Kaltstart im Hochwinter

Die Hachinger freuen sich, dass es wieder los geht (v.l. Moritz Heinrich, Patrick Has enhüttl) und Niclas Anspach. Foto: brO

Ostsee statt Spanien, Drittliga-Start statt Trainingslager: Die Corona-Pandemie bewirkt in diesem Winter auch für die Fußballer der SpVgg Unterhaching einen ungewohnten Zeitplan. Schon an diesem Wochenende, so früh wie nie, wird die laufende Spielzeit fortgesetzt. Es herrscht Terminnot wegen des späten Saisonbeginns. Die SpVgg kehrt am Samstag (14 Uhr) im Ostseestadion bei Hansa Rostock in den Spielbetrieb zurück und startet damit in einen rekordverdächtig anstrengenden Januar mit sieben Partien in 22 Tagen, ausschließlich Englische Wochen also bis Monatsende.

Unterhaching –  „Es ist ein bisschen wie Champions League“, sagt Hachings Trainer Arie van Lent, „das ist für viele etwas Neues. Leider ist es so, dass der Kalender richtig voll ist, aber wir nehmen es, wie es kommt.“ Die übliche Phrase, dass nach Winterpause und wochenlanger Vorbereitung keiner so richtig weiß, wo er steht, gilt diesmal nicht. Nur eine Woche hatten die Spieler Urlaub, nicht einmal zwei Wochen Training waren es bis zum nächsten Pflichtspiel. Van Lent sieht der aktuellen Situation mit Zuversicht entgegen: „Unser Kader ist groß genug, aber es wird Kraft kosten.“ Neuzugänge muss er nicht integrieren, auch Abgänge gab es bisher nicht, zudem steht bis auf die Langzeitverletzten der komplette Kader zur Verfügung.

Die erste sportliche Aufgabe erlaubt zudem kein langsames Hochfahren. Rostock ist Tabellen-Fünfter, hat nur einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz und holte drei Neue. Für „ein klares Ziel“, wie van Lent zu Bedenken gibt, „die wollen den Anschluss nach ganz oben halten. Das wird ein sehr interessantes Spiel.“ In dem geht es für seine Elf auch gleich darum, den jüngsten Aufwärtstrend mit zwei Siegen und einem Unentschieden vor der Pause zu bestätigen und nicht wieder in eine Region abzurutschen, in der man mit einem Auge auf die Punktzahl der Klubs auf den Abstiegsplätzen schielen muss. Nach einer zwischenzeitlichen ausgedehnten Krise überwinterte Unterhaching auf Tabellenplatz zwölf und hat vier Zähler Vorsprung zur Abstiegszone aufgebaut.

„Wir wünschen uns, dass die Mannschaft so fleißig weitermacht“, sagt der Chefcoach und gibt sich mit dieser Zwischenbilanz zufrieden: „Grundsätzlich bin ich zufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Aber wir haben zu wenig Punkte.“

Ein Vorteil für die SpVgg ist immerhin, dass ihr im Rahmen des Mammutprogramms im Januar viele lange Auswärtsreisen erspart bleiben. Von den sieben Partien sind vier Heimspiele und ein Auswärtsspiel um die Ecke bei Türkgücü. Nur zweimal – am Samstag nach Rostock und am 27. Januar nach Lübeck – stehen längere Dienstreisen an. Weil die per Charterflug stattfinden, ist auch dabei aber jeweils nur ein Reisetag und keine Übernachtung nötig.

Außerdem rangen sich die Drittligisten jetzt doch dazu durch wie in den beiden Bundesligen fünf statt drei Auswechslungen zuzulassen. „Das war von Anfang an unser Wunsch“, so van Lent, „das ist das Beste zum Schutz der Spieler bei einem solchen Programm.“ Die Regelung gilt allerdings erst ab Beginn der Rückrunde mit dem 20. Spieltag, Nachholspiele sind zudem ausgenommen, um gleiche Wettkampfbedingungen für alle zu schaffen. Die SpVgg muss damit in den ersten vier Spielen noch mit drei Wechseln auskommen, erst ab 23. Januar mit der Begegnung gegen Zwickau im Sportpark greift die neue Regelung.

SpVgg Unterhaching: Mantl – Schwabl, R. Müller, Greger, Dombrowka – Stierlin, Grauschopf – Heinrich, Anspach, Marseiler – Hasenhüttl.

Ab Beginn der
Rückrunde sind fünf Wechsel erlaubt

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