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Boris Beckers Albtraum könnte weitergehen – Darf er „sein Wohnzimmer“ nie wieder betreten?

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Von: Marius Epp

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Boris Becker sitzt im Moment im Londoner Gefängnis Huntercombe seine Haftstrafe ab. Danach droht ihm die direkte Abschiebung.

London - Kommt es noch dicker für Tennis-Legende Boris Becker? Eines Tages, spätestens nach Ablauf seiner zweieinhalbjährigen Haftstrafe, wird er wieder auf freiem Fuß sein. Doch sein persönlicher Albtraum könnte danach weitergehen.

Wie das britische Innenministerium der englischen Zeitung Mirror bestätigt hat, droht Becker die Abschiebung aus England - noch am Tag seiner Entlassung. Bei der britischen Justiz ist die sofortige Abschiebung von entlassenen Straftätern gängige Praxis.

Boris Becker droht Abschiebung nach Haft

Solange der Landesverweis gültig bleibt, dürfte Becker nicht mehr nach Großbritannien einreisen. Gegen diese Verordnung könnte Becker gerichtlich vorgehen. Die Erfolgsaussichten sind ungewiss, für diese Rechtsfrage scheint es in Großbritannien noch keine Präzedenzfälle zu geben.

Boris Becker erlebt im Gefängnis die wohl schwerste Zeit seines Lebens.
Boris Becker erlebt im Gefängnis die wohl schwerste Zeit seines Lebens. © Alberto Pezzali/dpa

Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass Boris Becker die Insel nie wieder betreten darf. In seiner Heimat Deutschland stehen ihm zwar alle Türen offen, allerdings ist London seit einem Jahrzehnt der Lebensmittelpunkt des ehemaligen Wimbledon-Siegers. Eine lebenslange Abschiebung würde auch bedeuten, dass er seiner Tätigkeit als Tennis-Experte im britischen Fernsehen nicht mehr nachkommen könnte. Und, dass er „seinen“ heiligen Rasen von Wimbledon nie wieder betreten könnte.

Boris Becker spielt im Gefängnis Tischtennis und ist „ein vorbildlicher Insasse“

Becker sitzt seit drei Monaten seine Haftstrafe wegen Insolvenzverschleppung im Londoner Huntercombe-Gefängnis ab. Eine Knast-Quelle sagte dem Mirror: „Er nutzt alle Einrichtungen. Er ist ein vorbildlicher Insasse und es gab noch keine Zwischenfälle.“ Weitere Informanten berichteten dem Blatt, Becker spiele viel Tischtennis und unterrichte andere Insassen.

Beckers ehemaliger Rivale John McEnroe würde den 54-Jährigen gerne besuchen. „Boris ist mein Freund. Das ist einfach furchtbar. Er ist einer der größten Tennis-Spieler, die es je gegeben hat. Boris, wir vermissen dich“, sagte er in einer BBC-Sendung.

Während Boris Becker die Tage bis zu seiner Entlassung zählt, lässt es seine Ex-Frau Lilly auf einer Luxusyacht krachen. (epp)

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