Tabellenschlusslicht feiert 2:0-Sensationserfolg gegen Spitzenreiter der Dritten Liga

Haching schaltet Dresden den Dynamo ab

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Endlich wieder Grund zum Jubeln: Torschütze Stephan Hain und Flankengeber Markus Schwabl umarmen sich nach dem 1:0.

Dieser Sieg kann Kräfte freisetzen – leider kommt er wahrscheinlich einen Monat zu spät.Völlig überraschend hat Drittliga-Schlusslicht SpVgg Unterhaching gestern Nachmittag gegen Tabellenführer Dynamo Dresden gewonnen.

Unterhaching– 2:0 hieß es nach 90 Minuten, und das nicht einmal unverdient. Zunächst wehrten sich die Hachinger erfolgreich gegen die spielerisch reifere Gäste-Elf, dann war endlich einmal das Glück auf ihrer Seite, schließlich kauften sie dem haushohen Favoriten mit tollem kämpferischen Einsatz den Schneid ab. Am Ende war die SpVgg dem dritten Tor sogar näher als Dynamo dem Anschlusstreffer.

„Wir haben Leidenschaft gezeigt, alles rausgehauen und verdient gewonnen“, fand Trainer Arie van Lent erleichtert. Das musste auch Dynamo-Coach Markus Kauczinski zugeben: „Es war verdient. Wir sind 20 Minuten gut im Spiel gewesen, haben dann aber den Faden verloren.“ „Völlig verdient gewonnen“, urteilte auch Hachings Kapitän Markus Schwabl, der zugab, „heute früh schon ein Bauchgefühl gehabt zu haben, dass wir das Spiel gewinnen. Geglaubt hat keiner an uns, außer wir selber. Wir haben hinten gut verteidigt, vorne zwei gemacht, dann gewinnst du halt auch mal ein Spiel.“

Dresden begann die Partie im Sportpark im Stile einer Spitzenmannschaft und kam auch zu den ersten beiden Großchancen. Stefaniak scheiterte jedoch zweimal an SpVgg-Keeper Jo Coppens (15. und 22.). Als sich die Gastgeber gegen Ende der ersten Halbzeit endlich aus dem Druck befreien konnten, sorgte Stephan Hain für die Führung. Nach einer Flanke von Markus Schwabl köpfte der nach langer Pause endlich wieder genesene Stürmer zum 1:0 ein. „Das Tor hat uns gutgetan“, meinte van Lent, „und es ist für uns ein anderes Spiel, wenn Stephan dabei ist. Mit ihm sind wir eindeutig stärker.“

Das schon vorentscheidende 2:0 besorgte Christoph Greger per Foulelfmeter in der 56. Minute, nachdem Königsdörffer den gestern frech aufspielenden Hachinger Verteidiger Jannis Turtschan (19) im Strafraum von den Beinen geholt hatte. Und hier war das Glück endlich einmal auf Unterhachinger Seite. Dynamo-Schlussmann Broll hatte die Ecke beim Strafstoß geahnt und war auch dran, der platzierte Ball schlug trotzdem im rechten Eck ein.

Danach agierte der Spitzenreiter überraschend planlos, die SpVgg dagegen witterte die Chance zum dritten Tor. Die beste Gelegenheit vergab Patrick Hasenhüttl zwölf Minuten vor Schluss, als er nach Vorarbeit von Niclas Anspach volley übers Tor der Gäste schoss.

„Ich hatte auch das Gefühl, dass wir 20 Minuten nicht im Spiel waren“, sagte van Lent nach dem Abpfiff, fand aber durchaus positive Ansätze im Vergleich zu den unbefriedigenden vergangenen Wochen: „Bei den Standards ist diesmal nichts angebrannt, was sonst unsere Schwäche war.“ Hachings Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt nur noch, aber sieben Spieltage vor Saisonende eben immer noch sechs Punkte. Immerhin konnte die SpVgg die Ausrutscher der Konkurrenz mit dem unerwarteten Dreier verkürzen – neue Hoffnung im Abstiegskampf, die vermutlich aber einfach zu spät kommt. „Dieser Sieg gibt uns ein bisschen mehr Ruhe nächste Woche“, glaubt Hachings Chefcoach, „der Glaube ist wieder mehr geworden, wir gehören wieder mit dazu. Vielleicht sind wir für eine Überraschung gut, abgestiegen sind wir noch nicht.“ Das bestätigte auch der Kapitän: „Wenn wir früher angefangen hätten, so zu spielen, würden wir anders dastehen“, so Schwabl, „aber abgeschrieben habe ich uns definitiv noch nicht. Wer aufgeben will, darf das sehr gerne machen, aber den will ich morgen nicht mehr auf dem Trainingsplatz sehen.“

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