Ruman sieht Handlungsbedarf

Türkgücü: „Enttäuscht von mir und der gesamten Offensive“ - Derby nagt an Sararer

Ratlos: Sararer war bester Mann auf dem Platz, erzielte ein Tor – trotzdem reichte es nicht zum Sieg.
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Ratlos: Sararer war bester Mann auf dem Platz, erzielte ein Tor – trotzdem reichte es nicht zum Sieg.

Türkgücü München trifft gegen den TSV 1860 München viermal Alu und lässt zahllose Großchancen verstreichen. Sararer ist ratlos. Ruman kündigt Konsequenzen an.

München – Am Ende hat es wieder nicht gereicht. Auch gegen den TSV 1860 hat Türkgücü München* den ersten Dreier in dieser Drittligasaison verpasst. Deutlich zu wenig, wenn man betrachtet, dass das Team von Trainer Petr Ruman am Samstagmittag fast 65 Minuten in Überzahl absolvierte, nachdem Löwen-Verteidiger Yannick Deichmann in der 38. Minute Gelb-Rot gesehen hatte.

Dabei hatten die in rot gekleideten Gäste gut begonnen. Vom Start weg waren sie das Team, das deutlich mutiger agierte, hoch presste und sich Chancen erarbeitete. Die Löwen schienen sichtlich verunsichert vom Auftreten Türkgücüs und konnten von Glück reden, dass es nach 20 Minuten nicht schon zweimal im eigenen Kasten geklingelt hatte.

TSV 1860 strauchelt gegen Türkgücü: Römling und Sararer dominieren ihre Seite

Besonders Moritz Römling und Sercan Sararer waren es, die über die linke Seite immer wieder Dampf machten und den Ball gefährlich vor das Tor brachten. Doch entweder scheiterte Türkgücü am Aluminium, das sie in der Partie viermal trafen – oder man war vor dem Tor den berühmten Schritt zu spät. Nach den ersten 45 Minuten musste sich Türkgücü folgerichtig den Vorwurf gefallen lassen, nicht mehr aus der Überzahl und den Torchancen gemacht zu haben.

Denn nach dem Seitenwechsel waren es erst einmal die Sechziger, die mehr und mehr Kontrolle über das Spiel bekamen. Es wirkte kurz, als wären beide Teams wieder in voller Besetzung auf dem Feld, bis Rechtsaußen Albion Vrenezi in der 60. Minute an der Grundlinie deutlich zu viel Platz bekam, genüsslich flanken konnte und den einlaufenden Sararer fand, der nur noch ins lange Eck einschieben musste.

Nach Traumtor klappt nichts mehr: Sararer und Vrenezi machen den Sack nicht zu

Die verdiente Führung für die Gäste. In der Folge hatten eben jene Aktivposten im Spiel Türkgücüs, Vrenezi und Sararer, gleich doppelt die Chance, den Sack zuzumachen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätten die Löwen bei 30 Grad und in Unterzahl einen Zwei-Tore-Rückstand nicht mehr aufholen können. Doch beide hängenden Spitzen trafen wieder nur das Gebälk. Und das rächte sich.

Angetrieben von den etwa 4.000 Löwen-Fans merkte die Mannschaft von Michael Köllner, dass ein Ausgleich immer noch im Bereich des Möglichen lag. Die Hausherren drückten, und es war Sascha Mölders, der in einen Schuss von Dennis Dressel noch die Schuhspitze reinhielt und den Ball aus fünf Metern ins Tor von Keeper René Vollath drückte.

„Fühlt sich wie eine Niederlage an“: Sararer hadert mit sich selbst - Ruman sieht Handlungsbedarf

1:1 – das Grünwalder Stadion tobte. Nach der ansonsten ansprechenden Leistung war das Remis für Türkgücü eines der schlechteren Art. „Das fühlt sich wie eine Niederlage an. Ich bin enttäuscht von mir und der gesamten Offensive, dass wir hier nur einen Punkt mitgenommen haben“, brachte es Sercan Sararer nach dem Spiel auf den Punkt. Coach Ruman mahnte, das Spiel zeige deutlichen Handlungsbedarf für die kommenden Partien auf: „Wir müssen diese hundertprozentigen Chancen einfach konsequenter nutzen. Daran müssen wir arbeiten.“

Die nächste Chance auf den ersten Sieg in der Meisterschaft bietet sich Türkgücü am Sonntag (14 Uhr) gegen Freiburg II. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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