Schusstraining gegen die Torflaute

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In der vergangenen Saison gewann die SpVgg Unterhaching in Halle mit 5:3. Dreifacher Torschütze damals: Dominik Stroh-Engel.

SpVgg Unterhaching: Schusstraining gegen die Torflaute.

Unterhaching – Nur den restlichen Abend über wirkte die Derby-Niederlage gegen 1860 München am Montag nach, versicherte Arie van Lent, dann drängte sich schon die Freude auf das nächste Spiel nach vorne. Der Trainer der SpVgg Unterhaching hat derzeit auch andere Baustellen, als sich über prestigeträchtige Pleiten gegen Lokalrivalen zu grämen. Die Stürmer treffen nicht – und deswegen stimmen die Ergebnisse nicht. Da war das Derby nur ein weiterer Akt.

Von inzwischen bereits drei in Folge. Dreimal ging die SpVgg in der Dritten Liga als Verlierer vom Platz, blieb zuletzt zweimal ohne Tor und hat nun insgesamt nach sieben Spieltagen mit sechs Treffern eine der schwächsten Tor-Bilanzen der Liga. Das Abrutschen auf Tabellenplatz 13 mag zu einem frühen Zeitpunkt der Saison noch wenig Aussagekraft besitzen und keine Sorgenfalten produzieren. „Wenn man aber kein Tor schießt, kann man auch kein Fußballspiel gewinnen“, sagte van Lent. Übrigens schon vor einer Woche.

Dass ihn das ärgert, gab Hachings Coach nun zu. „Natürlich“, sagte er und nannte das Beispiel 1860: „weil wir unsere Chancen hergeschenkt haben. Und das war spielentscheidend. Wir hatten ja Chancen. Aber so war es eben ein klares 2:0 für Sechzig.“ Das Problem, das er als ehemaliger Bundesliga-Stürmer selbst genau kennt: Es gibt kein Patentrezept, die Torflaute abzustellen. Außer natürlich, im Training schießen, schießen, schießen und hoffen, dass dann auch im Spiel mal ein Ball ins Tor fliegt. Und sei es etwas unkoordiniert, wie es Sascha Mölders beim 2:0 für die Löwen praktizierte. Die Kugel wurde abgefälscht und rauschte ins Tor. Beim 1860-Kapitän läuft es, da klappt auch so was. Bei Hachings Angreifern derzeit nicht.

Im Training, versichert van Lent nun vor dem Auswärtsspiel in Halle am Samstag (14 Uhr), sei von der Abschlussschwäche nichts zu sehen. Da legen die Stürmer sogar Extra-Schichten ein. „Sie trainieren extrem Abschlüsse, um wieder das Gefühl zu bekommen. Und im Training treffen sie besser. Aber sie wissen natürlich, dass sie im Spiel unglücklich sind.“ Die Kritik sei „angebracht“, findet der Holländer, der dennoch weiß, dass Lamentieren nicht weiterhilft. Bevor die Flaute zur Kopfsache wird.

Gut möglich, dass nun in Halle anderes Personal die Chance bekommt, die Torlosigkeit zu beenden. Patrick Hasenhüttl, zuletzt als Mittelstürmer gesetzt, macht mehr und mehr eine unglückliche Figur. Felix Schröter, vergangene Saison Stammkraft an vorderster Front, sorgte bei seinen Einwechslungen sichtbar für Belebung. Und Sturm-Haudegen Dominik Stroh-Engel scharrt ohnehin mit den Hufen und ist mit der Jokerrolle nie glücklich. Er war vergangene Saison trotz Teilzeit-Engagement bester Torschütze und ist mit Statur und Erfahrung eine ganz andere Erscheinung als seine Kollegen. „Wir müssen über alles mal nachdenken“, ließ van Lent durchblicken. Hasenhüttl und auch Mittelfeldmann Moritz Heinrich könne er zum Beispiel „nicht vorwerfen, dass sie nicht fleißig sind. Aber das ist eben nicht alles“.

Das letzte Match in Halle im Februar war übrigens ein Tor-Spektakel: Haching gewann 5:3. Dreifach-Torschütze damals: Dominik Stroh-Engel. In einem seiner wenigen Einsätze in der Startelf.

SpVgg Unterhaching: Mantl – Schwabl, R. Müller, Greger, Dombrowka – Fuchs, Grauschopf – Marseiler, Hufnagel, Anspach – Stroh-Engel (Schröter).

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