Die nächste Jugendwelle

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Kapitän der U19: Jannis Turtschan feierte sein Startelf-Debüt bei den Profis.

Bei der SpVgg Unterhaching steht die nächste Generation bereit.

Unterhaching – Bei seinem ersten Profi-Einsatz überhaupt stand er gleich in der Startelf – und spielte, im wahrsten Sinne des Wortes, solange ihn die Füße trugen. Das war bis zur 77. Minute. Dann lag Jannis Turtschan mit Krämpfen auf dem Rasen, wurde ausgewechselt, bekam von Trainer Claus Schromm aber dennoch ein Extra-Lob. Der 18-jährige Kapitän der Unterhachinger U19, im Drittliga-Match der SpVgg am Mittwoch gegen Magdeburg als rechter Verteidiger eingesetzt, hatte in der Defensive zwar nur wenig zu tun und auch offensiv wenig Drittliga-Niveau als Gegenwehr auf seiner Seite, kann sich nun aber als festes Kadermitglied bei der SpVgg weitere Spielpraxis verdienen. Auch über die Corona-Saison hinaus: Gestern verlängerte der Verein Turtschans Vertrag bis 2022.

„Jannis hat nicht zuletzt in der vergangenen Partie gezeigt, dass er absolut Potenzial hat“, sagt SpVgg-Präsident Manfred Schwabl, „zudem hat er viel Herz und Leidenschaft und bereits im Nachwuchsbereich bewiesen, dass er weiß, was es bedeutet, als Kapitän voran zu marschieren. Deshalb freut es mich sehr, dass wir den Weg gemeinsam weitergehen.“ Turtschan kam 2017 nach Unterhaching, zuvor war er sechs Jahre im Nachwuchs von Red Bull Salzburg ausgebildet worden. Geboren ist er in Garching an der Alz im Landkreis Altötting und damit „einer aus der Region“, wie Haching seine Spieler als bodenständige oberbayerische Fußball-Marke so gerne in den eigenen Reihen sieht.

Am heutigen Samstag im Derby gegen den TSV 1860 wird der Nachwuchsmann wahrscheinlich wieder aus dem Kader rutschen, allerdings ist am Ende einer Saison, in der es für die Hachinger nur noch um die Goldene Ananas geht, noch mit ein paar Einsatzminuten zu rechnen. Zum Beispiel am Mittwoch im letzten Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena. Die Thüringer sind als schlechtestes Drittliga-Team aller Zeiten längst abgestiegen und haben schon ihren Umbruch eingeläutet: Altes Personal aus dem Kader geworfen, junge Leute zur ersten Mannschaft geholt, in der werden sie schließlich kommende Saison in der Regionalliga das Rückgrat bilden. So kann auch Hachings Coach Claus Schromm vor dem großen Saisonfinale kommenden Samstag bei Aufstiegskandidat Duisburg den etablierten Kräften noch einmal eine Pause gönnen und junge Leute spielen lassen.

Vergangenen Mittwoch feierte auch Stürmer Dominik Bacher aus der U19 sein Profi-Debüt, er durfte als Einwechselspieler noch rund 30 Minuten Drittliga-Luft schnuppern – ein tolles Geschenk fünf Tage nach seinem 18. Geburtstag. Deniz Haimerl (17) saß erstmals auf der Bank, musste auf einen Einsatz aber noch warten. Gut möglich, dass alle drei gegen Jena auf den Platz dürfen.  ca

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