Das Tor ist wie vernagelt

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Kritische Blicke aufs Spielfeld: Es läuft nicht mehr bei Haching. Präsident Manfred Schwabl (r.) und Trainer Claus Schromm (M.) können nicht zufrieden sein.

SpVgg Unterhaching: Nach dem 0:0 gegen den 1. FC Magdeburg ist der    Derbysieg gegen den TSV 1860 das letzte Saisonziel.

VON CHRISTIAN AMBERG

Unterhaching – Irgendwie hat man bei der SpVgg Unterhaching das Gefühl: Es wird Zeit, dass es vorbei ist... Die mit Punkten messbare Formkurve zeigt nach dem Re-Start der Dritten Liga weiter nach unten. Mit einem enttäuschenden 0:0 gegen den 1. FC Magdeburg setzte sich am Mittwoch die Negativserie fort, in der Tabelle heißt das: Angekommen im Niemandsland. Sieben Spiele sind die Hachinger nun schon ohne Sieg, dreimal in Folge gelang nicht einmal mehr ein eigener Treffer. Auch das Manko am Mittwoch: Der Ball will einfach nicht ins Tor.

Gegen schwache Magdeburger, die zudem bereits ab der 12. Minute nach einer Roten Karte in Unterzahl waren, hatte die 1b-Mannschaft der SpVgg haufenweise Chancen, zeigte ein ansehnliches und engagiertes Spiel, stand aber wieder ohne Dreier da. Ein Punkt war nach dieser Partie definitiv zu wenig. „Den Vorwurf müssen wir uns natürlich machen, dass wir die Vielzahl der Möglichkeiten nicht genutzt haben“, sagte Verteidiger Jannik Bandowski, der in der zweiten Halbzeit sein Comeback nach langer Verletzungspause feierte. „Wenn man 80 Minuten in Überzahl ist, muss man einfach ein Tor machen.“

Trainer Claus Schromm hatte nach dem Ende aller Aufstiegshoffnungen am Sonntag diesmal einen personellen Kahlschlag präsentiert. Stammkräfte wie Schröter, Heinrich oder Bigalke waren gar nicht im Kader, andere wie Schwabl, Greger, Jim-Patrick Müller und auch Torhüter Nico Mantl nur auf der Bank. Doch Hachings B-Elf, in der sogar U19-Kapitän Jannis Turtschan sein Profidebüt in der Startelf geben durfte, war dem Gegner über 90 Minuten klar überlegen. „Aber das Tor war wie vernagelt“, ärgerte sich Schromm, „das zieht sich jetzt wie ein roter Faden durch die letzten Wochen, dass wir uns einfach nicht belohnen. Das war diesmal die Spitze des Eisbergs. Ich glaube, dass das Maximum jetzt erreicht ist.“

Alleine Florian Dietz, der diesmal wie erwartet die Sturmspitze gab, hatte vier hochkarätige Möglichkeiten, sogar noch in der Nachspielzeit. Beste Chancen vergaben auch Niclas Stierlin oder Jim-Patrick Müller, die Gäste konnten sich unter anderem bei ihrem bestens aufgelegten Torhüter Morten Behrens bedanken. Nach dem 0:0 herrschte wieder mal große Ernüchterung, Schromm allerdings kommentierte das Spiel diesmal mit Humor: „Heute nehmen wir’s mit einem Schmunzeln hin, weil es schon vor dem Spiel ja um nichts mehr gegangen ist, und das haben wir uns in den letzten Wochen eingebrockt.“

Drei Spiele stehen noch auf dem Programm, obwohl sich tabellarisch die Spielzeit bereits erledigt hat, geht es aber noch etwas: Zumindest im folgenden Spiel bei 1860 München am Samstag. Gegen die Löwen kassierte Haching diese Saison bereits zwei Pleiten, es wäre der ideale Zeitpunkt, auf der Zielgeraden noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen. „Unsere Fans mussten in den letzten Wochen wirklich sehr viel leiden“, so Schromm, „es würde wahnsinnig guttun, wenn wir ihnen mit einem Derbysieg noch ein kleines Dankeschön schicken könnten.“

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