„Wir belohnen uns einfach nicht“

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Wieder kein Sieg: Christoph Greger und Trainer Claus Schromm nach dem Schlusspfiff.

Eine Nullnummer gegen Waldhof Mannheim, wieder kein big point gegen einen direkten Konkurrenten, das vierte Spiel in Folge ohne Sieg: Langsam muss man sich darauf einstellen, dass der finale Kampf um die Aufstiegsplätze in der Dritten Liga ohne die SpVgg Unterhaching stattfinden wird. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenplatz vier nun, der den Relegationsrang bedeutet. Bei 15 noch zu vergebenden Zählern im Saisonendspurt ist das nun doch schon ein ziemliches Pfund.

Unterhaching – An einem anderen Spieltag früher in der Saison hätten sich die Kontrahenten nach dem tempo- und chancenreichen, sehr unterhaltsamen und absolut hochklassigen Spiel vermutlich mit der gerechten Punkteteilung arrangieren können. Diesmal war das nicht so. Recht geknickt saßen die Trainer eine Viertelstunde nach Abpfiff in der Pressekonferenz.

Beiden ging es gleich: Nur ein Sieg hätte im Aufstiegsrennen wirklich weitergeholfen. Die Mannheimer konnten logischerweise ein bisschen besser mit dem Remis leben, weil sie zwei Punkte mehr auf dem Konto haben und der Rückstand zu den Aufstiegsplätzen nicht ganz so weit entfernt ist. Aber auch Waldhof-Coach Bernhard Trares klang wenig glücklich: „Für beide war das Unentschieden zu wenig. Jetzt brauchst du Siege, wenn du Schritte nach vorne machen willst. Hintenraus zählt es nur noch, Spiele zu gewinnen. Das haben wir nicht geschafft, somit können wir beide nicht zufrieden sein mit Blick auf die vorderen Plätze.“ Hachings Coach Claus Schromm sah es genauso: „Keinem hilft der Punkt wirklich weiter. In der Tabelle ist das für beide zu wenig, wenn man sich nochmal da vorne reindrücken will.“

Der Qualität der Partie wäre ein 2:2 besser gerecht geworden, zu rasant ging es knapp 95 Minuten auf dem Rasen im Dauerregen am Mittwoch Abend zu. Zunächst in Richtung des Unterhachinger Tores, später umgekehrt. Die SpVgg sammelte unterm Strich aber ein deutliches Chancenplus. „Es war ein Fight auf Augenhöhe und es war ein Top-Spiel“, fand Haching-Verteidiger Max Dombrowka, „wir haben alles reingehauen und hätten den Sieg am Ende, glaube ich, einen Tick mehr verdient gehabt.“ Vor allem aufgrund der hochkarätigen Möglichkeiten, an denen auch er selbst beteiligt war.

Dombrowka hatte eine der beste Chancen im zweiten Durchgang, als er nach einem Eckball an die Latte des Mannheimer Tores köpfte. Es war schon der zweite Aluminiumtreffer, gleich zu Beginn der Partie Shatte schon Felix Schröter mit einem Lupfer den Pfosten getroffen (7.). Nur zwei von jeder Menge Top-Gelegenheiten. Schon zur Pause hätte die SpVgg führen können, nachdem sie auch in Durchgang zwei eine stürmische Phase der Gäste überstanden hatte, war sie auch am Ende dem Sieg näher.

Mehr Kampf, mehr Leidenschaft, mehr Willen geht im Prinzip nicht. Umso ärgerlicher, dass es für die Gastgeber nur zu einem Punkt reichte. „Wir belohnen uns einfach nicht“, sagte Schromm verzweifelt. „Ab der 20. Minute wären unsere Spielanteile deutlich größer, der Gegner hat Riesenprobleme gehabt, überhaupt noch sein Spiel zu entwickeln. Es ist einfach schade, dass wir das Tor nicht machen.“ Nur ein kleiner Trost war, dass diesmal die Defensive wieder weitgehend stabil funktionierte: „Klar freut uns das, wenn wir zu Null spielen“, meinte Schromm, „aber um ein Spiel zu gewinnen, musst du einfach auch ein Tor schießen. Wir hatten so viele Chancen.“

Am Ende war es aus Hachinger Sicht ein Auftritt, der zuversichtlich für den Saisonendspurt macht – aber mit einem Punkt zu wenig Ertrag brachte, um ihn realistisch als Aufstiegskandidat anzugehen.

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