SpVgg setzt mit 4:1-Erfolg in Mannheim ein dickes Ausrufezeichen

Seltene Hachinger Torflut macht Hoffnung

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Unbändige Freude der Torschützen: Moritz Heinrich (1:0; l.) und Luca Marseiler (4:1) überzeugen mit starken Leistungen beim Hachinger Sieg in Mannheim.

Zweiter Sieg in Folge, im siebten Anlauf endlich der zweite Auswärtssieg, zum ersten Mal in dieser Spielzeit mehr als zwei Tore in einem Spiel erzielt: Die SpVgg Unterhaching hat am Dienstag mit dem 4:1 beim SV Waldhof Mannheim ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und sich in der Tabelle weiter Luft zu den Abstiegsplätzen verschafft.

Unterhaching „Heute kann ich sehr zufrieden sein“, sagte Trainer Arie van Lent, „wir haben wirklich sehr überzeugend Fußball gespielt und viele Tore geschossen, das ist selten bei uns.“ Mit dem letztlich hochverdienten Sieg und der bisher besten Saisonleistung fiel ein weiteres großes Stück Last der zurückliegenden mageren Wochen von den Hachingern ab.

Auch von einzelnen Akteuren. Wie Moritz Heinrich, der mit dem 1:0-Führungstreffer endlich sein erstes Saisontor erzielte und eine lange Durststrecke beendete. Auf den Tag genau ein Jahr zuvor war ihm gegen Duisburg sein bis dahin letzter Treffer in der Dritten Liga gelungen. Nach seiner starken Premierensaison im Trikot der SpVgg 2019/20 mit 31 Startelf-Einsätzen und je sieben Toren und Assists war auch der 23-jährige Mittelfeldspieler einer jener Kicker mit Leistungsknick, die van Lent von einer Stammkraft zum zwischenzeitlichen Ersatz gemacht, damit aber wie auch bereits im Fall Luca Marseiler erfolgreich mehr Engagement und Leistung herausgekitzelt hatte.

„Für Moritz Heinrich hat es mich heute besonders gefreut, er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und auch seine Torflaute beendete“, lobte van Lent den Torschützen zum wichtigen 0:1. „Das fühlt sich sehr gut an“, beschrieb Heinrich seine Gefühlswelt, „ich habe lange nicht getroffen. Ich bin froh, dass der Knoten geplatzt ist. Es ist ein richtig schönes Gefühl, mal wieder was beizutragen.“ Seinen in der vergangenen Saison noch fixen Stammplatz hatte er unter van Lent im November verloren, für vier Partien war er nur noch als Joker im Kader. Jetzt die erfolgreiche Rückkehr.

Die war auch Luca Marseiler gelungen, eine nachhaltige Steigerung, wie sich nun herausstellt. Der 23-Jährige war im Oktober für zwei Wochen aus dem Kader geflogen, kehrte zurück, spielte bei seiner Rückkehr stark, schoss beim 2:1-Heimsieg gegen Wehen Wiesbaden das Siegtor und legte nun in Mannheim nach. Sein 4:1 in der zweiten Halbzeit war der Deckel auf die Partie. Die übrigen Treffer fielen allesamt in der ersten Hälfte. Defensivmann Paul Grauschopf war da eine weitere Hauptfigur. Er bereitete Heinrichs Führungstor vor und legte sieben Minuten später das 2:0 selbst nach. Die ersten beiden Scorerpunkte für den 22-Jährigen, der sich auf der wichtigen Sechser-Position in Abwesenheit von Routinier Dominik Stahl zur Stammkraft gemausert hat.

Hachings Tor Nummer drei, mit dem die SpVgg kurz vor der Pause auf den Mannheimer Anschlusstreffer geantwortet hatte, erzielte Niclas Anspach. Auch er schreibt in dieser Saison seine persönliche Erfolgsgeschichte. Das Hachinger Eigengewächs schaffte den Sprung in die Stammelf und traf bereits zum dritten Mal.

Alles in Butter also bei der SpVgg – zumindest für den Moment. Denn noch ist der Abstand nach unten nicht beruhigend groß. Dass die Mannschaft nach dem 4:1 in der 58. Minute einen Gang zurückschaltete und das Spiel austrudeln ließ, wollte Chefcoach van Lent diesmal allerdings nicht kritisieren: „In den letzten 20 Minuten haben wir viel hintenrum gespielt, aber das war für mich in Ordnung. So haben wir ein bisschen Energie gespart.“ Im letzten Spiel des Jahres am Samstag gegen den gerade wiedererstarkenden FC Bayern II können die Hachinger diese Energie sicher gut brauchen. Mit einem weiteren Erfolg wäre die Zwischenbilanz gerettet – und die Weihnachtspause in aller Ruhe zu genießen.

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