Was bleibt, ist das Prinzip Hoffnung

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Der nächste Ausfall: Hachings Patrick Hasenhüttl muss eine Gelbsperre absitzen, zudem hat der Stürmer Knieprobleme. 

Die SpVgg Unterhaching vor dem Spiel beim 1. FC Kaiserslautern: Was bleibt, ist das Prinzip Hoffnung.

Unterhaching – Es ist wohl schon einige Wochen her, dass sich die Programmplaner des Bayerischen Fernsehens für die Live-Übertragung der Drittliga-Partie Kaiserslautern gegen Unterhaching an diesem Samstag entschieden haben. Man hatte vermutlich auf ein spannendes Duell im Abstiegskampf gezählt, das mehr Brisanz bereithält als etwa der zeitgleiche Aufstiegkampf des FC Ingolstadt (gegen Zwickau) oder der Löwen (in Mannheim). Dumm gelaufen, denn die Luft ist seit Mittwoch so gut wie raus.

Traditionsklub FCK, selbst noch in akuter Abstiegsnot auf Platz 17, kann der SpVgg schon den sportlichen Todesstoß versetzen, die Hachinger sich selbst mit einem Sieg kaum mehr Hoffnung auf ein weiteres Jahr Dritte Liga machen. Wer am Samstag um 14 Uhr also BR einschaltet, kann sich nur den nächsten Teil der Hachinger Abschiedstour anschauen. Das letzte bisschen Spannung ist eigentlich nur, ob sich das Team von Trainer Arie van Lent nun halbherzig seinem Schicksal ergibt oder nach dem desaströsen Auftritt gegen Türkgücü doch noch mal eine professionelle Einstellung zeigt.

Daran möchte der Cheftrainer nach wie vor glauben, auch wenn er gestern erneut eine „sehr schlechte Leistung“ am Mittwoch einräumte und auch die ungewöhnlich harsche Kritik des Präsidenten akzeptierte, „weil wir es echt schlecht gemacht haben“. Von seinen Spielern im Stich gelassen fühle er sich nicht, betonte van Lent, und jetzt die halbe Mannschaft auszutauschen „geht nicht“. Stattdessen verwies der Holländer darauf, dass sich „die Mannschaft in den letzten Wochen grundsätzlich vernünftig präsentiert hat“. Es gebe durchaus Spieler, „die sich mit anderen Dingen beschäftigt haben“, gestand er zwar, fordert aber dennoch: „Die Spieler müssen sich bis zum Ende beweisen.“

Van Lent bleibt auch dabei, die letzte kleine Chance nicht aus den Augen zu verlieren: „Wenn man noch eine gewisse Hoffnung hat, sollte man sie nutzen. Die Spiele haben immer noch eine gewisse Brisanz. Wir sind schon mal neun Punkte zurückgelegen, am Ende der Woche könnten es vier sein. Wir können nicht sagen, dass wir aufgeben, wenn wir die Chance noch haben.“ Mehr als das Prinzip Hoffnung ist das nicht, der Charaktertest für seine Mannschaft ist nun aber endgültig ausgerufen – auch wenn es am Ende nicht reichen wird, weiter im Profifußball mitzuspielen.

Kaiserslautern ist allerdings selbst arg gebeutelt und braucht jeden Punkt, um als Traditionsverein nicht komplett in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Der Ex-Meister kann sich mit einem Sieg im direkten Duell von der Abstiegszone verabschieden und schon mal einen Konkurrenten aktiv distanzieren. „Lautern will natürlich gewinnen, um genug Abstand zu uns zu haben“, so van Lent, der aber auch glaubt, „dass der Gegner verunsichert ist. Wenn wir das hinkriegen und es gut machen, können wir ihn in Bedrängnis bringen.“ Dass mit Patrick Hasenhüttl wegen Knieproblemen, aber ohnehin wegen einer Gelbsperre, ein weiterer Stammspieler ausfallen wird, sind keine beruhigenden Nachrichten. Der Ersatz der zur Verfügung steht, spricht nicht für eine qualitative Aufwertung der ersten Elf. Einzelne Umstellungen sind nach der Türkgücü-Pleite angedacht, eine neue Offenbarung versprechen sie aber natürlich nicht.

Zurück zum Programm des Bayerischen Fernsehens am Samstag: Eingebettet ist die Live-Übertragung des Hachinger Spiels zufällig, aber durchaus witzig in zwei bemerkenswerte Sendungen davor und danach. In „Bergauf-Bergab“ könnten sich die zuschauenden Fans mit schönen Bildern einstimmen, wie schön es wäre, wenn es mal wieder aufwärts gehen würde. Und nachher steht das „Glockenläuten aus der Wallfahrtskirche Unterlietzheim“ im Sendeplan. Da bimmeln dann für die SpVgg eventuell schon die Totenglocken der Dritten Liga.

SpVgg Unterhaching:Coppens – Schwabl, Göttlicher, Greger, Turtschan – R. Müller, Fuchs – Ehlich, Anspach, Heinrich – Hain.

Echter
Charaktertest für
die Mannschaft

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