SpVgg Unterhaching verliert am Betzenberg auch das dritte Spiel der englischen Woche

Das Thema Klassenerhalt ist erledigt

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Der Blick geht nach unten: Unterhachings Präsident Manfred Schwabl hängt nach Spielschluss seinen Gedanken nach.

Es ist folgendes Zitat von Unterhachings Cheftrainer Arie van Lent, das als Fazit des Wochenendes reicht: „Wenn wir alle drei Spiele verlieren, brauchen wir uns über die Dritte Liga keine Gedanken mehr zu machen.“ Das sagte van Lent am Freitag vor einer Woche. Seit Samstagnachmittag ist klar: Haching hat alle drei Spiele der Englischen Woche verloren und kann die Saison abhaken.

UnterhachingDer Klassenerhalt auf den letzten Metern ist nun nur noch Utopie. Der Rückstand zum rettenden Ufer ist noch größer geworden, und weil auch das Glück einfach gar nicht mehr auf die Seite der SpVgg zurückkehren will, ist nun auch das letzte Fünkchen Hoffnung gestorben.

„Wir werden nicht aufstecken“, sagte der verletzte Dominik Stahl, der den Todesstoß durch das 2:3 beim 1. FC Kaiserslautern am Samstag als Co-Kommentator beim Bayerischen Fernsehen erlebte, „aber wenn man die Lage realistisch einschätzt, ist der Klassenerhalt noch unrealistischer geworden. Es sind nicht nur viele Punkte Rückstand, sondern halt auch viele Mannschaften, die vor uns stehen.“ Mittelfeldspieler Moritz Heinrich schätzte die Lage ebenso trist ein: „Die Chancen gehen jetzt gegen null.“ Van Lent schließlich war anzusehen, dass er nach der 22. Saisonpleite im 34. Spiel an das trotzdem noch einmal erwähnte „letzte Fünkchen Hoffnung“ selbst nicht mehr glaubt. Das Thema Klassenerhalt ist erledigt, ab sofort kann man sich im Sportpark umfänglich auf die Vorbereitung der Regionalliga-Saison 2021/22 konzentrieren.

Immerhin einen positiven Aspekt förderte die Niederlage auf dem Betzenberg zu Tage: Die Mannschaft lebt noch. Nach dem peinlich leblosen 0:2 gegen Türkgücü war das in Frage gestanden. Auch am Samstag aber leider nicht über 90 Minuten und leider zu kurz, deswegen ging der Sieg der ebenfalls noch in Abstiegsnot steckenden Lauterer auch in Ordnung. In der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber ein klares Chancenplus, Haching war lange überhaupt nicht in der Partie. Bevor Hercher in der 32. Minute die Führung erzielte, hatte der FCK schon vier gute Chancen inklusive einem Lattentreffer verbucht. Heinrich hätte eine Minute vor dem 1:0 mit einem Pfostentreffer fast den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, das war die erste Offensivszene der SpVgg nach über einer halbe Stunde.

Danach wurde die Partie äußerst turbulent, wozu auch die Gäste ihren Teil beitrugen. Drei Minuten nach dem Tor fasste sich Heinrich ein Herz und traf mit einer Einzelaktion zum Ausgleich. Praktisch im Gegenzug passte die SpVgg aber hinten nicht auf, ließ Rieder flanken und Hlousek köpfen – 2:1. Wieder nur eine Minute später schoss Sessa an den Pfosten.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte Kaiserslautern gleich drei gute Chancen, doch die SpVgg war nun engagiert dabei. Der eingewechselte Boipelo Mashigo scheiterte knapp (70.), in der gleichen Minute köpfte Niclas Stierlin knapp vorbei, nach Mashigos Flanke köpfte Stephan Hain in der 77. Minute das verdiente 2:2. Weil Felix Göttlicher dann aber kurz vor dem Ende Huth leicht am Trikot zupfte, gab es Elfmeter und den Lucky Punch für die Platzherren: Pourié verwandelte zum 3:2.

„Wir haben aber eine gute Reaktion gezeigt, aber die erste Halbzeit auch verpennt“, sagte Moritz Heinrich, „das ist uns leider schon oft passiert. Das Spiel heute war ein Spiegelbild der kompletten Saison, irgendwie fehlen mir da die Worte.“ Und auch van Lent musste zugeben: „Wir haben dem Gegner bis zum Ende alles abverlangt und uns selbst am Leben gehalten, sind aber für eine ordentliche Leistung nicht belohnt worden. Der Elfmeter war ein bisschen dumm, aber am Ende ist es für Lautern sicher auch verdient.“

Ebenso wie der letzte Tabellenplatz für sein Team und der Abstieg der SpVgg aus der Dritten Liga. Unterm Strich reicht es einfach zu oft nicht – zu wenig für den Klassenerhalt.

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