Nach 1:2  in Verl hat SpVgg ganz schlechte Karten fürs Saisonfinale

Rückschlag für Haching: Zwei Gegentreffer in zwei Minuten

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Hachinger Gefühle: Der Unterhachinger Robert Müller ist nach Spielende tief enttäuscht.

Wieder ein Schritt zurück, statt einen weiteren nach vorne. Die SpVgg Unterhaching hat im Abstiegskampf der Dritten Liga eine Woche nach dem erlösenden ersten Sieg 2021 einen weiteren Rückschlag kassiert.

Unterhaching Bei Aufsteiger SC Verl verloren die Hachinger mit 1:2, während die Konkurrenten im Keller am Samstag punkten konnten. Damit rückte der Klassenerhalt für die SpVgg zehn Spieltage vor Saisonende wieder ein Stück weiter weg. Der Rückstand auf den rettenden 16. Tabellenplatz wuchs auf vier Punkte an, zudem haben die drei anderen Teams auf den Abstiegsplätzen noch Nachholspiele zu absolvieren.

Nach der ansprechenden Leistung beim 3:0 gegen Halle vor einer Woche waren die Hachinger gestern wieder einmal zu harmlos und gingen deshalb verdient zum 18. Mal in dieser Saison als Verlierer vom Platz – absoluter Negativrekord in der Dritten Liga. Trainer Arie van Lent wollte seiner Mannschaft allerdings keinen Vorwurf machen, hatte „Einsatz und pure Leidenschaft“ gesehen und machte die Niederlage an einer Entscheidung des Referees in der 38. Minute fest: „Wenn der Schiedsrichter den Elfmeter nicht pfeift, der keiner war, läuft das Spiel für uns. Das hat uns die Energie geraubt. Das war schwach, es wurde ganz klar der Ball gespielt.“

Der Elfmeterpfiff des 25 Jahre jungen Schiedsrichters Martin Speckner kurz vor der Pause, der zum 1:1 führte, war in der Tat fragwürdig. Allerdings hatte der Unparteiische auch schon in der Anfangsphase mit einem Pfiff danebengelegen, und dies zu Gunsten der SpVgg. Die startete in Verl engagiert in die Partie. Schon nach acht Minuten vergab Alexander Fuchs aus kurzer Distanz die Chance zur Führung. Als Speckner vier Minuten später einen harmlosen Schubser gegen Luca Marseiler sehr wohlwollend mit Elfmeter ahndete, jubelten die Gäste über die frühe Führung. Dominik Stroh-Engel verwandelte den Strafstoß souverän.

In der Folge übernahmen allerdings die Gastgeber das Kommando. Nach dem vermeintlichen Foul von Christoph Greger verwandelte Janjic den zweiten Elfmeter des Spiels zum 1:1 (38.). Nur zwei Minuten später vertändelte Marseiler den Ball im Mittelfeld, nach feinem Steilpass von Janjic schob Yildirim den Ball cool zum 2:1 ins Netz. Damit blieb festzuhalten: Nicht der Elfmeterpfiff, sondern erneut ein individueller Patzer brachte die Hachinger auf die Verliererstraße.

Der zweite Durchgang war wenig aufregend, die Hachinger mühten sich vergeblich um gefährliche Torszenen und blieben meist ideenlos. Erst in der Schlussphase gab es wieder nennenswerte Aktionen. SpVgg-Keeper Jo Coppens rettete stark gegen Eilers (84.), eine Minute vor Schluss schoss Markus Schwabl knapp am Kasten vorbei. In der Nachspielzeit strich eine verunglückte Hereingabe von Moritz Heinrich ebenfalls nur knapp am Pfosten des Verler Tores vorbei.

„Wir haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert“, sagte van Lent nach dem Abpfiff, „ich finde, dass wir hier als Sieger vom Platz gehen müssen, weil wir alles reingehauen haben. Da war viel mehr drin heute. Aber wir sind bitterböse bestraft worden.“ Über die zweite Halbzeit seiner Mannschaft sagte Hachings Chefcoach: „Wir haben ein paar gute Möglichkeiten gehabt, waren aber nicht zwingend genug.“

Schließlich versuchte van Lent, weiter Optimismus zu verbreiten: „Wir haben noch zehn Spiele, es ist noch alles drin.“ Die Karten im Kampf um den Klassenerhalt sind nun allerdings richtig schlecht. Am Samstag kommt Abstiegskonkurrent Uerdingen nach Unterhaching, wieder ein Sechs-Punkte-Spiel. Leider auch Realität: Die Drittliga-Lichter könnten da schon so gut wie ausgehen im Sportpark.

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