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Türkgücü: Wandel nach Hyballa-Crash? Kothny will Fehler korrigieren - Kayabunar setzt Zeichen

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Von: Moritz Bletzinger

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Hat sich in den vergangenen Tagen anscheinend viele Gedanken gemacht: Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny.
Hat sich in den vergangenen Tagen anscheinend viele Gedanken gemacht: Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny. © Markus Fischer/Imago

„Hire and fire“: Türkgücü München ist ein schnelllebiger Klub. Vor allem für seine Trainer. Das soll sich aber ändern, deutet Geschäftsführer Max Kothny an.

München - „Fehler kann man machen, solange man sie korrigieren kann“, sagte Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny vor der Partie bei Viktoria Berlin. Damit nimmt er nicht etwa die Mannschaft oder den Trainer in die Pflicht. Sondern sich selbst.

Aus der aktuellen sportlichen Krise kann er sich nicht ausnehmen. „Wahrscheinlich habe ich den Trainer nicht perfekt auf die Mannschaft abgestimmt“, verweist er im Gespräch mit Magentasport auf eigene Fehler. Die muss er jetzt gerade rücken. Gerade einmal neun Drittliga-Spiele übersteht ein Türkgücü-Trainer momentan im Schnitt. Viel zu wenig. Auch für Kothny.

„Wir müssen klare Kontinuität reinbringen“, sagt Kothny, „da müssen wir uns auch intern optimieren. Uns klar an unsere sportlichen Konzepte halten.“ Im Fall Hyballa hat das nicht geklappt. Das Projekt fuhr gegen die Wand. Ein Crash nach nur 64 Tagen. „Zu dem Zeitpunkt haben wir (Türkgücü und Hyballa, d.R.) nicht zusammengepasst“, erklärt der 24-Jährige, „wir hatten erwartet, dass sein System an die Mannschaft angepasst wird. Aber Trainer und Mannschaft sind nicht einig geworden. Deshalb mussten wir uns trennen.“

Türkgücü sehnt sich nach Kontinuität: Ermöglicht Kayabunar die richtige Kothny-Entscheidung?

Die Verpflichtung von Peter Hyballa war also ein Missverständnis. Ein Fehler, den Max Kothny jetzt korrigieren muss. Die nötige Zeit dafür verschafft ihm einer, der bei Türkgücü für Kontinuität steht wie kein anderer. Und die Schnelllebigkeit des Profi-Geschäfts gleichzeitig doch sehr sichtbar macht: Interimscoach Alper Kayabunar.

Seit 2011 ist Kayabunar im Verein. Und damit das letzte Bezirksliga-Überbleibsel an der Balanstraße. Elf verschiedene Cheftrainer haben es seitdem als Chefcoach bei Türkgücü versucht. Darunter auch Kayabunar selbst.

Jetzt will Kothny Kontinuität. Die kann ihm Kayabunar aber vorerst nicht bringen. Ihm fehlt die notwendige Trainer-Lizenz für die 3. Liga. Der nächste Wandel steht an. Nach dem Spiel gegen Kaiserslautern (Freitag, 19 Uhr) ist Kothnys Puffer aufgebraucht. Als Interimscoach ohne Fußballlehrer-Schein darf Kayabunar das Team nur zwei Wochen lang betreuen. Genug Zeit für eine wohl bedachte Trainer-Entscheidung?

Türkgücü: Kayabunar greift nach Patzern durch - Klares Signal im Abstiegskampf?

Kayabunar scheut sich nicht vor Veränderungen. Nicht bei seinem Vorgesetzten. Und auch nicht - das spürten die Türkgücü-Profis am Wochenende - in der Aufstellung. Keeper Vollath und Ersatz-Kapitän Sorge hatten gegen Zwickau gepatzt. Prompt saßen beide Unglücksraben in Berlin nur auf der Bank. Vollath hatte bis dahin nicht eine Drittliga-Minute für Türkgücü verpasst.

Der Interimscoach kann durchgreifen. Merkte auch Linksverteidiger Moritz Römling. Nach 27 Minuten war sein Auftritt gegen Viktoria Berlin beendet. „Ich hatte das Gefühl, dass er nicht so gut im Spiel war“, erklärte Kayabunar auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, „wir wollten ihn schützen.“

Türkgücü München: „Hallo wach!“-Moment nach Hyballa aus? Trainer-Dauerlösung soll offenbar her

Alper Kayabunar ist bei den Spielern beliebt, sagt er selbst. Trotzdem scheut er nicht davor zurück, auch harte Entscheidungen zu treffen. Er setzt ein Zeichen: Persönliche Befindlichkeiten müssen bei Türkgücü jetzt hinten anstehen. Seine Ankündigung, ohne Murren ins zweite Glied zurückzutreten, schließt den Kreis.

Kothnys Selbstkritik passt ebenfalls dazu. War der Hyballa-Crash ein „Hallo wach!“-Effekt? Findet Türkgücü die gesuchte Konstanz? Die Spieler wünschen es sich offenbar: „Natürlich ist es einfacher, wenn ein Trainer länger da ist“, merkte Sercan Sararer jüngst vielsagend an. Eine Dauerlösung soll her. Da scheinen sich bei Türkgücü jetzt wirklich alle einig zu sein. Aus der Interimszeit unter Kayabunar kann Max Kothny außerdem noch eine Erkenntnis mitnehmen: Die Profis brauchen keinen Coach mit großem Namen um glücklich mit ihm zu sein.

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