Gemeinde verkauft Stadion an Spielvereinigung

Unterhaching: Stadion-Deal in trockenen Tüchern

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Das Stadion am Sportpark wechselt den Eigentümer. Die Gemeinde verkauft die Spielstä tte an die SpVgg. 

Nun ist es fix: Der Gemeinderat hat den Verkauf des Stadions an die Spielvereinigung (SpVgg) Unterhaching abgesegnet.

Für 3,3 Millionen Euro übernimmt der Fußballverein sämtliche Verpflichtungen in Bezug auf Pflege und Unterhalt der Spielstätte. Die Rathausverwaltung geht von Investitionen in Millionenhöhe aus, was der Gemeinde als vordringlichster Grund galt, das Stadion abzustoßen. Lediglich die Grünen verweigerten ihre Zustimmung, die Spielstätte abzustoßen. Sie wehren sich seit Jahren gegen den Verkauf einer der wenigen in Gemeindehand verbliebenen Flächen.

Als Erfolg konnten die Grünen zumindest verbuchen, dass der Tagesordnungspunkt in öffentlicher Sitzung behandelt wurde. Daran gab es für Claudia Köhler auch nichts zu rütteln. „Das ist ein öffentliches Grundstück“, betonte sie. Da sei Transparenz selbstverständlich. Den Vorhalt der Intransparenz parierte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) seinerseits mit Vorwürfen. Dass die Rechtsaufsicht im Landratsamt Öffentlichkeit mittlerweile gewähre, sei auf eine klare Verletzung der Vorschriften zurückzuführen. So seien Vertragsinhalte wie der Kaufpreis „durchgesickert“. Daher bestünde auch kein Grund mehr, die Öffentlichkeit auszuschließen. Panzer beschuldigte die anonyme Quelle des Rechtsbruchs und deutete an, sich für den Wiederholungsfall rechtliche Schritte vorzubehalten.

Wen er für den Anonymus hält, verriet Panzer nicht. Die Grünen wähnten sich angesprochen; Köhler protestierte. Der ein oder andere Gemeinderat sieht den Informanten dagegen bei der SpVgg, wobei dem Club ein durchaus berechtigtes Interesse an Transparenz zugebilligt wird. Die SpVgg als Kapitalgesellschaft ist ein Wirtschaftsunternehmen, das Anteilseignern gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet ist und sich in der Vergangenheit stets für Transparenz aussprach. Während sich die Fraktionen nach wie vor uneins sind, gilt der Stadion-Deal sowohl dem Rathaus als auch der SpVgg offenkundig als gutes Geschäft. Ein Verein mit Aufstiegsambitionen, der Sponsoren sucht, sollte das Stadion in eigener Hand halten, findet Julia Mittermeier (FWU). Der der SpVgg als früherer Aktiver und als Trainer nahestehende Richard Raiser (CSU) geht von einer „Win-Win-Situation“ aus: „Die Gemeinde ist den Unterhalt los; die SpVgg gewinnt an Planungssicherheit.“ 

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