Haching: Die übliche Rückrundenkrise

Bis zum bitteren Ende: Schwabl hält an Trainer van Lent fest

Arie van Lent steht hinter einem Tor und schaut kritisch.
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Auch er ist machtlos gegen den Rückrunden-Komplex: Haching-Coach Arie van Lent.

Der Transfer von Nico Mantel zu RB Salzburg rettet die SpVgg Unterhaching wirtschaftlich. Sportlich bleibt dies die Aufgabe von Arie van Lent. Präsident Manni Schwabl stellt klar: Am Trainer wird „nullkommanull“ gerüttelt.

Sechs Spiele, fünf davon verloren. Das neue Jahr beginnt für die SpVgg Unterhaching wie so viele zuvor. Rückrunden sind Krisenzeiten am Sportpark. Durch das unglückliche 0:1 in Lübeck ist das Team von Arie van Lent unter den Strich gerutscht, doch auch das ist typisch Haching: Am Trainer wird nicht gerüttelt. „Nullkommanull“, wie Manni Schwabl gestern betonte.

  Eine spontan einberufene Skype-Konferenz nahm der Präsident zum Anlass, den Zusammenhalt bei der SpVgg zu beschwören. Sein Motto bis Saisonende laute: Schulterschluss. „Da könnt’s mich in ein, zwei oder vier Wochen wieder fragen, meine Antwort wird immer die gleiche sein: Wir ziehen das gemeinsam durch.“ Notfalls, legen seine Worte nahe, bis zum bitteren Ende.

  Schwabl erweckt nicht den Eindruck, als würde ihn der drohende Abstieg in die Regionalliga aus der Ruhe bringen. Sein Augenmerk liege darauf, das „mittelständische Unternehmen“ Haching zu retten, die Arbeitsplätze, die Jugendarbeit, die Perspektive als Sportverein. Wäre der Profibetrieb am Ende das Opfer, würde er das bedauern, aber wegen der coronabedingten Umstände in Kauf nehmen.

Und Aktien konnte er zuletzt auch keine verkaufen: Manni Schwabl und die SpVgg Unterhaching leiden unter der Coronakrise.

  Die aktuelle Lage skizziert Schwabl so: „Wir haben null Einkünfte und konnten auch keine Aktien mehr verkaufen.“ Seine Aufgabe sei es, „das Schiff auf Kurs zu halten. Das Spiel Elf gegen Elf ist nicht das Wichtigste – ob das dem ein oder anderen Fan passt oder nicht.“ Immerhin: Der Transfer von Torhüter Nico Mantl, 20, seit gestern fix, bewahrt den Vorstadt-Börsenclub vor größerem Übel; Schwabl bestätigt eine siebenstellige Summe plus möglicher Nachschläge. „Wirtschaftlich“, gibt er zu, „wäre es sonst, sehr eng geworden.“

Wir müssen ab sofort Zähne zeigen.

Haching-Präsident Manni Schwabl.

  Auch sportlich gibt es wenig Lichtblicke. Schwabls Gefühl sagt, dass das Knie von Torjäger Stephan Hain, 32, keinen Profifußball mehr zulässt: „Das wäre brutal für uns.“ Gefreut hat ihn dafür das Drittligadebüt des erst 16 Jahre alten Fynn Seidel: „Da geht mir das Herz auf.“ Mit Blick auf die Schneidezahnfraktur seines Sohnes Markus sagt er: „Wir müssen ab sofort Zähne zeigen.“

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