Ziellos in den Endspurt

Forian Dietz (hinten) stürmt heute voraussichtlich von Beginn an. Foto: Robert Brouczek

Vier Spieltage sind noch zu absolvieren, dann ist auch die denkwürdige Drittliga-Saison 2019/20 am Ziel angekommen. Für die SpVgg Unterhaching ist der Rest der Corona-Spielzeit im Prinzip nur noch Schaulaufen. Der Aufstiegszug ist abgefahren, die Abstiegszone in dieser Saison eine entfernte Welt.

Unterhaching – Vier Spieltage sind noch zu absolvieren, dann ist auch die denkwürdige Drittliga-Saison 2019/20 am Ziel angekommen. Für die SpVgg Unterhaching ist der Rest der Corona-Spielzeit im Prinzip nur noch Schaulaufen. Der Aufstiegszug ist abgefahren, die Abstiegszone in dieser Saison eine entfernte Welt. Irgendwo zwischen Platz sechs und zwölf wird Haching in der Endabrechnung wohl landen. Sämtliche Spannung ist nach dem 0:3 in Meppen am Sonntag abgefallen, auch Cheftrainer Claus Schromm sagt nun ganz entspannt: „Es liegen zwei schöne Wochen vor uns.“

Mit einer gewissen Portion Ernsthaftigkeit garniert gibt es immerhin noch drei Ziele zu verfolgen. Erstens gilt es natürlich, den sportlichen Wettbewerb ernstzunehmen und mental nicht auf Trainingsbetrieb mit Freundschaftsspielen umzustellen. So ist die Partie heute Abend (Anstoß 19 Uhr) gegen den 1. FC Magdeburg zum Beispiel für die SpVgg nicht mehr wirklich wichtig, wohl aber für den Gegner und etliche beteiligte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Der Zweitliga-Absteiger – vor dem Corona-Re-Start einer der heftigsten Verfechter eines Saisonabbruchs – steckt noch ein bisschen im Abstiegskampf. Fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat der FCM derzeit. „Die 42 Punkte werden in diesem Jahr wohl nicht reichen“, glaubt Hachings Coach, „deswegen ist Magdeburg in der Pflicht nachzulegen. Die werden definitiv bei uns punkten wollen.“

Zweiter Punkt, den es noch abzuhaken gilt: Nach einer insgesamt ordentlichen Saison, die freilich im Endspurt eine mehr als deutliche Delle bekommt, soll nicht das Negative hängenbleiben. Nach dem schwachen Match am Sonntag inklusive vierter Pleite aus sechs Spielen wäre es da von Vorteil, wenn die SpVgg im vorletzten Heimspiel leistungs- und punktemäßig wieder einmal ein Ausrufezeichen setzt und ihren künftigen Aufstiegsanspruch praktisch untermalt. „Nach dem Spiel am Wochenende mussten wir erstmal tief durchschnaufen“, sagte Schromm gestern über den irritierenden Auftritt in Meppen, „da wurde einiges klar und deutlich angesprochen.“ Ob’s was gebracht hat? Auflösung heute.

Wenn man überhaupt noch sportliche Ziele formulieren wollte, dann könnte man in Unterhaching – drittens – auf Platz fünf schielen. Sofern der FC Bayern II, wie zu erwarten ist, vorne dabeibleibt, wäre dieser Tabellenplatz die Eintrittskarte für den DFB-Pokal in der nächste Saison. Sind acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz ein unrealistisches Drehbuch für eine Aufholjagd, könnten sechs Zähler auf Rang fünf bei noch zu vergebenden zwölf Punkten wenigstens einen kleinen letzten Kick auslösen.

Bei der SpVgg richtet sich der Blick angesichts der Lage nun aber schon auf die nächste Saison. Personell dürfte nach den anstrengenden Englischen Wochen ohne lohnenden Ertrag einiges passieren. Schromm kündigte an, dass etliche Spieler eine Pause bekommen, andere dafür zum Zuge kommen werden, die bisher nur eine Statistenrolle hatten. Jannik Bandowski etwa kehrt nach Verletzung in den Kader zurück und wird definitiv noch Spielpraxis bekommen. Für Luca Marseiler dagegen ist die Saison vorzeitig beendet. Der lange verletzte Offensivspieler hat seine Einsätze bekommen, um sich wieder in den Spielbetrieb zu integrieren, wird nun aber bereits geschont. Dominik Stroh-Engel fehlt gegen Magdeburg gelbgesperrt, dafür darf sich im Sturmzentrum Florian Dietz Hoffnungen auf seinen dritten Startelf-Einsatz machen.

SpVgg Unterhaching:Mantl – Schwabl, Winkler, Greger, Dombrowka – Stierlin, J. Müller – Heinrich, Bigalke, F. Müller – Dietz.

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