Fans sorgen für Aufregung im Elfmeterschießen

„Reißt jeden aus Konzentrationsphase“ - Böller im Türkgücü-Block sorgt für Ärger

Nicht besonders fair verhielten sich die Fans von Türkgücü München beim Elfmeterschießen.
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Nicht besonders fair verhielten sich die Fans von Türkgücü München beim Elfmeterschießen.

Türkgücü München hat sich im Elfmeterschießen für den DFB-Pokal qualifiziert. Ein Böller vor dem vermeintlich entscheidenden Strafstoß von Illertissen sorgt für Ärger.

Petr Ruman musste erst mal laut lachen. Das Erlebte verarbeiten. „Ich muss ehrlich sagen, wer hat sich diesen Scheiß, Elfmeterschießen, ausgedacht? Das ist ja der Wahnsinn“, sagte der Trainer von Türkgücü München*. Kurz zuvor hatte seine Mannschaft den Regionalligisten aus Illertissen 8:7 im Elfmeterschießen besiegt.

Für Wirbel sorgte jedoch eine Aktion der mitgereisten Türkgücü-Fans. Vor dem Elfmeter von Fabio Maiolo – ein Treffer hätte den Sieg von Illertissen bedeutet – explodierte ein Böller im Gästeblock. Türkgücüs Torwart Frank Flückinger konnte parieren, die Münchner sicherten sich anschließend den Sieg im Finale des Totopokals und damit den erstmaligen Einzug in den DFB-Pokal.

Böllerknall im Elfmeterschießen: FV Illertissen ärgert sich - Ruman hat Verständnis

„Das ist Wahnsinn, wenn so was direkt vor dem Schuss passiert. Das reißt jeden Menschen aus der Konzentrationsphase. Völlig logisch, dass der Ball dann nicht reingeht“, sagte Illertissen-Spieler Lukas Rietzler. Das Schiedsrichter-Gespann entschied sich jedoch dazu, den Elfmeter nicht wiederholen zu lassen. „Es ist nicht schön, das gebe ich schon zu“, sagte Ruman: „Aber auf der anderen Seite, wenn man vor 50.000 Zuschauern einen Elfmeter schießt, ist es auch nicht gerade ruhig. Die Fans gehören zum Fußball.“

Mit dem Einzug in den DFB-Pokal* erfüllt sich für den Verein von Präsident Hasan Kivran nun ein Traum, der vor Gericht nach einer wochenlangen Posse im vergangenen Jahr platze. In Illertissen stand auch wieder ein Spieler für Türkgücü auf dem Platz, der eigentlich schon so gut wie weg war: Sercan Sararer. „Es ist ein großes Zeichen an alle anderen Vereine in der 3. und sogar in der 2. Liga, wenn sich ein Spieler wie Sararer für unseren Verein entscheidet und den Vertag verlängert“, sagte Ruman.

Vertrag bis 2024: Erfüllt sich Sararer seinen Wunsch von der 2. Bundesliga mit Türkgücü München?

Vor dem Arbeitsgericht wurde schnell klar, dass es keine Einigung hinsichtlich einer möglichen Ablösesummer für den Topscorer von Türkgücü gibt. Eine Verhandlung vor der Kammer, die wohl erst im November stattgefunden hätte, wäre für beide Parteien keine geeignete Lösung gewesen. So reiste Sararer-Berater Michael Ruhnau nach München und verhandelte über vier Tage lang mit Kothny. „Es war eine Hängepartie“, sagt auch Ruman.

Den Wunsch, noch einmal höherklassig zu spielen, kann sich Sararer jetzt mit Türkgücü erfüllen. Der neue Vertrag läuft bis 2024, bis 2023 wollen die ambitionierten Münchner in der 2. Bundesliga* spielen. (Nico-Marius Schmitz) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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