer“ gewesen ob der Leistungen zum Saisonende. „Wenn er merkt, dass wir nicht hundert Prozent Einsatz und Leidenschaft zeigen, dann platzt ihm der Kragen. Er muss wiederum bei den Geldgebern den Schädel hinhalten.“

In einer so fußballverrückten Familie hängt auch die Stimmung daheim vom sportlichen Erfolg ab. Schwabl erzählt im 11FREUNDE-Interview sowohl von sich als auch von seinem Vater, dass sie nach Niederlagen den ganzen Tag nicht ansprechbar gewesen wären, mittlerweile sich das aber gebessert habe. „Meine Mum hat auch erzählt, dass er (Manfred Schwabl; d. Red.) als aktiver Spieler nicht auszuhalten war, wenn er verlor. Auch wenn Besuch da war, hat er den ganzen Abend keinen Ton gesagt.“ Lachend fügt er dann hinzu: „Meine Mutter hätte sich das Bundesverdienstkreuz verdient.“

Nach dem buchstäblichen Saisonendspurt mit elf Spielen in fünf Wochen heißt es für die Profis der Drittligisten nun erstmal die Beine hochzulegen und sich zu erholen. „Jetzt ist es wichtig, dass ich ein bisschen runterfahre und abschalte. Aber am liebsten würde ich jetzt schon wieder angreifen, denn es wurmt mich, wie die Saison ausgegangen ist.“ Als Vollblut-Hachinger werde er so lange beim Verein bleiben, wie es geht. „Bis wir nicht oben sind, gibt in diesem Verein keiner Ruhe.“

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