Richtungsweisendes Duell

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Der kopfballstarke Christoph Greger (l.) kehrt heute ins Hachinger Team zurück.

Es ist heute Abend ein Duell auf dem Rasen, und für beide Protagonisten ein enorm wichtiges: Die SpVgg Unterhaching empfängt um 19 Uhr den SV Waldhof Mannheim zum Spitzenspiel zweier Aufstiegskandidaten, die noch vor zwei Wochen punkt- und torgleich dem Tabellenführer MSV Duisburg hinterherjagten.

Unterhaching –  Noch mal zwei Wochen zuvor gab es zwischen den Vereinen bzw. deren Führung allerdings ein anderes Scharmützel. Der Aufsteiger war einer der vehementesten Verfechter eines Saisonabbruchs und brachte im Chor der Abbruch-Befürworter im Tagestakt die meisten, lautesten und auch absurdesten Vorwände auf den Tisch. SpVgg-Boss Manfred Schwabl dagegen spielte als einer der ersten und mit am deutlichsten die konträre Rolle und stellte sich mit an die Gruppe Saisonfortsetzung.

Der Ball rollt inzwischen wieder, in der Nach-Corona-Ära werden sich Kontakte zwischen den Verantwortlichen beider Klubs heute wohl ohnehin nicht ergeben. Ob man sich nach den teils deutlichen Worten von damals in die Augen schauen könnte? Dass die Dritte Liga seinerzeit „kein gutes Bild abgegeben hat“ und sich Schwabl öffentlich fragte, „ob wir eigentlich noch im Profisport sind, wenn man sich nicht mehr im Wettbewerb messen will“, war sehr offensichtlich an die Bosse des SV Waldhof adressiert gewesen, „die eh jeden Tag was anderes erzählen“.

Durchgesetzt hat sich die Fraktion Mannheim plus Abstiegskandidaten bekanntlich nicht, der sportlich starke Aufsteiger muss sich doch weiter auf dem Platz messen, um in die Zweite Liga durchzumarschieren. Und da ist das Team von Trainer Bernhard Trares auf einem besseren Weg als die SpVgg. Die Mannheimer kamen zwar nicht so beeindruckend aus der Corona-Pause wie sie hineingerutscht waren, sammelten aber immerhin mit zwei Siegen schon sechs Punkte und liegen als Tabellen-Siebter nur einen Zähler hinter Platz vier, der aktuell den Relegationsplatz bedeutet. Haching ist einen Punkt schlechter und auf Platz neun notiert.

Nach vorne ist weiterhin alles möglich, glaubt Cheftrainer Claus Schromm trotz der nun vier Partien in Serie ohne Sieg und mit nur einem Pünktchen Ausbeute: „Die Situation ist nicht groß anders geworden und das wird auch noch so bleiben.“ Allerdings könnten sich weitere Ausrutscher nun, da immer weniger Spieltage bis zur Endabrechnung übrig bleiben, doch massiv auswirken auf die Chancen, ganz oben dabeizubleiben. „Klar ist auch“, gibt Schromm unumwunden zu, „dass wir jetzt von den sechs übrigen Spielen einige gewinnen müssen, wenn wir bis zum Ende vorne mitspielen wollen.“

Der Krach über Saisonabbruch oder nicht, der die heutigen Kontrahenten so unheilvoll in zwei gegenüberliegende Ecken drängte, soll dabei keine Rolle spielen. „Wir konzentrieren uns nur auf das Sportliche“, sagt Schromm, „was die Punkte betrifft, die es zu gewinnen gibt, ist das nicht relevant.“ Und: „Unabhängig davon, ob Spieler in Kurzarbeit waren oder mit dem Mannschaftstraining etwas früher oder später begonnen haben“, habe sich inzwischen alles einpendelt.

Ins Team der SpVgg zurückkehren wird wohl Christoph Greger, der beim 3:3 in Zwickau wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte. Das sollte tunlichst auch die Defensive wieder stabilisieren. Denn „die Fehler, die wir machen, und die waren zum Teil haarsträubend, werden zur Zeit gnadenlos bestraft“, so Hachings Chefcoach. „Nach vorne haben wir jetzt zweimal 90 Minuten gut gespielt, aber nach hinten, wenn wir nicht den Ball haben, leider nicht.“ Im Hinspiel feierte die SpVgg in Mannheim einen 3:0-Erfolg, den ersten Heimsieg nach dem Re-Start hätte sie nun gegen den Aufsteiger dringend nötig. Waldhof kommt mit zwei Niederlagen gegen Halle und gegen Bayern München II im Gepäck in den Sportpark.

SpVgg: Mantl – Schwabl, Winkler, Greger, Garuschopf – Fuchs, J. Müller – Heinrich, Bigalke – Schröter, Hufnagel.

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