Sportlicher Leiter des Fußball-Drittligisten nimmt sich Auszeit bis zum Sommer

Vor Abstiegskracher gegen Uerdingen: Claus Schromm tritt zurück

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Schweigen in Haching: Claus Schromm äußert sich am Freitag nicht zu den Gründen für seinen Rücktritt.

Sportlich läuft es mehr als unrund bei der SpVgg Unterhaching, der Klassenerhalt in der Dritten Liga hängt am seidenen Faden. Jetzt knirscht es in der vordergründig so heilen Welt im Sportpark aber auch hinter den Kulissen der Ersten Mannschaft. Claus Schromm trat am Freitag überraschend von seinem Posten als Sportlicher Leiter zurück – vorerst, wie es offiziell heißt. „Es stimmt, er hat um eine Auszeit bis zum Ende der Saison gebeten“, bestätigte Präsident Manfred Schwabl.

Unterhaching– Die knappe Meldung vom frühen Nachmittag war nur drei Zeilen lang. Schromm habe den Verein um eine Auszeit bis zum Sommer gebeten, diesem Wunsch wurde entsprochen. „Nach der Saison werden wir uns zusammensetzen und die weitere Zukunft besprechen“, wurde Schwabl zitiert. Schromm selbst wollte sich am Freitag auf Nachfrage nicht zu den Gründen für seinen Rücktritt äußern. Auch vom Präsidenten gab es keine weiteren Erklärungen.

Dass der sportliche Niedergang Risse in die heile Unterhachinger Fußball-Welt gegraben hat, ist naheliegend. Am Ende der vergangenen Saison erst hatte Schromm sein Amt als Cheftrainer des Drittliga-Teams abgegeben. Vorangegangen war wieder einmal eine schwache Rückrunde, die die SpVgg trotz höherer Ziele an den Rand des Abstiegskampfes geführt hatte. Der 51-Jährige war zuvor seit 2012 im Verein als Trainer, 2014 bereits für ein halbes Jahr als Sportlicher Leiter und ab März 2015 wieder als Chefcoach tätig gewesen. 2017 feierte er die Rückkehr in die Dritte Liga und war auch beauftragt, den Aufstieg in die Zweite Liga zu realisieren. Im April vergangenen Jahres, mitten in der Corona-Pause, hatte er seinen Vertrag bis 2023 verlängert. Im Sommer kam es dann aber zum Rückzug aus dem Trainerteam, seinen Nachfolger Arie van Lent hatte Schromm danach noch selbst mit ausgesucht.

Der konnte die Tendenz allerdings nicht wieder nach oben richten. Die sportliche Talfahrt seit Januar ist in Unterhaching beispiellos. Seit den Nachholspielen dieser Woche ist Haching wieder Tabellenletzter und hat mit fünf Punkten Rückstand auf den rettenden 16. Platz schlechte Karten im Kampf um den Klassenerhalt. Der Partie am Samstag (14 Uhr) gegen den KFC Uerdingen, der auf ebendiesem ersten Nichtabstiegsplatz steht, kommt eine vorentscheidende Bedeutung bei.

„Die Ausgangssituation ist nicht optimal“, sagt van Lent, „eine Niederlage ist absolut verboten. Wir müssen dieses Spiel gewinnen und werden alles dafür tun.“ Ein Sieg allerdings kann nur vorübergehend die Stimmung heben, das bewies schon das vorangegangene Heimspiel gegen Halle. Da beendete die SpVgg mit einem 3:0 ihre Serie von zwölf Spielen ohne Sieg mit nur zwei Unentschieden. Eine Woche später war das 1:2 beim SC Verl dann aber wieder das Spiegelbild der Auftritte zuvor. Und weil nun während der Woche die Konkurrenten Duisburg, Lübeck und Uerdingen mit einem starken 4:0 in Meppen ihre Joker in Form von Nachholspielen nutzten, rutschte Haching wieder auf den letzten Platz.

„Wir können rechnen, mit zwei oder drei Siegen kommt man sicher nicht durch“, weiß van Lent, der nach wie vor Optimismus verbreitet: „Die Mannschaft hat den Glauben noch nicht verloren, diesen Eindruck habe ich nicht.“ Gelingt gegen Uerdingen kein Dreier, dürften allerdings weder Glaube noch Hoffnung auf ein weiteres Jahr Dritte Liga übrig bleiben.

SpVgg: Coppens – Schwabl, Göttlicher, Greger, Turtschan – R. Müller, Fuchs – Heinrich, Anspach, Marseiler – Stroh-Engel.

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