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Kommentar zu Türkgücü München: Wo bleibt der Plan?

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Von: Nico-Marius Schmitz

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Türkgücüs Trainer Peter Hyballa.
Schon wieder Weg: Peter Hyballa © Schulz/Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de

Der Rauswurf von Peter Hyballa bestätigt einen Trend bei Türkgücü München. Ein klarer Plan ist weiter nicht zu erkennen. So wird es schwierig im professionellen Fußball.

Es war ja ein netter Gedanke. Der aufbrausende Peter Hyballa kommt in ein aufbrausendes Umfeld und schreibt bei Türkgücü München eine Erfolgsgeschichte. Die Erfolgsgeschichte blieb aus – nun treibt sogar das Abstiegsgespenst sein Unwesen an der Heinrich-Wieland-Straße. Den Aufstieg hatte man nach dem schwachen Start intern ohnehin schon länger abgehakt, doch spätestens 2023 sieht sich der Verein von der Bezirkssportanlage in der 2. Liga. Die aktuelle Saison sollte dazu dienen, etwas aufzubauen, ein Fundament zu schaffen für den Angriff im nächsten Jahr. Risse waren ja schon länger im Türkgücü-Fundament zu erkennen, nun droht vieles zu zerbröckeln.

„Selbst die Löwen haben es zu ihren chaotischsten Zeiten nicht geschafft, gleich zwei Cheftrainer schon in der Hinrunde zu verschleißen“

Die Münchner begeben sich nun auf die Sache nach dem fünften Coach 2021. Nach Alexander Schmidt, Serdar Dayat – interimsweise übernahm noch Andreas Pummer – und Petr Ruman durfte auch Hyballa nicht lange bleiben. Selbst die Löwen haben es zu ihren chaotischsten Zeiten nicht geschafft, gleich zwei Cheftrainer schon in der Hinrunde zu verschleißen. Das war sicherlich nicht der Anspruch von Türkgücü, als forsch verkündet wurde, man wolle 1860 mittelfristig als Nummer zwei der Stadt ablösen.

Geschäftsführer Max Kothny erklärte im Rahmen von Hyballas Entlassung, man wolle sich „jetzt intensive Gedanken über die Marschroute der anstehenden Wochen und Monate machen, um so einen geeigneten Nachfolger präsentieren zu können“. Ein nobler Ansatz, nur eine solche Marschroute hätte es spätestens seit dem Aufstieg in die 3. Liga geben müssen. Doch eine klare Idee war selten zu erkennen. Außer, dass alles möglichst schnell gehen soll. Zu viel hing von Launen des Investors Hasan Kivran ab – das rächt sich jetzt.

Und ja, Türkgücü spielt erst die zweite Saison in der 3. Liga. Doch, wer sich im Profifußball etablieren möchte, muss sich eben auch professionell verhalten. Die entscheidende Frage ist jetzt ja nicht: Wen will Türkgücü? Sondern: Wer will zu Türkgücü? Im Durchschnitt waren die 3. Liga-Trainer der Münchner 102 Tage im Amt. Unter Konstanz und Verlässlichkeit versteht man nun mal etwas anderes.

Baustellen gibt es bei Türkgücü also genug. Bleibt für den Verein zu hoffen, dass die Grundsanierung nun nicht zu spät kommt.

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