„Harmlose“ Hachinger verlieren knapp

Eiskalt erwischt im hohen Norden - SpVgg verliert in Rostock

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Restlos bedient: Hachings Cheftrainer Arie van Lent (r.) und Co-Trainer Robert Lechleiter.

Eiskalt erwischt an der Ostsee. Mit einem über weite Strecken zu schwachen Auftritt bei Hansa Rostock hat die SpVgg Unterhaching zum Start ins neue Jahr gleich die erste Niederlage kassiert. Trainer Arie van Lent war nach dem 0:1 zurecht verärgert.

Unterhaching – „Wir waren zu harmlos“, sagte van Lent nach dem Abpfiff, „das ärgert mich. Ich glaube, es war mehr drin heute.“ Die Hachinger mussten mit der Pleite zum Auftakt schon die sechste Niederlage im achten Auswärtsspiel hinnehmen und halten damit aktuell den Negativrekord in der Dritten Liga.

Es dauerte am Samstag bis zur 88. Minute, ehe die SpVgg überhaupt die erste richtige Torchance verbuchen konnte. Bezeichnenderweise hatte sie ein Verteidiger. Max Dombrowka kam nach einem Eckball etwas überraschend am langen Pfosten an den Ball. Zu überraschend, er jagte den Ball aus kurzer Distanz drüber. Bis dahin war es nach der ersten Halbzeit schmeichelhaft, dass die Gastgeber nur 1:0 führten, zudem auch nicht unverdient. Die Hachinger taten sich im ersten Durchgang schwer, überhaupt in die Partie zu finden und waren bei allem Bemühen im zweiten Durchgang zu harmlos. „In der ersten Halbzeit hatten wir viel zu viel Respekt“, sagte van Lent, „über die erste halbe Stunde habe ich mich geärgert, weil wir Angst vor Kopfbällen hatten. Das ist Kinderkram.“

Verhoek trifft zum entscheidenden 1:0 für Rostock

Eine solche Szene führte in der 55. Minute auch zum Rostocker Führungstreffer. Nach Neidharts Flanke stieg Verhoek zum Kopfball hoch, Gegenspieler Markus Schwabl nicht, der Holländer traf zum 1:0. Auch Hachings Schlussmann Steve Kroll, der den verletzten Stammkeeper Nico Mantl kurzfristig vertreten musste und zu seinem Saisondebüt kam, war daran nicht ganz unbeteiligt, weil er zu zögerlich aus seinem Kasten gekommen war. Van Lent sah allerdings „keinen Torwartfehler“. Mantl, der nach wie vor ein Kandidat für einen Vereinswechsel ist, war wegen „muskulärer Probleme“ zuhause geblieben.

Rostocks Führung war zu diesem Zeitpunkt bereits verdient, da die Hausherren schon im ersten Durchgang zwei dicke Chancen vergeben hatten. Kroll parierte stark den Versuch vom Omladic (13.), kurz vor dem Halbzeitpfiff schoss Verhoek aus 15 Metern knapp vorbei. „Da hätten wir schon in Rückstand geraten können“, gab van Lent zu.

Haching fehlte die Durchschlagskraft

In der zweiten Hälfte erhöhte Haching zwar den Druck, kam aber gegen abgeklärt verteidigende Rostocker bis in die Schlussphase zu keinen gefährlichen Torszenen. „In der zweiten Halbzeit haben wir es recht ordentlich gemacht“, fand van Lent, kritisierte aber dennoch: „Wir waren zu harmlos, zu umständlich und auch ungefährlich. Der letzte Pass hat gefehlt, um richtig gefährlich zu werden, wir haben immer noch zu viele Bälle verschenkt. Wären wir da konsequenter gewesen, hätten wir sicherlich den Ausgleich machen oder sogar vorher schon in Führung gehen können.“ Das Fazit des Hachinger Chefcoachs lautete deshalb: „Eine total unnötige Niederlage.“

Die ließ die SpVgg in der Tabelle zum Jahresstart auf Platz 13 abrutschen, das 0:1 war zudem bereits das fünfte von 16 Saisonspielen ohne eigenen Treffer. Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am morgigen Dienstag (19 Uhr) im Nachholspiel gegen den Tabellen-Siebten SC Verl. Kommendes Wochenende haben die Hachinger am letzten Spieltag der Vorrunde gegen den 1. FC Magdeburg erneut ein Heimspiel, dann steht das letzte noch offene Nachholspiel bei Türkgücü an. (Christian Amberg)

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