Haching geht als Letzter ins letzte Drittel

Wenigstes Dominik Stroh-Engel hat positive Erinnerungen an den Halleschen FC: Dem Hachinger Stürmer gelang gegen den Halleschen FC schon mal ein Viererpack. 

SpVgg Unterhaching vor dem Heimspiel gegen den Halleschen FC: Nur ein Wunder kann den Abstieg noch verhindern.

Unterhaching – Seit Mittwoch hat sich die Lage für die SpVgg Unterhaching in der Dritten Liga wie befürchtet noch weiter verschärft. Der 1. FC Magdeburg und das bisherige Schlusslicht VfB Lübeck gewannen ihre Nachholspiele und zogen in der Tabelle an den Hachingern vorbei.

Die SpVgg ist jetzt Letzter und hat die mit Abstand schlechtesten Karten im Kampf um den Klassenerhalt. Fünf Punkte Rückstand zum rettenden 16. Platz sind es nun, zudem ist das schlechtere Torverhältnis gegenüber dem derzeit dort platzierten 1. FC Kaiserslautern ein weiterer Minuspunkt. Noch immer haben zwei der Konkurrenten außerdem ein bzw. sogar drei Partien mehr auszutragen und somit weitere Chancen auf Punkte. Unterhaching muss nun also nicht nur Punkte aufholen und dabei auf Ausrutscher der übrigen Abstiegskandidaten hoffen, sondern hat nun auch noch die Hürde, vier Teams überholen zu müssen.

Es ist keine Schwarzmalerei, wenn man die Chance als äußerst düster bezeichnet, dass es auch nächste Saison Drittliga-Fußball im Sportpark zu sehen gibt. Aufgeben ist für Trainer Arie van Lent natürlich keine Option, auch wenn er die Lage vor dem Heimspiel gegen den Halleschen FC am Sonntag (13 Uhr) realistisch einschätzt. „Es ist lange gutgegangen, aber es war ganz klar, dass nicht ständig alle für uns spielen“, sagte er gestern, „aber wir geben nicht auf. Das letzte Drittel der Saison geht jetzt erst los, noch ist alles möglich.“ Aber auch van Lent weiß, dass ab sofort auch der psychische Nachteil klar auf seinem gebeutelten Team lastet: „Es ist kein gutes Zeichen, Letzter zu sein. Da weiß man schon, man hat es die letzten Monate nicht so gut gemacht. Es ist enorm wichtig, dass wir nach diesem Spieltag nicht mehr Letzter sind.“

Der Gegner spielt dabei keine Rolle mehr. „Egal, wer kommt, ob Halle, Dresden oder Magdeburg, wir müssen punkten, um aus dieser Situation rauszukommen“, sagt Hachings Chefcoach. Und er sieht seine Mannschaft dazu weiterhin „in der Lage“, wie er gestern betonte. Immerhin: Mut macht, dass die SpVgg selten komplett unterlegen und zuletzt im Derby beim TSV 1860 sogar lange spielbestimmend war. „Wir machen es teilweise gut, sind aber nicht effektiv“, erklärt van Lent, „aber wir brauchen natürlich Tore, um Spiele zu gewinnen. Am Ende ist Fußball ein Ergebnissport.“ Ein Punkt gegen Halle wäre nach inzwischen sieben Niederlagen in Folge und insgesamt schon elf Partien ohne Sieg definitiv zu wenig. Die Komfortzone, auch mal mit einem Teilerfolg neues Selbstvertrauen zu tanken, hat die SpVgg vor dem anstehenden 27. von 38. Spieltagen verlassen. „Wir dürfen nicht in eine Situation kommen, wo wir den Glauben verlieren. Dafür ist ein Punkt am Wochenende zu wenig“, stellt van Lent klar. Der Druck könnte größer nicht mehr sein vor den finalen Wochen der laufenden Spielzeit.

Ein leichter Hoffnungsschimmer am Horizont ist immerhin die sich nun langsam entspannende personelle Lage. Stürmer Patrick Hasenhüttl ist wieder im Training, ein Einsatz am Sonntag kommt aber noch zu früh. Dass der mit auch nur fünf Saisontreffern in 17 Einsätzen beste Torschütze der Hachinger die Offensivflaute urplötzlich beheben kann, ist aber eher ein Wunschtraum. Moritz Heinrich ist nach Gelbsperre wieder im Kader und eine Option für das kreative Spiel nach vorne.

Ganz sparen sollten sich die Hachinger den Blick auf die Statistik gegen Halle. Die Bilanz gegen den HFC ist in 13 Drittliga-Duellen negativ, zu Hause konnten die Hachinger sogar noch nie gegen den Traditionsklub aus Sachsen-Anhalt gewinnen. Der letzte Vergleich endete 0:3. Gute Erinnerungen an Halle hat Dominik Stroh-Engel, auf dem derzeit ja fast alle Sturmhoffnung ruht. Er feierte beim 5:3-Spektakel auswärts 2019 einen Tor-Viererpack. Am Sonntag würde ihm ein Treffer nach einem Monat Flaute wohl schon ganz guttun.

SpVgg Unterhaching: Coppens – Schwabl, Göttlicher, R. Müller, Turtschan – Fuchs, Greger – Marseiler, Anspach, Heinrich – Stroh-Engel.

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