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Türkgücü München stellt Spielbetrieb ein - und stürzt womöglich ins komplette Nichts

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Von: Moritz Bletzinger

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Werden kein Drittligaspiel mehr bestreiten: Andreas Heraf und Türkgücü München.
Werden kein Drittligaspiel mehr bestreiten: Andreas Heraf und Türkgücü München. © Oryk HAIST/Imago

Die Saison ist vorbei! Türkgücü München muss den Spielbetrieb in der 3. Liga einstellen. Wie geht es weiter? Der News-Ticker zum Absturz.

Update vom 25. März, 14.02 Uhr: In der 3. Liga spielt Türkgücü München nicht mehr. Das ist klar. Aber dennoch bleiben Fragen offen. Bedeutet das Ende des Profifußballs etwa auch das gänzliche Aus an der Heinrich-Wieland-Straße? Türkgücü wird es schwer haben, einen Startplatz für kommende Saison zu finden.

Wie der Bayerische Fußballverband bestätigt, sind mit der Abmeldung alle Spielberechtigungen futsch. Ein Neustart in der Regionalliga ist schon fast ausgeschlossen. Schließlich ist das Team nicht sportlich abgestiegen und gehört demnach in der kommenden Saison keiner Spielklasse an. Womöglich kommt es zum ganz großen Reset: Türkgücü München muss möglicherweise in der C-Klasse anfangen.

Nur ein Eingliederungsantrag für eine höhere Liga könnte das verhindern. Dem rechnet der Verband aber schon jetzt nicht allzu hohe Erfolgschancen zu. Auch denkbar ist, dass Türkgücü München für die kommenden Spielzeit überhaupt keine Herrenmannschaft meldet.

Türkgücü München ließ Spieler und Trainer im Ungewissen - aber sie haben es vermutet

Update vom 24. März, 15.41 Uhr: Geschäftsführer Max Kothny meldete sich in einer Pressemitteilung zu Wort. Ansonsten war von den Verantwortlichen bei Türkgücü München noch nichts zu vernehmen. Aber Trainer Andreas Heraf stellte sich nach der Betriebsversammlung vor das Gebäude an der Heinrich-WIeland-Straße und teilte mit, dass die Angestellten schon mit dem großen Knall gerechnet hätten. Gesprochen wurde mit ihnen aber im Vorfeld nicht.

Update vom 24. März, 14.19 Uhr: Der TSV 1860 München profitiert vom krachenden Aus des Lokalrivalen. Schadenfreude kommt in Giesing aber keine auf. „Das will keiner, Das ist für alle Angestellten bei Türkgücü ein harter Schlag“, fühlt 1860-Coach Köllner auf der Pressekonferenz am Donnerstag mit.

„Das ist schlecht für das Image der 3. Liga. In Zukunft muss man bei der Lizenzierung genauer hinschauen“, sagt Löwen-Geschäftsführer Günther Gorenzel und legt damit den Finger in die Wunde des DFB.

Türkgücü-Aus: „Das ist ein trauriger Tag für die 3. Liga“ - DFB reagiert zerknirscht

Update vom 24. März, 13.27 Uhr: „Das ist ein trauriger Tag für die 3. Liga“, sagt Manuel Hartmann, Geschäftsführer der 3. Liga bei „dfb.de“. Der Verband hat die Tabelle bereits angepasst, Türkgücü München steht als erster Absteiger fest.

„Den größten Schaden haben natürlich Türkgücü München und seine betroffenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“, merkt Hofmann an, „gleichzeitig ist es für die gesamte Liga und den Wettbewerb negativ, wenn ein Klub während der Saison ausscheidet. Ziel muss sein, dass dieser Fall in der 3. Liga einmalig bleibt.“

Türkgücü-Crash trifft 1. FC Saarbrücken: „Da kommt Frust auf“

Update vom 24. März, 12.49 Uhr: „Die Geschichte, die ist bitter, da kommt Frust auf“, sagt David Fischer auf Nachfrage von Fussball Vorort. Der Geschäftsführer des 1. FC Saarbrücken will sich von den Dingen, die bei Türkgücü München passiert sind, aber nicht entmutigen lassen.

Sein Klub fällt wegen der Abmeldung von Türkgücü plötzlich auf Platz vier der Tabelle und hat den TSV 1860 München wieder im Nacken. „Wir sind schlussendlich der Verein, der punktemäßig am meisten verliert“, merkt Fischer an, „da ist ein gewisser Frust dabei, aber nehmen wir es kämpferisch. Für uns stehen sportliche Aufgaben an. Da ist keine Zeit, Trübsal zu blasen.“

Türkgücü München stellt Spielbetrieb ein! Klub ist raus aus der 3. Liga

Update vom 24. März, 11.30 Uhr: Schluss, Aus, Vorbei! Türkgücü München zieht sich aus dem Spielbetrieb der 3. Liga zurück. Das teilte der Verein direkt nach der Betriebsversammlung offiziell mit. Die Pressemeldung im Wortlaut:

„Die Türkgücü München Fußball GmbH & Co. KGaA muss den Spielbetrieb in der 3. Liga mit Ablauf des Monats März 2022 einstellen. Das hat die Vereinsführung in Anwesenheit des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Max Liebig der Mannschaft und den Mitarbeitern des Vereins am heutigen Donnerstagvormittag in einer Betriebsversammlung mitgeteilt.

„Eine weitere Aufrechterhaltung des Spielbetriebs wäre nur durch Bereitstellung neuen Kapitals von dritter Seite möglich gewesen. Die zu erwartenden Einnahmen aus dem Spielbetrieb bis Saisonende können die laufenden Kosten bei weitem nicht decken“, erklärt Geschäftsführer Max Kothny: „Trotz intensiver Bemühungen in den vergangenen Wochen konnte leider kein neuer Investor gefunden werden.“

Der hohe Punktabzug, der Türkgücü München durch den DFB auferlegt wurde, hat die Suche nach einem Investor dabei zusätzlich erschwert. „Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben hat. Das hat auch potenzielle Geldgeber beeindruckt, die jedoch schlussendlich durch das hohe Risiko eines Abstiegs in Folge des drohenden Punktabzugs abgeschreckt wurden“, erklärt Kothny die erfolglose Suche nach einem neuen Geldgeber.

Ob und in welcher Liga die Münchner in der Saison 2022/23 den Neustart angehen werden, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.“

Update vom 24. März, 11.10 Uhr: Sollte sich Türkgücü München heute aus dem Spielbetrieb der 3. Liga zurückziehen, hätte das Folgen für alle Klubs. Die Spiele der Münchner würden aus der Wertung genommen. Was vor allem den 1. FC Saarbrücken heftig treffen würde. Die Saarländer würden aus der Aufstiegszone fallen und hätten plötzlich wieder den TSV 1860 München im Nacken. Der Verein blickt deshalb aufmerksam nach München, kann aber natürlich nichts beeinflussen, bestätigt ein Sprecher der Saarbrücker.

Update vom 24. März, 10.57 Uhr: An der Bezirkssportanlage Perlach-Nord geht es jetzt in die heiße Phase. Die Betriebsversammlung von Türkgücü München läuft. In der nächsten Stunde wird klar sein, wie es mit dem Klub weitergeht. Bislang hielten sich die Verantwortlichen bedeckt. Beobachter sehen die Chancen gering, dass der Spielbetrieb in der 3. Liga aufrecht erhalten werden kann. Leben Totgesagte länger?

Türkgücü München heute raus aus der 3. Liga? Tag der Wahrheit für den Insolvenz-Klub

Erstmeldung vom 24. März, 9.53 Uhr: München - Seit der Insolvenz türmen sich die Fragezeichen bei Türkgücü München. Spieler und Angestellte werden von der Agentur für Arbeit bezahlt, Stadionmiete und Ausgaben für Auswärtsfahrten mühsam zusammengekratzt. Mit Ende März ist die erste Phase des Insolvenzgangs vorbei. Und vielleicht auch die 3. Liga für Türkgücü. In unserem News-Ticker finden Sie alle Informationen aktuell.

Türkgücü-Insolvenz: Gehen heute die Lichter aus? Alle News am Tag der Entscheidung im Ticker

An diesem Donnerstag fallen die Würfel: Insolvenzverwalter Max Liebing wird im Rahmen einer Betriebsversammlung seine Prognose für den Verein präsentieren. Fällt sie positiv aus, darf der Klub alle vorhandenen Finanzmittel in die Fortführung des Spielbetriebs stecken. Im anderen Fall gehen die Lichter an der Heinrich-Wieland-Straße wohl noch heute aus.

Was erwartet den Verein heute bei der Betriebsversammlung? Das weiß offenbar niemand so recht. Trainer Heraf und seine Spieler sind anscheinend ebenso im Unklaren wie die Öffentlichkeit. „Wir Spieler wissen gar nichts. Es ist vogelwild in diesem Verein: Keiner weiß, wie es weitergeht. Keiner sagt uns was“, meldete sich ein Profi anonym bei der Münchner „AZ“.

3. Liga: Türkgücü München pausiert Training - bestreitet die Heraf-Elf kein Pflichtspiel mehr?

Die Hoffnung scheint unter den Angestellten nicht groß zu sein. Heraf bat seine Mannschaft in der Woche der Betriebsversammlung nicht zum Training. Am Wochenende steht aber ohnehin kein Spiel an, die 3. Liga ist in der Länderspielpause.

Ob die Mannschaft das Training überhaupt wieder aufnimmt, entscheidet sich jetzt. Eine erste offizielle Mitteilung von Türkgücü München ist um die Mittagszeit zu erwarten. Ist die Saison schon heute vorbei? Geht es weiter? Wenn ja, wie lange? Es ist alles möglich an der Heinrich-Wieland-Straße. Bestreitet das Team mindestens noch ein Pflichtspiel, hätte die Abmeldung immerhin keine Konsequenzen für die Tabelle. (moe) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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