Es ist wieder Derbyzeit bei den Münchner Drittligisten

SpVgg Unterhaching: Schwarze Serie gegen TSV 1860 München soll heute reißen

Eine volle Hütte wie beim Derby im Dezember 2019 wird es diesmal wegen Corona nicht geben.
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Eine volle Hütte wie beim Derby im Dezember 2019 wird es diesmal wegen Corona nicht geben.

Arie van Lent und seine Männer wollen die schwarze Serie gegen die Löwen beenden. Hierfür benötigt es eine Topleistung der Hachinger vor eventuell 1425 Zuschauern.

  • Die SpVgg Unterhaching empfängt am Montag den TSV 1860 München zum Derby.
  • Arie van Lent will mit seinem Team nicht als Aufbaugegner für die Löwen fungieren.
  • Das letzte Heimspiel gegen die Sechziger haben die Hachinger in schmerzhafter Erinnerung.

Unterhaching – Die Corona-Pandemie nimmt dem Drittliga-Derby zwischen den SpVgg Unterhaching und dem TSV 1860 München heute Abend ziemlich viel Brisanz. Das Nachbarschafts-Duell war oft hitzig, allerdings immer befeuert durch eine große Kulisse im Stadion. Das wird an diesem Montag (Anstoß 19 Uhr) beim Aufeinandertreffen zum Abschluss des siebten Spieltag anders sein. Ob ohne Publikum gespielt wird, wie angesichts der Infektionszahlen im Landkreis zu befürchten, oder doch mit: Die Stimmung müssen die Mannschaften auf dem Platz selbst machen. Stand Sonntag waren noch 1425 Fans zugelassen, die Karten sind verkauft. Sollte das Landratsamt heute die Ampel für Besucher doch noch auf Rot schalten, informiert die SpVgg aktuell über die sozialen Medien und die Vereins-Homepage.

SpVgg Unterhaching: Schwarze Serie soll heute enden

Was an Brisanz dennoch schon im Vorfeld mitschwingt: Die Hachinger wollen endlich eine schwarze und schmerzhafte Serie gegen die Löwen beenden – und die Blauen von der Grünwalder Straße gegen den „kleinen“ Nachbarn auf keinen Fall verlieren, sieht man sich im Reich des Traditionsklubs doch trotz aller aktuellen Umstände im Verein als für die Fußball-Landschaft in und um München als wesentlich bedeutender.

Sportlich liegen die beiden Kontrahenten derzeit wenig auseinander. Stark in die Saison gestartet, zuletzt mit empfindlichen Dämpfern, im Mittelfeld der Tabelle beheimatet. Wobei 1860 nach sechs Spieltagen noch an die Aufstiegsregion hinschnuppert, Unterhaching sich dagegen in eine solche Ausgangslage nach zwei Niederlagen in Folge erst wieder hinarbeiten muss.

Arie van Lent: „Derby der Gefrusteten“

Für den neuen SpVgg-Trainer Arie van Lent, dem die Bedeutung des Münchner Nachbarschaftsduells bisher nur mit Erzählungen angetragen wurde, ist es heute Abend deshalb „ein Derby der Gefrusteten“. Nach dem vierten Spieltag vor zwei Wochen lagen die Löwen auf Platz eins der Tabelle, Haching auf Rang zwei. Damals blickte man mit ganz anderen Erwartungen auf das heutige Duell voraus. „Wenn man neun bzw. zehn Punkte aus vier Spielen holt, darf man sich schon als Spitzenteam bezeichnen“, findet der Holländer, „jetzt hat sich das ein bisschen relativiert.“ Seitdem blieb sein Team zweimal ohne Punkte, die Löwen holten aus zwei Partien nur noch einen Zähler. „Insofern sind die Löwen in der Favoritenrolle, weil sie einen Punkt mehr geholt haben“, sagt van Lent. „Aber wir sind auch nicht depressiv, Verlieren gehört zum Fußball dazu. Unsere Saison ist insgesamt okay, wir haben eine sehr positive Tendenz. Wir wollen auf jeden Fall kein Aufbaugegner für 1860 sein.“

Um die Qualitäten des Gegners weiß van Lent. „Eine gute Mannschaft, unheimlich aggressiv und mit einen Mittelstürmer mit einem ganz anderen Kaliber, der Stress macht, und das nicht nur fußballerisch.“ Gemeint ist Sascha Mölders, 35-jähriger Oldie bei den Löwen, aber in seinem x-ten Frühling immer noch der gefährlichste Angreifer und mit drei Toren auch in dieser Saison schon wieder der beste Torschütze. „Seine sportlichen Qualitäten sind klar“, sagt van Lent, „er hat einfach diesen Torriecher.“ Den hatte Mölders auch im letzten Derby im Sportpark im Dezember 2019, bei dem er zweimal traf, den dritten Treffer vorbereitete und das er mit seinem Tor zum 3:2 in der Nachspielzeit entschied. Eine Niederlage, die bis heute in Haching nachwirkt.

SpVgg Unterhaching: Sascha Mölders in schlechter Erinnerung

Das, wie gesagt, kann van Lent nur nachlesen und sich erzählen lassen. Von negativen Erlebnissen und Ergebnissen beeinflussen lassen will er sich nicht, ging deswegen auch Präsident Manfred Schwabl aus dem Weg, bevor der auf die Idee einer Extra-Prämie für einen Derby-Sieg kommen konnte. „Die Löwen sind gut, aber nicht überragend“, sagt er, „sie haben ihre Schwächen, und die kennen wir.“ Stattdessen empfindet Hachings neuer Chefcoach „absolute Vorfreude“ auf das Spiel, „für mich ist es ein unbekanntes Derby, aber ich habe viel gehört, dass es etwas Besonderes ist, also freue ich mich drauf. Wenn möglichst viele Zuschauer zugucken dürften, wäre es umso schöner.“

Und neben der Derby-Vergangenheit ist van Lent auch positiv gestimmt, was den aktuellen Leistungsstand seines Teams angeht. Zwar kassierte die SpVgg zuletzt zwei Niederlagen, das jüngste 0:1 gegen Duisburg allerdings trotz großer Überlegenheit, das 1:2 beim aktuellen Tabellenführer Saarbrücken zuvor durch einen Treffer in der Nachspielzeit. „Wir haben im Moment zwei Spiele nicht gewonnen, aber da viele Chancen liegenlassen. Wir werden weiter Fußball spielen wie zuletzt, die Art und Weise war gut, wir waren spielbestimmend. Wir haben es halt versäumt, Tore zu schießen.“ Der Plan für heute ist deswegen einfach: „Ich hoffe, wir haben mal weniger Chancen, schießen aber mehr Tore.“

SpVgg: Mantl – Schwabl, R. Müller, Greger, Dombrowka – Fuchs, Grauschopf – Heinrich, Hufnagel, Marseiler – Hasenhüttl.

Schwabl über die Löwen: „Gut, aber nicht überragend“

(CHRISTIAN AMBERG)

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