Der Absturz der SpVgg Unterhaching

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Glückloses Unterhachinger Trio: (v.l.) Präsident Manfred Schwabl, Co-Trainer Robert Lechleiter und Cheftrainer Arie van Lent.

20 Jahre nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga ist die SpVgg Unterhaching wieder viertklassig. Das 0:2 gegen Mannheim besiegelt den Abstieg. Vater und Sohn Schwabl ziehen schonungslos Bilanz.

Unterhaching - Der erfolglose Trainer Arie van Lent nahm den Abpfiff mit stoischer Miene hin, Vater und Sohn Schwabl redeten anschließend Klartext. Um 20.51 Uhr am Mittwochabend war der bittere Abstieg der SpVgg Unterhaching aus der 3. Fußball-Liga besiegelt - und das schon am 35. Spieltag. 0:2 gegen Waldhof Mannheim prangte in riesigen Lettern auf der Anzeigetafel. Das Team, das Markus Schwabl als Kapitän anführte, hatte sich aber schon vorher aufgegeben.

„Die Tabelle lügt am Ende leider nicht“, sagte der 30-Jährige im leeren Hachinger Sportpark. „Wenn du Letzter bist und drei Spieltage vor Ende abgestiegen bist, dann hat nicht nur das Glück gefehlt, sondern auch die Qualität“, kommentierte Schwabl junior. Er könnte „noch hundert Sachen aufzählen“, die gefehlt hätten, um den tiefen Sturz in die Viertklassigkeit abzuwenden. „Wenn du absteigst, dann hat alles gefehlt“, resümierte Markus Schwabl schonungslos.

Sein Vater Manfred Schwabl, der Präsident und erfolgreiche Ex-Profi, blickte ähnlich deprimiert auf die Gegenwart, wagte aber auch schon einen Ausblick in eine wieder bessere Zukunft. „Vielleicht haben wir die Watschn gebraucht, damit wir uns wirklich auf die ureigensten Stärken besinnen. Das heißt Nachwuchs, das heißt Zusammenhalt, alle an einem Strang ziehen“, sagte der 55 Jahre alte Ur-Bayer, der als Spieler für den 1. FC Nürnberg, FC Bayern und 1860 München auflief.

Mannheims Rafael Garcia beförderte die Hachinger mit einem Doppelpack aus dem Profifußball. „Unsere Chancen standen schon vor dem Spiel nicht gut, aber solange es rechnerisch möglich ist, versucht man alles“, sagte Trainer van Lent: „Am Ende hat es nicht gereicht.“ Nicht bei ihm, nicht bei der Mannschaft, auch nicht beim Verein.

Seit 2012 führt Manfred Schwabl diesen als Präsident. Ziel war eigentlich immer die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Als Corona den Fußball im Frühjahr 2020 stoppte, standen die Hachinger noch aussichtsreich auf Platz drei. Ein Baustein für den Aufstieg sollte genau in dieser schwierigen Zeit der Börsengang sein. Die Haching-Aktie ging für acht Euro an den Start, schoss fast auf 15 Euro hoch, inzwischen ist sie eingebrochen. Die Kalkulation ging nicht auf - Regionalliga-Alptraum statt Zweitliga-Träumerei.

2015 erlebte Manni Schwabl schon einen Abstieg aus der 3. Liga. Zwei Jahre dauerte es bis zur Rückkehr. Die Marschroute des Präsidenten soll nun wieder lauten, mehr auf den Einsatz von „gut ausgebildeten, jungen, hungrigen, charakterstarken Spielern“ aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum zu setzen.

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